Tiroler Landespreis für Kunst 2026 geht an den renommierten Architekten Rainer Köberl

Landespreis für Kunst als höchste Auszeichnung im Kulturbereich mit 14.000 Euro dotiert

  • Tiroler Landesregierung beschloss heute den Preisträger
  • Maßstäbe gesetzt: Köberls „Handschrift“ in Tirols Baukultur 
  • Verleihung erfolgt beim Fest der Kultur in Innsbruck

Der Tiroler Architekt Rainer Köberl wird für sein herausragendes Lebenswerk mit dem Tiroler Landespreis für Kunst 2026 ausgezeichnet. Das gibt Kulturreferent LH Anton Mattle nach dem heute, Dienstag, gefassten Beschluss der Tiroler Landesregierung auf Empfehlung einer Fachjury bekannt. Die höchste Auszeichnung des Landes im Kulturbereich ist mit 14.000 Euro dotiert und wird seit 1984 jährlich vergeben. Die feierliche Preisverleihung findet im Herbst beim Fest der Kultur im Haus der Musik in Innsbruck statt.

„Rainer Köberl hat mit seinem architektonischen Schaffen und seinem gesellschaftlichen Engagement maßgeblich zur Baukultur und zur Lebensqualität in Tirol beigetragen. Sein Weitblick, seine Beharrlichkeit und sein Einsatz für soziale und städtebauliche Belange sind beispielhaft. Für dieses langjährige, vielseitige Wirken gebührt ihm großer Dank und Anerkennung“, würdigt Kulturreferent LH Mattle den Preisträger. Auch LHStv Philip Wohlgemuth gratuliert: „Baukultur entscheidet ganz wesentlich darüber, wie wir in Zukunft zusammenleben. Es geht um Lebensqualität und um die Frage, wie wir unsere Gemeinden und Städte für kommende Generationen gestalten. Baukultur muss viele Aspekte verbinden – darunter Klimaschutz und der verantwortungsvolle Umgang mit begrenzter Fläche. Dafür braucht es Erfahrung verbunden mit Innovation und Vision. Das bringt Rainer Köberl mit – ein Visionär der Baukultur, dessen international gesammelte Erfahrungen bis heute Tirol prägen. Ich gratuliere zur Auszeichnung.“

Rainer Köberl, geboren 1956 in Innsbruck, studierte Architektur an der TU Innsbruck und am Technion in Haifa (Israel). Seit 1993 führt er ein eigenes Atelier in Innsbruck. Er war in Lehre und Forschung an den Universitäten Innsbruck und Wien tätig und wirkte als Gründungsbeirat und Dozent an der Akademie für Design in Bozen (Südtirol). 2002 und 2004 nahm er an der Architekturbiennale in Venedig (Italien) teil.

Engagiert, neugierig und konsequent 

Die Jury würdigt Köberl als mehrfach ausgezeichneten Architekten, der nicht nur durch seine Bauwerke, sondern auch durch seine intensive Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen und stadtplanerischen Fragen hervorsticht. Auch mit 70 Jahren bleibt er engagiert, neugierig und konsequent in seinem Wirken. Die Begründung der Jury lautet zusammenfassend wie folgt: „Rainer Köberl hat als Architekt ein vielseitiges Werk geschaffen. Bereits sein erstes Bauwerk, das Treibhaus in Innsbruck (1986), das er in Zusammenarbeit mit Gerhard Manzl und Raimund Rainer plante, wurde zur lokalen Architektur-Ikone. Es folgten zahlreiche bedeutende Projekte, darunter das Übergangswohnhaus DOWAS, das Alten- und Pflegeheim Nofels, mehrere MPREIS-Märkte – darunter eine Nominierung für den Mies-van-der-Rohe-Preis –, der Umbau des Adambräus für das Archiv für Bau.Kunst.Geschichte der Universität Innsbruck und dem aut. Architektur und tirol sowie die BTV Bankfiliale in Dornbirn und verschiedene öffentliche Bauten und Sanierungen. Köberl zeichnet sich durch einen städtebaulich und gesellschaftlich engagierten Ansatz aus, wie sein Beitrag zur Architekturbiennale 2002 zeigt, bei dem er eine Öffnung des Areals für die Nachbarschaft vorschlug. Neben seiner Bautätigkeit kuratierte er Ausstellungen, arbeitete an Fachpublikationen mit und verfasst regelmäßig Texte, in denen er die Bedeutung kleiner, oft übersehener Projekte hervorhebt.“

Tiroler Landespreis für Kunst

Der Tiroler Landespreis für Kunst wird seit 1984 jährlich als Anerkennung hervorragender künstlerischer Leistungen als Würdigung eines Gesamtwerkes oder außergewöhnlicher Einzelleistungen verliehen. Im Vorjahr erhielt der Tiroler Komponist Johannes Maria Staud die Auszeichnung.


Kurzmeldungen aus der Regierungssitzung

Digitale Rückmeldungen bei Verwaltungsstrafverfahren – wöchentliches Update „Vereinfachung & Entbürokratisierung“: Wer Verkehrsregeln missachtet, erhält vielfach eine „Lenkererhebung“. Betroffene erhalten dazu ein Schreiben vonseiten der Behörde, in dem sie dazu aufgefordert werden, Daten bekanntzugeben. Das erfolgt in den allermeisten Fällen bereits digital – inkl. QR-Code und vorbefülltem Formular. Wer allerdings aufgrund von unzureichender Ladegutsicherung mit einer Lenkererhebung konfrontiert war, musste analog die Daten bekannt geben. Diese Lücke wird nun geschlossen – künftig ist dies auch einfach und digital per E-Mail möglich. „Jeder Schritt, der Verfahren oder Behördengänge für die Bürgerinnen und Bürger vereinfacht, ist ein wichtiger. Dafür ist der Tirol Konvent da: um die Verwaltung zu modernisieren, zu digitalisieren und zu vereinfachen – und bestehende Digitalisierungslücken zu schließen. Der Tirol Konvent ist in Summe viel mehr als seine Teile: Seit über einem Jahr wird wöchentlich zu Entbürokratisierungsmaßnahmen berichtet – zahlreiche Verbesserungen, die der gesamten Bevölkerung zugutekommen“, betont LH Anton Mattle

Aberkennung Landesauszeichnung: Die Tiroler Landesregierung beschloss heute, Dienstag, die Aberkennung des Verdienstkreuzes der ehemaligen Leiterin des ehemaligen Mädchenheims Martinsbühel. Auf Basis des Tiroler Landes-Auszeichnungsgesetzes wurde festgestellt, dass die Voraussetzungen für die Aberkennung des im Jahr 1972 verliehenen Verdienstkreuzes des Landes Tirol vorliegen. Die vorliegenden Berichte und die Stellungnahme durch das Tiroler Landesarchiv sowie der Bericht über erlebte Gewalt in Martinsbühel dokumentieren Vorwürfe physischer, psychischer sowie sexualisierter Gewalt gegenüber den dort zur Betreuung überlassenen Kindern durch die Genannte. Mit Vornahme der Feststellung des Vorliegens der Aberkennungsvoraussetzungen durch die Tiroler Landesregierung gilt die Auszeichnung damit als widerrufen.