Emissionskataster

Industrieschlote
Kaminfeuer
Autobahnverkehr
Erntemaschine

Emissionskataster Tirol

Der Emissionskataster für das Bundesland Tirol nach § 9 IG - L ( Immissionsschutzgesetz - Luft) wurde erstmals für das Basisjahr 2005 erstellt. Die erste Aktualisierung der Sektoren Gewerbe & Industrie, Hausbrand, Verkehr und Landwirtschaft und somit die erste Fortschreibung fand für das Jahr 2010 statt.

Nach einer umfangreichen Neuerung der Emissionskatasteranwendung des Landes Tirol steht nun mit  emikat.at ein szenariofähiges Emissionsdatenmanagementsystem zur Verfügung, welches eine Vielzahl von verschiedensten Emissionsausdarstellungen ermöglicht. Diese reichen von kartographischen Darstellungen über Tabellenauswertungen bis hin zu Szenarienberechnungen ("Was-wäre-wenn...?"-Situationen). Der Emissionskataster erfüllt vorwiegend die folgenden Aufgaben:

  • Der Erfassung der wichtigsten anthropogenen (durch den Menschen verursachte) Emissionen in einem räumlich (GIS) und zeitlich (Bezugsjahr) gegliederten Verzeichnis.
  • Der Bereitstellung von Emissionsdaten für Entscheidungsprozesse in der Verwaltung zur Verringerung von Luftschadstofffrachten und zum besseren Verständnis von Ursache, Quelle, Ausmaß und Wirkung von Emissionen und der Wechselwirkung mit Immissionen.
  • Projektbezogene Datenauswertungen für Energie- und Umweltmasterpläne wie z. B.  SINFONIA

Konkret dient der Emissionskataster Tirol innerhalb der Verwaltung als Grundlage für folgende Aufgaben:

  • Ausarbeitung von Maßnahmenprogrammen nach § 9a IG - L (Immissionsschutzgesetz - Luft)
  • Entscheidungshilfe in Verwaltungsverfahren
  • Umweltschutzmaßnahmen im Kompetenzbereich des Landes

Milchkuh auf einer Weide
Österreich, Linz, Industriegebiet
Getreidefeld mit Weizen bei der Ernte
Verkehrsstau

Emissionsquellen

Der Emissionskataster Tirol umfasste bisher die folgenden vier Hauptsektoren von Emissionsquellen:

Die künftigen Betrachtungen im Emissionskataster Tirol richten sich nicht mehr nach diesen 4 Hauptsektoren, sondern nach Emittenten- oder Verursachergruppen (ainkl. Emissionssenken). Dazu gehören im Wesentlichen

  • Alle Arten von Verbrennungs- und sonstigen Anlagen (z. B. Raumwärmeanlagen, Heiz(kraft)werksanalgen, Lösungsmittelanlagen, Mineralrohstoffanlagen)
  • Flächen- und Linienverkehr, (aufgespalten nach versch. Fahrzeugspezies wie z. B. Pkw und Lkw)
  • Bahnstrecken (Diesel- und nicht-Dieselstrecken)
  • Luft- und Schiffsverkehr
  • CO2-Senke Wald
  • Landwirtschaft (landwirtschaftl. Tierhaltung und Emissionsfrachten aus dem Einsatz landwirtschaftlich genutzter Fahrzeuge)

Diese Einteilung ermöglicht wesentlich detaillierter aufgespaltene Darstellungen von Emissionsspezies, z. B. nach  ÖNORM M 9470,  ÖNACE oder SNAP. Weitere, räumliche Aufteilungen nach dem gesamten Bundesland, politischen Bezirken, Gemeinden, Zählsprengeln oder im 250-m-Raster komplettieren die Möglichkeiten der Visualisierung von Emissionsfrachten.


Verschiedene Formeln und Symbole chemischer Verbindungen

Erfasste Luftschadstoffe

Mit dem Emissionskataster Tirol wird es ermöglicht, Emissionsfrachten entweder als Ganzjahresfrachten oder als Monatswerte auszuweisen. Mit der Implementierung des neuen Emissionsdatenmanagementsystems  emikat.at ist auch die Palette der bilanzierten Luftschadstoffe erweitert worden. Es können nun - in Abhängigkiet der jeweiligen emissionsverursachenden Spezies - folgende Luftschdstoffe bilanziert werden:


Frau im Buero
Computertastatur
Hand mit Computertastatur
Computertastatur

Erhebung 2010

Für den Sektor Gewerbe und Industrie wurde für das Basisjahr 2005 eine Erhebung durchgeführt, welche für das erste Fortschreibungsjahr 2010 aktualisiert wurde. Hier finden Sie die Erhebungsunterlagen zur Emissionskatastererhebung 2010 des Emissionskatasters Tirol.

Zukünftige Erhebungen zur Aktualisierung des Emissionskatasters

Die künftigen Erhebungen zum Zweck der Aktualisierung des Emissionskatasters nach § 9 IG - L laufen elektronisch und online ab. Dabei wird jeweils eine Emittentengruppe erhoben, z. B. die Sachgütererzeugung oder die Beherbergungsbetriebe.

Befragt wird zu verschiedenen, emissionsrelevanten betrieblichen Vorgängen, Tätigkeiten und technischen Einrichtungen. Bei vielen Betrieben ist jedoch die Raumwärmebereitstellung und die Bereitung des Warmwassers der zentrale, emissionsrelevante Vorgang. Deshalb ist die Angabe aller Daten, welche mit der Beheizung und Warmwasserbereitung des entsprechenden Betriebes zu tun haben, vielfach der wichtigste Punkt der Befragung.

Daneben werden auch Fragen zur weiteren Energieversorgung (elektrischer Strom) gestellt, die von ebenso großer Bedeutung sind. Mehr zu den künftigen befragungen zum Emissionskataster nach § 9 IG - L finden Sie hier.


Symbolbild Rechtssprechung
Richterhammer
Symbolbild Recht
Das Zeichen für Paragraph

Berührte Rechtsmaterien

Die nachfolgenden Rechtsmaterien stehen im näheren Zusammenahng mit dre Erstellung eines Emissionskatasters bzw. geben Auskunft über Informationen, welche wichtige Inputgrößen für einen Emissionskataster darstellen:

Immissionsschutzgesetz - Luft

Das  Immissionsschutzgesetz Luft (IG-L, BGBl. I Nr. 115/1997 i. d. G. F.) sieht in § 9 die Erstellung und periodische Aktualisierung eines Emissionskatasters vor. Dieser stellt ein räumlich und zeitlich gegliedertes Verzeichnis aller in Frage kommenden Emittenten und Emittentengruppen dar. Nähere Bestimmungen zur Emissionskatastererstellung finden sich in der Emissionskatasterverordnung, BGBl. II Nr. 214/2002.

Emissionskatasterverordnung

Die  Emissionskatasterverordnung (EMIKAT-VO, BGBl. II Nr. 214/2002 i. d. g. F.) ist die Rechtsvorschrift, auf der die genauere Erstellung eines Emissionskatasters beruht. Etwa werden räumliche Auflösungen hinsichtlich der Darstellungen von Emissionsfrachten in dieser Verordnung ebenso geregelt wie die Aktualisierung von Emissionsdaten.

Emissionsschutzgesetz für Kesselanlagen

Das  Emissionsschutzgesetz für Kesselanlagen(EG-K, BGBl. I Nr. 127/2013 i. d. g. F.) ist jenes Gesetz, welches zu allen emissionstechnischen Fragen hinsichtlich Dampfkessel, Gasturbinen und Gasmotoren Aukunft gibt.

Feuerungsanlagenverordnung

Die  Feuerungsanlagenverordnung (FAV, BGBl. II Nr. 331/1997 i. d. g. F.) stellt hinsichtlich Emissionen die Rechtsgrundlage für alle Feuerungsanlagen dar, bei denen das Wärmeübertragende Medium (Wasser) nicht über den atmosphärischen Siedepunkt erhitzt wird.

Abfallverbrennungsverordnung

Die  Abfallverbrennungsverordnung (AVV, BGBl. II Nr. 389/2002, i. d. g. F.) stellt eine wichtige, gesetzliche Grundlage für die Betrachtung von Emissionsfrachten bei der Verbrennung von Abfällen in betrieblichen Anlagen dar.

VOC-Anlagen-Verordnung

Die  VOC-Anlagen-Verordnung (VAV, BGBl. II Nr. 301/2002, i. d. g. F.) bildet die Rechtsgrundlage für all jene Anlagen, in denen flüchtige, organische Kohlenwasserstoffe (lösungsmittelhaltige Substanzen wie etwa Farben oder Lacke) zum Einsatz kommen.

Agrardieselverordnung

Anhand der  Agrardieselverordnung (BGBl. II Nr. 506/2004 i. d. g. F.) werden die in der Land- und Forstwirtschaft verbrauchten Mengen an Dieselkraftstoff berechnet, sodass die Emissionsausstöße von land- und forstwirtschaftlich eingesetzten Maschinen und Geräten ermittelt werden können.


Computertastatur - keyboard
Frau im Büro mit Laptop Com puter
Werkzeug auf Computer Tastatur
Computertaste Enter / computer key enter

Datenhaltung und -pflege

Innerhalb der Gruppe Bau und Technik verwaltet die Abteilung Geoinformation die Datenbank emikat.at des Emissionskatasters Tirol. Dort werden alle Emissionsquellen und alle GIS-Basisdaten (z. B. zur Erstellung von thematischen Karten) geführt und gepflegt.


Schlagworte Emissionskataster
Schlagworte Emissionskataster
Schlagworte Emissionskataster
Schlagworte Emissionskataster