- Umbau und Erweiterung nach klimaaktiv-Standard im Frühjahr 2026 abgeschlossen – Umsetzung erfolgte in Holzmassivbauweise
- Kontrollstelle Radfeld bietet moderne Infrastruktur für Schwerverkehrskontrollen
- Tiroler Nachhaltigkeits- und Klimastrategie: Land Tirol setzt bei Gebäuden auf nachhaltige Bauweise und Ausbau von PV-Anlagen
Im Frühjahr 2026 wurden die Bauarbeiten an der Kontrollstelle Radfeld abgeschlossen – durch den Umbau wurde das Platzangebot für die Polizeikräfte erweitert und das Gebäude auf den neuesten Stand gebracht. Die nachhaltige und klimafitte Bauweise des Gebäudes wurden nun mit der Bundesauszeichnung „klimaaktiv – Nachhaltiges Bauen und Sanieren“ gewürdigt – im europäischen Vergleich eines der anspruchsvollsten und erfolgreichsten Gütesiegel für nachhaltiges Bauen. Der klimaaktiv-Gebäudestandard ist ein österreichisches Qualitäts- und Gütesiegel für nachhaltiges Bauen und Sanieren, das im Rahmen der gleichnamigen Klimaschutzinitiative des Bundes entwickelt wurde. Hochbaulandesrat LHStv Philip Wohlgemuth freut sich über die Auszeichnung: „Ob Neubau oder Sanierung – das Land Tirol setzt im Gebäudebereich auf nachhaltige Bauweise und Klimaschutz. Es freut mich, dass das Engagement der am Umbau beteiligten Landesabteilungen nun ausgezeichnet wurde.“ Ein weiteres aktuelles Projekt des Landes, das nach klimaaktiv-Standard umgesetzt wurde, ist das neue Wirtschafts- und Versuchsgebäude am Gutshof der LLA Imst.
In der Tiroler Nachhaltigkeits- und Klimastrategie ist im Bereich „Gebäude und Raumordnung“ unter anderem festgelegt, dass der Anteil ökologischer und energieeffizienter Gebäude unter Berücksichtigung regionaler Ressourcen erhöht und die Landesverwaltung nachhaltig und klimaneutral ausgerichtet werden soll. Landeseigne Immobilien werden bei Neubau oder Sanierung nach klimaaktiv-Standard umgesetzt, mit einer PV-Anlage ausgestattet und Maßnahmen für die Senkung des Energieverbrauchs gesetzt.
Moderne Arbeitsinfrastruktur für Schwerverkehrskontrollen
Die Kontrollstelle Radfeld besteht bereits seit Anfang der 2000er-Jahre als wesentlicher Pfeiler in Tirols Kontrollinfrastruktur für Schwerverkehr. Unterstützt wird die Polizei bei den Kontrollen von technischen MitarbeiterInnen des Landesdienstes und der ASFINAG. Insgesamt wurden in Tirol im Jahr 2025 rund 87.000 Arbeitsstunden durch die Polizei für Lkw-Kontrollen geleistet und rund 68.000 Übertretungen geahndet. „In Radfeld haben wir durch die moderne Gestaltung ein angenehmes Arbeitsumfeld und hochwertige Aufenthalts- und Pausenräume geschaffen. Das Gebäude ist nun fit für eine klimaschonende und energieeffiziente Zukunft. Ich danke allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die an der Planung und Errichtung beteiligt waren“, so Klimaschutz- und Verkehrslandesrat René Zumtobel, der betont: „Wir haben in Tirol sehr strenge Maßnahmen für den Schwerverkehr, Lkw müssen in Tirol jederzeit mit einer Kontrolle rechnen. Die Missachtung der Lkw-Fahrverbote, technische Mängel, falsche Ladungssicherung oder die Übertretung der Lenkzeiten bedeuten oft auch Sicherheitsrisiken für andere Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmer. Stetige Kontrollen entlang der Autobahn sowie am Landesstraßennetz sind wesentlich, um die Sicherheit auf Tirols Straßen zu gewährleisten und dafür brauchen wir eine modern ausgestattete Kontrollinfrastruktur.“
Holzmassivbauweise, Wärmepumpe, PV-Anlage und Recyclingbeton
Der Um- und Zubau der Kontrollstelle Radfeld wurde entsprechend der Tiroler Nachhaltigkeits- und Klimastrategie nach dem klimaaktiv-Standard umgesetzt. Dazu gehören unter anderem eine Photovoltaikanlage auf dem Dach sowie die Beheizung des Gebäudes mittels Wärmepumpe. Die neuen Räumlichkeiten wurden in Holzmassivbauweise umgesetzt und bieten ausreichend Platz für die gestiegenen Anforderungen bei Schwerverkehrskontrollen. Die Erweiterung verbindet zeitgemäße Architektur mit energieeffizienter und ressourcenschonender Bauweise. Eine hochwertige schallschützende Gebäudehülle mit Zellulosedämmung, der Einsatz von Recyclingbeton und eine hybride Konstruktion aus Beton und Holz bilden die Grundlage für niedrigen Energiebedarf und nachhaltige Bauweise. Die hinterlüftete Fassade aus Restmaterial der Glasfaserbetonproduktion erfüllt die für Polizeigebäude notwendige Schusssicherheit und fügt sich optisch gut in den Bestand ein. Ergänzend wurden die technischen Voraussetzungen für E-Ladestationen geschaffen. Das Land Tirol investierte rund 3,5 Millionen Euro in den Umbau.
Über den klimaaktiv-Gebäudestandard
Der klimaaktiv-Gebäudestandard definiert höchste Anforderungen im Bereich Energieeffizienz und ist ein Leitfaden für umfassend nachhaltige Gebäude. Zertifizierte Gebäude werden bei einer Auszeichnungsveranstaltung prämiert. Der klimaaktiv-Gebäudestandard basiert auf einem Kriterienkatalog, der wesentliche Aspekte nachhaltigen Bauens umfasst. Dazu zählen unter anderem Klimawandelanpassung, Standort, Energieeffizienz, Ressourcen und Kreislaufwirtschaft sowie Komfort und Gesundheit. Er ist als Gütesiegel für nachhaltige Gebäude etabliert und wird bei Förderprogrammen als Qualitätsnachweis herangezogen.



