Wenn die Wiese der Hitze nicht mehr standhält

Land Tirol unterstützt landwirtschaftliche Betriebe bei der Verbesserung

  • 300.000 Euro stehen 2026 zur Verfügung
  • Gefördert wird auch die Nachsaat in Eigenmechanisierung

Tirol ist geprägt von Grünland. Für die heimischen Rinder- und Milchviehbetriebe sind leistungsfähige Wiesen daher eine zentrale Grundlage: Was auf den Wiesen wächst, entscheidet wesentlich über Qualität und Menge des verfügbaren Grundfutters. Gleichzeitig machen sich Trockenheit und Hitze auch in Tirols Grünlandbeständen zunehmend bemerkbar. Wo die Grasnarbe ausdünnt und Lücken entstehen, sinken Ertrag und Futterqualität.

Hier setzt das Land Tirol mit einer neuen Förderaktion an. 300.000 Euro stehen 2026 zur Verfügung, um durch Trockenheit geschädigte Grünlandbestände zu verbessern und sie gleichzeitig widerstandsfähiger für die Zukunft zu machen. Gefördert wird die Nachsaat mit entsprechendem, standortangepasstem Qualitätssaatgut. 

Ziel ist nicht nur die kurzfristige Wiederherstellung geschädigter Bestände, sondern vor allem die Entwicklung klimafitter, leistungsfähiger und langfristig stabiler Grünlandbestände. „Wir müssen vorausschauend handeln und unsere Landwirtschaft fit für die kommenden Jahre machen. Trockenheit und Hitze setzen dem Grünland zunehmend zu. Genau deshalb unterstützen wir die Tiroler Bäuerinnen und Bauern dabei, geschädigte Bestände jetzt zu verbessern und gleichzeitig auf standort- und nutzungsangepasste Pflanzenbestände zu setzen“, erklärt LHStv Josef Geisler. „Das ist eine Investition in die Futterqualität, in stabile Erträge und damit in die Zukunft unserer Grünlandwirtschaft.“

Aus Erfahrungen früherer Jahre

Die jetzige Maßnahme knüpft an ein bereits erprobtes Förderprogramm an. In den Jahren 2020 und 2021 wurde das Programm „Klimafittes Grünland“ ins Leben gerufen. Mehr als 1.000 landwirtschaftliche Betriebe nutzten damals die Möglichkeit und säten über den Maschinenring auf rund 3.100 Hektar Wiesen trockenheitsresistente Grünlandpflanzen nach.

Auf diesen Erfahrungen baut die aktuelle Förderung auf. Gleichzeitig wurde die Maßnahme weiterentwickelt: Neu ist, dass auch die Nachsaat in Eigenmechanisierung förderfähig ist. Damit können Betriebe die Arbeiten auch mit eigener geeigneter Technik durchführen. Die Antragstellung, auch in Eigenmechanisierung, erfolgt ausnahmslos über den Maschinenring. Anträge können ab sofort bis 30. September 2026 gestellt werden. Förderfähige Maßnahmen können bereits seit 1. August 2026 berücksichtigt werden.

Gute Wiese, gutes Futter

Für Tirol als überwiegendes Grünlandgebiet ist die Qualität der Wiesen wesentlich. Eine möglichst dichte und leistungsfähige Grasnarbe bildet die Grundlage für die Produktion von hochwertigem Grundfutter. Gerade angesichts längerer Trockenperioden geht es daher darum, die Futterversorgung der Betriebe möglichst stabil zu halten.

Mit der gezielten Nachsaat soll der Pflanzenbestand widerstandsfähiger werden und auch unter schwierigeren Bedingungen ausreichend Ertrag liefern. „Wir investieren damit nicht nur in die Wiesen von heute, sondern in die Futtergrundlage der Tiroler Landwirtschaft von morgen“, so Geisler.

Die Unterstützung des Landes ergänzt dabei bestehende Maßnahmen des Bundes. „Bei entsprechender Nachfrage, werde ich alles daransetzen, das Programm ‚klimafittes Grünland‘ im Sinne des Klimaschutzes und der Versorgungssicherheit auch im kommenden Jahr wieder anzubieten“, stellt LHStv Josef Geisler in Aussicht.


Factbox – Förderung auf einen Blick:

Trockenheits- und anderweitig geschädigte Dauergrünlandbestände sollen verbessern und für die künftigen Anforderungen fit gemacht werden.

Im Fokus stehen:

  • Dichte Grasnarbe: Lücken in durch Dürre oder Engerlinge geschädigten Beständen schließen
  • Passender Pflanzenbestand: standort- und nutzungsangepasste, trockenheitsresistentere Grünlandpflanzen fördern
  • Besseres Grundfutter: Qualität und Ertrag der Wiesen verbessern und damit die eigene Grundfutterversorgung stärken
  • Weniger Zukauffutter: Mehr wirtschaftseigenes Futter stärkt die betriebliche Kreislaufwirtschaft
  • Erosionsschutz: Eine geschlossene Grasnarbe schützt den Boden und erhöht die Bearbeitungssicherheit

Was wird gefördert?

Nachsaat und umbruchlose Neuansaat von Dauergrünlandbeständen mit der Umkehrfräse. Auch Nachsaaten in Eigenleistung sind förderfähig.

Antragstellung:

Ausschließlich über den Maschinenring Tirol bzw. die jeweilige Regionalstelle.

Frist:

Anträge können ab sofort bis 30. September 2026 gestellt werden. Förderfähige Maßnahmen können bereits seit 1. August 2026 berücksichtigt werden.

Förderungsvoraussetzungen und Abwicklung:

  • Verwendung von standort- und nutzungsgerechte Qualitätsmischungen (ÖAG-Qualität oder Mischungen nach dem österreichischen Mischungsrahmen)
  • Nach Maßgabe der Verfügbarkeit von Landesmitteln erfolgt die Förderung durch Gewährung eines Zuschusses je ha verbesserter Grünlandfläche. Der Zuschuss je ha beträgt für Nachsaat bzw. umbruchslose Neueinsaat 220,-
  • Antragstellung mit Flächenangabe ausschließlich direkt beim Maschinenring Tirol (MR Service) bzw. der jeweiligen Regionalstelle bis spätestens 30. September 2026.
  • Unterstützt werden auch Nachsaaten in Eigenmechanisierung bzw. durch Maschinengemeinschaften; die Antragstellung und Abrechnung erfolgen ebenfalls ausschließlich durch den Maschinenring Tirol.
  • Bereits durchgeführte Nachsaaten können auch rückwirkend bis 1.8.2026 gefördert werden, wenn die Fördervoraussetzungen vorliegen (Antragstellung und Vorlage von Saatgut-Rechnungen erforderlich)
  • Teilnahme an einer Bildungsmaßnahme des LFI Tirol zur Grünlandbewirtschaftung