- L 16 Pitztalstraße wurde Ende Juni auf rund 500 Metern durch Mure zerstört – innerhalb nur einer Woche konnte Ersatzstraße erbaut werden
Ende Juni hat eine Mure die L 16 Pitztalstraße auf rund 500 Metern zerstört und das hintere Pitztal von der Außenwelt abgeschnitten. Gerade einmal innerhalb einer Woche schufen die Mitarbeiter der Straßenmeisterei Zams eine Ersatzstraße. Gearbeitet wurde rund um die Uhr. Für diese außergewöhnliche Leistung wurde die Straßenmeisterei Zams heute, Dienstag, Küniglberg in Wien mit dem Ö3-Verkehrsaward 2026 in der Kategorie „Straßenmeisterei“ ausgezeichnet.
„Mobilität verbindet Orte und Menschen, Mobilität braucht aber auch entsprechende Verkehrswege. Gerade in Tirol sind einzelne Straßen wichtige Lebensadern ganzer Täler. Wenn Naturkatastrophen diese Verbindungen unterbrechen, braucht es Menschen, die rasch und kompetent handeln. Die Mitarbeiter der Straßenmeisterei Zams haben genau das getan. Mit Fachwissen, Tatkraft und unermüdlichem Einsatz haben sie Tag und Nacht gearbeitet, damit das hintere Pitztal wieder erreichbar ist. Diese Auszeichnung ist eine besondere und verdiente Anerkennung für eine außergewöhnliche Leistung und spiegelt die hohe Qualität der Straßenmeistereien in Tirol wider“, gratuliert LH Anton Mattle. Auch der für Landesstraßen zuständige LHStv Josef Geisler würdigt den Einsatz der Straßenmeisterei: „Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unserer 14 Tiroler Straßenmeistereien sorgen 365 Tage im Jahr dafür, dass Tirol mobil bleibt und alle Landesteile sicher erreichbar sind. Sie räumen Schnee, sichern Straßen nach Unwettern, beheben Schäden und halten unsere Infrastruktur am Laufen. Die Auszeichnung für die Straßenmeisterei Zams steht stellvertretend für die großartige Arbeit aller rund 400 Mitarbeitenden in ganz Tirol. Sie sind wahre Helden des Alltags.“
Ersatzstraße innerhalb weniger Tage errichtet
Es sind Bilder, die im Kopf bleiben: Ende Juni 2026 verschüttete und unterspülte eine Mure die L 16 Pitztalstraße im Gemeindegebiet von St. Leonhard auf einer Länge von rund 500 Metern. Teile der Straße brachen vollständig weg, vier Brücken wurden zerstört. Die Landesstraße musste zwischen Hairlach und Eggenstall gesperrt werden – das hintere Pitztal war auf dem Straßenweg nicht mehr erreichbar. Zeitweise waren rund 1.000 Menschen von der Außenwelt abgeschnitten.
„Für uns war klar: Jede Stunde zählt. Unmittelbar nach dem Ereignis haben wir mit den Aufräumarbeiten begonnen. Zunächst wurde eine bestehende Umfahrung ertüchtigt – damit konnten zumindest einmal die Eingeschlossenen wieder das Tal verlassen bzw. Waren ins Tal gebracht werden“, berichtet Hartmut Neurauter von der Straßenmeisterei Zams und führt weiter aus: „Weil diese erste Umfahrung jedoch immer nur einspurig mit langen Wartezeiten befahrbar war und für größere Fahrzeuge nicht ausreichte, errichteten wir in kürzester Zeit eine komplett neue Ersatzstraße neben der zerstörten Landesstraße. Damit konnten wir die Erreichbarkeit des hinteren Pitztals wesentlich verbessern und den Verkehr wieder deutlich flüssiger abwickeln.“ Die neue Ersatzstraße ist 110 Meter lang. Für den Bau wurden rund 200 Kubikmeter an Material verwendet.
Perfektes Zusammenspiel als Schlüssel für rasches Handeln
Durch die neue Ersatztrasse konnten die Wartezeiten aufgrund kürzerer Ampelintervalle deutlich reduziert werden. Auch Reisebusse, Lastkraftwagen mit Anhängern sowie Sattelkraftfahrzeuge können das hintere Pitztal wieder erreichen. „Insgesamt waren zehn Mitarbeiter der Straßenmeisterei Zams gemeinsam mit den Feuerwehren des Pitztals, dem Wasserbau des Baubezirksamts Imst, zahlreichen weiteren Einsatzkräften sowie externen Firmen Tag und Nacht im Einsatz. Allein unsere zehn Mitarbeiter haben in der ersten Woche 800 Arbeitsstunden geleistet. Zeitgleich arbeiteten bis zu neun Bagger und eine Vielzahl an Lkw auf der Baustelle. Dieses perfekte Zusammenspiel aller Beteiligten war der Schlüssel für die rasche Wiederherstellung der Verbindung“, erklärt Bernd Stigger, Leiter des Baubezirksamts Imst.
Die Arbeiten an der beschädigten L 16 sowie am Bachbett dauern weiterhin an. „Die Uferböschung ist grundsätzlich gesichert – weitere abschließende Arbeiten sind jedoch noch notwendig. Zudem müssen wir die Landesstraße auf 500 Metern komplett neu errichten. Auch die Bichlbachbrücke wird aktuell von Grund auf neu aufgebaut. Aktuell errichten wir dazu ein völlig neues Fundament. Die endgültige Instandsetzung der Straße wird voraussichtlich Mitte Dezember abgeschlossen sein“, fasst Johannes Monz vom Baubezirksamt Imst die noch ausständigen Arbeitsschritte zusammen. Bis dahin leistet die Ersatzstraße ihren wichtigen Dienst.
Rückgrat der Tiroler Verkehrsinfrastruktur
Die Tiroler Straßenmeistereien betreuen ein insgesamt 2.236 Kilometer langes Landesstraßennetz zwischen rund 400 und 2.000 Metern Seehöhe. Knapp 400 MitarbeiterInnen sorgen täglich dafür, dass die Straßen sicher befahrbar bleiben. „Der Einsatz der Straßenmeistereien ist oft erst dann sichtbar, wenn Außergewöhnliches passiert. Gerade deshalb ist diese Auszeichnung so wertvoll. Sie zeigt, wie wichtig das Know-how, die Einsatzbereitschaft und der Zusammenhalt unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für die Sicherheit und Mobilität in Tirol sind“, betonen LH Mattle und LHStv Geisler abschließend.







