- Rekord an unselbstständig Beschäftigten
- Weiterhin werden dringend Fachkräfte gesucht
- Mehr als doppelt so viele Lehrstellenangebote als Lehrstellensuchende
- Attraktivierung der Lehre als Hebel gegen Fachkräftemangel weiterhin im Fokus – Land Tirol setzt mit Masterplan Ausrufezeichen
Tirol behauptet auch im Herbst seine Spitzenposition am österreichischen Arbeitsmarkt: Mit einer Arbeitslosenquote von 4,1 Prozent weist Tirol im September 2026 weiterhin die niedrigste Arbeitslosenquote aller Bundesländer auf. Gleichzeitig erreicht die Beschäftigung einen neuen Höchststand: Rund 361.000 unselbstständig Beschäftigte bedeuten ein Plus von rund 2.000 Personen bzw. 0,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Der Tiroler Arbeitsmarkt zeigt sich damit robust gegenüber internationalen Trends – gleichzeitig bleibt die Sicherung von Fachkräften eine der zentralen Aufgaben der kommenden Jahre. Das zeigt auch der Blick auf die offenen Stellen: Ende September waren beim AMS Tirol 7.339 sofort verfügbare Stellen gemeldet, um 6,5 Prozent mehr als im Vorjahr. Besonders groß ist der Bedarf an jungen Fachkräften. 1.548 offenen Lehrstellen stehen derzeit 596 Lehrstellensuchende gegenüber.
„Tirol ist anders als die anderen Bundesländer. Wir haben die niedrigste Arbeitslosenquote in Österreich. Noch nie gab es so viele unselbstständig Beschäftigte in Tirol wie aktuell. Das ist ein starkes Signal für unseren Wirtschafts- und Arbeitsstandort. Gleichzeitig zeigt die hohe Zahl an offenen Stellen ganz deutlich: Unsere Betriebe brauchen gut ausgebildete Arbeitskräfte“, betont LH Anton Mattle und führt aus: „Deshalb müssen wir dort ansetzen, wo wir langfristig den größten Hebel haben: bei Ausbildung und Qualifizierung. Das Land Tirol unterstützt Menschen mit zahlreichen Angeboten bei ihrer Aus- und Weiterbildung. Der wichtigste Pfeiler gegen den Fachkräftemangel bleibt für mich aber die Lehre. Wer heute in die Lehre investiert, sichert die Fachkräfte von morgen.“ Dazu setzte das Land Tirol erst kürzlich ein Ausrufezeichen: Die Tiroler Landesregierung präsentierte dazu einen Masterplan für die Tiroler Fachberufsschulen – bis 2035 sollen rund 200 Millionen Euro die Modernisierung und Adaptierung der Berufsschulstandorte fließen (mehr dazu in der Pressemitteilung vom 15. September 2026).
Land setzt auf konkrete Maßnahmen für Ausbildung und Fachkräftesicherung
Mit der Ausbildungsbeihilfe für Lehrlinge, der Begabtenförderung sowie der Unterstützung von Lehrlingsprojekten und Berufsorientierungsangeboten setzt das Land gezielte Maßnahmen zur Stärkung der beruflichen Ausbildung. Auch der Aus- und Umbau der Berufsschulen ist ein wichtiger Baustein, um die Qualität und Attraktivität der Lehre weiter zu verbessern. Mit Initiativen wie der Lehrlingsmesse und „Lehrling des Monats“ sollen zudem die vielfältigen Chancen und Karrierewege einer dualen Ausbildung stärker sichtbar gemacht werden.
„Wir müssen die Chancen der Lehre noch stärker vor den Vorhang holen. Eine Lehre ist eine gute Wahl und eine fundierte Ausbildung mit hervorragenden Zukunftsperspektiven. Das muss auch in den Familien und in der Gesellschaft wieder stärker ankommen“, erklärt LH Mattle, für den dabei vor allem das Zusammenspiel von Politik, Wirtschaft und Jugendlichen entscheidend ist: „Als Land schaffen und verbessern wir die Rahmenbedingungen. Die Betriebe bieten Ausbildungsplätze und Perspektiven. Und die Jugendlichen entscheiden letztlich selbst, welchen Weg sie einschlagen. Unser Ziel muss sein, dass möglichst viele junge Menschen die Chancen erkennen, die eine Lehre bietet – und dass unsere Betriebe jene Fachkräfte bekommen, die sie für ihre Zukunft brauchen.“