- Neue invasive Arten in Tirol nachgewiesen – einfache Maßnahmen helfen, Ausbreitung zu verhindern
- Informationen unter www.tirol.gv.at/gewaesseroekologie
Mit den steigenden Temperaturen zieht es wieder zahlreiche TirolerInnen und Gäste an die heimischen Seen. Die Gewässer sind wertvolle Lebensräume für zahlreiche heimische Tier- und Pflanzenarten und zugleich wichtige Naturräume für Erholung und Freizeit. Um diese zu schützen, informiert das Land Tirol erneut über invasive Arten und ruft zu einem bewussten Umgang mit Seen und Uferbereichen auf.
„Unsere Seen zählen zu den wertvollsten Naturräumen Tirols. Damit heimische Tier- und Pflanzenarten langfristig erhalten bleiben, braucht es Aufmerksamkeit und das Mitwirken der Bevölkerung. Oft sind es bereits einfache Verhaltensmaßnahmen, die einen wichtigen Beitrag zum Schutz unserer Gewässer leisten“, betont LHStv Josef Geisler.
Neue invasive Arten in Tiroler Seen festgestellt
Gebietsfremde Arten können heimische Lebensgemeinschaften verändern und unter Umständen ökologische Schäden verursachen. In Tirol wurden in den vergangenen Jahren bereits invasive Arten wie die Wandermuschel, der Galizische Sumpfkrebs und der Sonnenbarsch nachgewiesen. Neu hinzugekommen sind das Australische Nadelkraut sowie der Amerikanische Sumpfkrebs.
Viele invasive Arten bleiben zunächst unauffällig, können sich jedoch rasch ausbreiten und heimische Lebensräume verändern. Besonders im Fokus steht weiterhin die Quaggamuschel. Sie wurde in Tirol bislang nicht festgestellt, breitet sich jedoch in Europa stark aus und kann Gewässerinfrastruktur sowie heimische Arten erheblich beeinträchtigen.
Krebspest bleibt Gefahr für heimische Flusskrebse
Der heimische Edelkrebs kommt nur noch in wenigen Tiroler Seen vor und ist durch verschiedene Einflüsse gefährdet. Dazu zählt auch die Krebspest, deren Auftreten im vergangenen Jahr im Achensee nachgewiesen wurde. Ausgelöst wird die Erkrankung durch einen aus Nordamerika stammenden pilzähnlichen Erreger, gegen den heimische Flusskrebse keine natürliche Immunabwehr besitzen. Für die betroffenen Tiere verläuft die Krankheit in der Regel tödlich. Für Menschen und Haustiere besteht hingegen keinerlei Gefahr. Auch die ausgezeichnete Wasserqualität der Tiroler Badegewässer wird durch die Krebspest nicht beeinträchtigt.
Alle können zum Gewässerschutz beitragen
Die Verschleppung invasiver Arten erfolgt oft unbemerkt über Ausrüstung und Freizeitgeräte. Mit wenigen Maßnahmen lässt sich das Risiko deutlich reduzieren:
- Boote, Stand-up-Paddle-Boards, Kanus und Tauchgeräte nach der Nutzung gründlich reinigen und vollständig trocknen lassen.
- Schwimmschuhe, Badesachen, Kescher und Wasserspielzeug vor dem Wechsel in ein anderes Gewässer säubern.
- Tiere und Pflanzen aus Aquarien oder Gartenteichen niemals in der freien Natur aussetzen.
„Ist eine invasive Art einmal etabliert, lässt sie sich kaum mehr zurückdrängen. Umso wichtiger ist Vorsorge und Bewusstsein. Jede und jeder kann dazu beitragen, unsere Seen zu schützen“, so LHStv Geisler.
Weitere Informationen bietet die Broschüre des Landes Tirol „Die Aliens kommen. Gebietsfremde invasive Arten – eine Gefahr für die Tiroler Gewässer“.

