Spatenstich für Katastrophenschutzzentrum Schloss Mentlberg

Startschuss gefallen: Bauarbeiten beginnen

  • Drehscheibe für Krisen- und Katastrophenmanagement soll 2027 fertiggestellt werden
  • Bau wird von TIGEWOSI durchgeführt – Vermietung an Land Tirol 
  • Adaptierung zu modernem Katastrophenschutzzentrum im Einklang mit Denkmalschutz

Es wird künftig die zentrale Drehscheibe für das Krisen- und Katastrophenmanagement in Tirol: Das Katastrophenschutzzentrum (KAT-Zentrum) am Schloss Mentlberg bei Innsbruck. Nach dem Abschluss der Vorarbeiten fiel heute, Dienstag, im Beisein von LH Anton Mattle, LHStv Philip Wohlgemuth und Sicherheitslandesrätin Astrid Mair mit dem symbolischen Spatenstich der offizielle Startschuss für das Bauprojekt. Bis 2027 wird das historische Schloss zu einem modernen Verwaltungs- und Einsatzzentrum umgebaut. Künftig arbeiten dort alle Dienststellen des Tiroler Zentrums für Krisen- und Katastrophenmanagement unter einem Dach. Herzstück wird das neue Landes-Warn- und Lagezentrum.

„Krisen und Katastrophen treffen uns meist plötzlich – aber nicht unvorbereitet. Tirol ist in Sachen Krisen- und Katastrophenmanagement sehr gut aufgestellt, mit vielen Expertinnen und Experten, langjähriger Erfahrung und einer guten Zusammenarbeit zwischen Behörden und Einsatzorganisationen. Mit dem neuen KAT-Zentrum stärken wir die Einsatzfähigkeit, beschleunigen Entscheidungen und erhöhen die Sicherheit der Tiroler Bevölkerung. Kurz gesagt: Dieses Projekt macht Tirol krisenfester“, betont LH Mattle.

Erfahrener Partner zur Umsetzung

Durch kostensparende Anpassungen des Projekts konnten die Gesamtkosten für das Schloss Mentlberg um rund 25 Prozent auf 29,4 Millionen Euro gesenkt werden. Die bauliche Umsetzung erfolgt durch den erfahrenen gemeinnützigen Bauträger TIGEWOSI. Das bedeutet: Die TIGEWOSI errichtet das geplante Gebäude und tritt gegenüber dem Land als Vermieter auf. Mit dem gewählten Modell und der Zusammenarbeit mit der TIGEWOSI will das Land Tirol als gutes Beispiel voran gehen und auch Gemeinden darin bestärken, beim Bau kommunaler Infrastruktur und der Umsetzung von Bauprojekten auf das Knowhow gemeinnütziger Bauträger zurückzugreifen. 

Die TIGEWOSI ist mehrheitlich im Eigentum des Landes und einer der führenden Bauträger in Tirol. Bereits im vergangenen Jahr hat das Land Tirol beschlossen, dass die TIGEWOSI und die Neue Heimat Tirol GmbH (NHT) unter Beteiligung des Landes verstärkt beim Bau von Schulen, Kindergärten, Altenwohn- und Pflegheimen, Blaulichtzentren oder Gesundheitseinrichtungen unterstützen werden (siehe dazu auch die Presseaussendung des Landes vom 23. September 2025). 

Denkmal erhalten und Kosten sparen

Auch auf einer weiteren Ebene ist die Adaptierung des Schloss Mentlbergs zum KAT-Zentrum eine Entlastung für das Landesbudget. Denn nach vielen verschiedenen Nutzungen ist das Jahrhunderte alte Schloss Mentlberg dringend sanierungsbedürftig. Entsprechend hätte es unabhängig von seiner künftigen Verwendung und der Adaptierung zum KAT-Zentrum ohnehin umfassend instandgesetzt werden müssen.

Hochbaureferent LHStv Wohlgemuth erklärt: „Mit dem neuen Katastrophenschutzzentrum schaffen wir eine moderne und leistungsfähige Infrastruktur für den Krisenfall – und das mit Augenmaß. Statt auf der grünen Wiese neu zu bauen, nutzen wir ein bestehendes Landesgebäude, sanieren es umfassend und geben ihm eine wichtige Zukunftsaufgabe. Das ist wirtschaftlich sinnvoll, schont Ressourcen und stärkt gleichzeitig die Sicherheit der Tirolerinnen und Tiroler.“

Das baukulturelle Erbe des denkmalgeschützten Schlosses bleibt dabei erhalten. „Das Schloss Mentlberg bleibt ein markanter Teil des Innsbrucker Stadtbildes. Die historischen Mauern und die Fassade bleiben erhalten. Die Modernisierung findet vor allem im Inneren statt“, so LHStv Wohlgemuth.

Zentrale Drehscheibe des Krisen- und Katastrophenmanagements

Auf rund 2.000 Quadratmetern Nutzfläche werden künftig sämtliche Dienststellen des Tiroler Zentrums für Krisen- und Katastrophenmanagement zusammengeführt – von der Landesgeologie bis zum Lawinenwarndienst. Insgesamt entstehen rund 60 Arbeitsplätze. „Die unterschiedlichen Fachabteilungen unseres Krisen- und Katastrophenmanagements waren bisher auf mehrere Standorte verteilt. Künftig arbeiten sie im KAT-Zentrum Tür an Tür. Das verkürzt Wege, beschleunigt Abstimmungen und stärkt die Zusammenarbeit. Vor allem im Ernstfall gewinnen wir dadurch wertvolle Zeit“, erklärt Sicherheitslandesrätin Mair.

Im Krisen- oder Katastrophenfall besonders wichtig ist das Herzstück des KAT-Zentrums – das 100 Quadratmeter große Landes-Warn- und Lagezentrum (LWLZ). Von hier aus werden tägliche Lagebilder erstellt – von Wetterinformationen bis hin zum aktuellen Zustand von Verkehrs-, Energie- und Krankenhausinfrastrukturen. „Im Ernstfall laufen im LWLZ im Schloss künftig alle vorhandenen Informationen zusammen und werden an die relevanten Stellen verteilt. Ebenfalls von hier aus werden zudem Zivilschutzsirenen oder auch der AT-Alert ausgelöst“, so LRin Mair. Direkt angeschlossen ist der Stabsraum der Landeseinsatzleitung. Dort werden im Krisen- und Katastrophenfall Einsätze koordiniert und zentrale Entscheidungen zum Schutz der Bevölkerung getroffen.

Arbeit im Schloss und unter der Erde

Die nun stattfindenden Arbeiten finden vor allem im Schloss statt. Zudem werden die Fassaden und Fenster saniert. Zeitgleich werden die bestehenden Tragwerksstrukturen ertüchtigt. Als nachhaltige thermische Versorgung wird eine Luftwärmepumpe eingesetzt. „Um das Schloss Mentlberg als KAT-Zentrum autark zu gestalten, installieren wir zudem eine unabhängige Stromversorgung mittels Notstromaggregat. Die Wasserversorgung erfolgt über eine eigene Quelle. Damit kann im Schloss auch im Krisenfall dauerhaft weitergearbeitet werden“, erklärt Edgar Gmeiner, Geschäftsführer der TIGEWOSI. Florian Rangger, ebenfalls Geschäftsführer der TIGEWOSI, ergänzt: „Weitere Arbeiten erfolgen rund um das Schloss. In den südlich angrenzenden Hang werden unterirdisch Lagermöglichkeiten, Technik, Notstromversorgung und die Funkzentrale situiert.“ Insgesamt werden aktuell rund 50 Arbeitskräfte eingesetzt.


KAT-Zentrum Schloss Mentlberg im Überblick

Übersicht Bau 

  • Bauliche Umsetzung: 2026 bis 2027
  • Kostenobergrenze: rund 29,4 Millionen Euro
  • Sanierung + Adaptierung (unter Berücksichtigung des Denkmalschutzes)

Geplante Räumlichkeiten 

  • Modernes Lagezentrum
  • 60 Arbeitsplätze 
  • Stabsraum für Landeseinsatzleitung
  • Lagerräumlichkeiten
  • Schulungsräume + Unterkunftsmöglichkeiten
  • Notstromversorgung + eigene Wasserquelle

Aufgaben KAT-Zentrum

  • Landeseinsatzleitung
  • 24/7 Lageführung
  • Auslösung Zivilschutzalarm und AT-Alert 
  • Lawinenwarnungen und Betreuung Euregio-Lawinenreport 
  • Betreuung Lawinenkommissionen
  • Geologische Untersuchungen
  • Schulungen von Behörden und Einsatzorganisationen
  • Betrieb Behördenfunk 
  • Zivilschutz
  • Rechtsangelegenheiten des Katastrophenschutzes 
  • Förderungen für Einsatzorganisationen

Dienststellen Tiroler Krisen- und Katastrophenmanagement 

  • Abteilung Krisen- und Gefahrenmanagement (mit Fachbereich Landesgeologie und Fachbereich Lawinenwarndienst)
  • Abteilung Leitstellenwesen und Landeswarnzentrale (mit Fachbereich Landeswarnzentrale und Fachbereich Funktechnik) 
  • Abteilung Einsatzorganisationen (mit Landesfeuerwehrinspektor und ärztlicher Leitung des Rettungsdienstes)