Kaum ein Element prägt das Leben so nachhaltig wie Wasser. Seit Jahrmillionen formt es Landschaften, zieht Grenzen – und überwindet sie zugleich. Wasser ist Lebensgrundlage und Bedrohung, Teil der Kultur und immer wieder Anlass für Konflikte.
Ab sofort können BesucherInnen im Infopoint der Euregio Tirol-Südtirol-Trentino in Innsbruck in die Geschichte und Gegenwart der Gewässer der drei Landesteile eintauchen. Das neue Kapitel „Der Atlas Tyrolensis & die Wasser Tirols“ wurde heute, Montag, als zehnter Teil der interaktiven Euregio-Ausstellung eröffnet.
Tirols LHStv Josef Geisler, unter anderem zuständig für Wasserwirtschaft, Energie und Sicherheit, betonte bei der Eröffnungsfeier die zentrale Rolle der Gewässer im Herzen der Alpen: „Wasser ist weit mehr als eine natürliche Ressource – es ist Ursprung von Leben, Motor unserer Wirtschaft und ein verbindendes Element über Grenzen hinweg. Die Ausstellung macht sichtbar, wie sehr Wasser unsere Geschichte, unsere Identität und unsere Zukunft prägt. Gerade in Zeiten des Klimawandels müssen wir dieses wertvolle Gut gemeinsam schützen und verantwortungsvoll nutzen.“
In enger Zusammenarbeit mit der Universität Innsbruck wird der historische Teil der Euregio-Ausstellung schrittweise erweitert. Brigitte Truschnegg, Dekanin der Philosophisch-Historischen Fakultät, sieht darin „eine hervorragende Gelegenheit: Indem wir fundierte Erkenntnisse lebendig erzählen, machen wir Wissenschaft einem breiten Publikum zugänglich. Gleichzeitig stärken wir das Bewusstsein für die große historische Bedeutung des gemeinsamen Wassernetzes und seine zentrale Rolle für Vergangenheit und Zukunft.“
Zweite Ausstellung aus Jubiläum „250 Jahre Atlas Tyrolensis“
Nach dem Kapitel „Gletscher“ ist „Wasser“ das zweite Thema, das aus dem Jubiläum „250 Jahre Atlas Tyrolensis“ im Jahr 2024 hervorgegangen ist. Wie Universitätsprofessor Kurt Scharr und Dozent Georg Neuhauser vom Institut für Geschichtswissenschaften und Europäische Ethnologie berichteten, beleuchtet der neue Ausstellungsteil das von Peter Anich und Blasius Hueber kartierte Netz aus Flüssen, Bächen und Seen. Im Mittelpunkt stehen deren Bedeutung für Landschaft, Orientierung und regionale Identität sowie die Veränderungen durch menschliche Eingriffe. Thematisiert werden Flussregulierungen und Stauseen ebenso wie Wasserreichtum und Wasserkraft als Ressourcen für Gesellschaft und Wirtschaft.
Öffnungszeiten
Die Euregio-Ausstellung ist während der Öffnungszeiten (Montag bis Donnerstag von 9 bis 12 Uhr und 14 bis 17 Uhr sowie freitags von 9 bis 12 Uhr) für alle zugänglich. Mit bewährten technischen Mitteln werden die Inhalte anschaulich präsentiert: Zwei Bildschirme mit Zeitstrahl und taktilen Suchlupen ermöglichen es, Ereignisse und Orte historisch und geographisch einzuordnen – und das auf Deutsch, Italienisch, Ladinisch und Englisch. Führungen sind unter Terminvereinbarung buchbar.

