Tiroler Büchereien: Neuer Entwicklungsplan gibt Orientierung

Tiroler Büchereitag am 10. Oktober steht im Zeichen des neuen Bibliotheksentwicklungsplans

  • 169 öffentliche Büchereien mit rund 2,7 Millionen Entlehnungen und über 77.600 registrierten NutzerInnen
  • „Vernetzt, kompetent, sichtbar“ gibt erstmals strategischen Rahmen für die Weiterentwicklung des öffentlichen Büchereiwesens vor
  • Vier Entwicklungsfelder sollen Strukturen, Räume, Personal und die Sichtbarkeit der Büchereien stärken
  • Jahr des Ehrenamts: 1.500 Freiwillige im Büchereiwesen tätig

Die öffentlichen Büchereien sind in vielen Tiroler Gemeinden ein wichtiger Teil des Bildungs- und Kulturangebots. 169 öffentliche Büchereien, mehr als 77.600 registrierte NutzerInnen und rund 2,7 Millionen Entlehnungen im Jahr zeigen die Bedeutung des Büchereiwesens. Beim Tiroler Büchereitag am Samstag, 10. Oktober, steht daher die Frage im Mittelpunkt, wie sich die Büchereien in den kommenden Jahren weiterentwickeln können.

Unter dem Motto „Büchereien entwickeln“ laden das Land Tirol, die Diözese Innsbruck und die Universitäts- und Landesbibliothek Tirol zum jährlichen Branchentreffen in die Universitäts- und Landesbibliothek Tirol in Innsbruck ein. Vorgestellt wird dort auch der neue Bibliotheksentwicklungsplan des Landes „Vernetzt, kompetent, sichtbar“. Er schafft erstmals einen gemeinsamen strategischen Rahmen für das öffentliche Büchereiwesen in Tirol.

Grundlage sind Erfahrungen aus den Büchereien

Der Entwicklungsplan baut auf einer landesweiten Befragung aller öffentlichen Einrichtungen Ende 2024 auf. Die Rückmeldungen zeigen ein gut vernetztes Büchereiwesen mit vielen engagierten MitarbeiterInnen. Gleichzeitig wurden Bereiche sichtbar, in denen Weiterentwicklung notwendig ist. Dazu zählen die personelle Situation, die Gewinnung neuer NutzerInnen, steigende Kosten sowie die Sichtbarkeit und gesellschaftliche Anerkennung der Bibliotheksarbeit.

„Unsere öffentlichen Büchereien leisten einen wichtigen Beitrag zu Bildung und Leseförderung und sind Orte, an denen Menschen zusammenkommen. Gerade für Kinder und Jugendliche ist der Zugang zu Büchern und Wissen von großer Bedeutung. Mit dem neuen Bibliotheksentwicklungsplan wollen wir gemeinsam mit den Büchereien und ihren Trägern den Blick auf die nächsten Jahre richten und konkrete Orientierung für die weitere Entwicklung geben“, sagt Bildungslandesrätin Cornelia Hagele.

Auf Basis der Umfrageergebnisse und der Gespräche mit Fachstellen und erfahrenen BibliothekarInnen wurden vier Entwicklungsfelder festgelegt:

  • Strukturen und Vernetzung: Zusammenarbeit stärken und das Tiroler Büchereiwesen langfristig absichern. 
  • Räume und Angebote: Büchereien zu zeitgemäßen, inklusiven Lern- und Begegnungsorten weiterentwickeln. 
  • Personal und Kompetenz: Qualifizierung und Rahmenbedingungen für haupt-, teilberuflich und ehrenamtlich Tätige verbessern.
  • Relevanz und Sichtbarkeit: Die Bedeutung der Büchereien für Bildung, Kultur und gesellschaftliche Teilhabe stärker sichtbar machen.

„Der Entwicklungsplan soll kein Papier sein, das in der Schublade verschwindet. Er soll Büchereien und ihren Trägern als Wegweiser für die nächsten Jahre dienen. Deshalb haben wir dem Plan auch einen Werkzeugkasten mit Checklisten für die Praxis beigefügt. Die Checklisten zeigen auf, wie sich etwa Strukturen und Vernetzung stärken, Räume und Angebote weiterentwickeln oder Personal und Kompetenzen gezielt fördern lassen“, erklärt Melanie Wiener, Vorständin der Abteilung Kultur des Landes Tirol.

1.500 Menschen engagieren sich ehrenamtlich

Eine besondere Bedeutung kommt dem Ehrenamt zu. Mehr als 1.500 Menschen engagierten sich 2025 freiwillig in Tirols öffentlichen Büchereien. Das entspricht rund 92 Prozent der dort tätigen Personen. Der Entwicklungsplan berücksichtigt daher auch die Rahmenbedingungen für ehrenamtlich Tätige und die gesellschaftliche Anerkennung der Bibliotheksarbeit.

Büchereitag zeigt konkrete nächste Schritte

Wie sich Büchereien zukunftsfit weiterentwickeln lassen und welche Rolle sie für die Gemeinden spielen, steht auch beim diesjährigen Tiroler Büchereitag im Mittelpunkt. Am Samstag, 10. Oktober 2026, finden von 9.30 bis 15.30 Uhr in der Universitäts- und Landesbibliothek Tirol ein Impulsvortrag von Gerda Böck-Magos (Salzburger Bildungswerk), mehrere Workshops und Vernetzungsprogramme bei eigenen Thementischen statt. Im Mittelpunkt stehen bibliotheksbezogene Inhalte wie Jugend, Ehrenamt, Räumlichkeiten, Vernetzung und Finanzierung.

Für die Teilnahme ist eine Anmeldung erforderlich. MedienvertreterInnen sind herzlich willkommen.

Am 26. November 2026 wird der Bibliotheksentwicklungsplan zudem den TrägerInnen der öffentlichen Büchereien vorgestellt und die weiteren Schritte für die Weiterentwicklung präsentiert. Für die Informationsveranstaltung ist eine Anmeldung erforderlich.