Waldschäden

Schneedruck und Windwurf

Im Jahr 2020 sind im Zuge von witterungsbedingten Extremereignissen rund 451.000 m³ Schadholz angefallen. Den Hauptteil davon machten Schneebrüche durch Nassschnee im Jänner und vor allem im Dezember mit 236.000 m³ aus. Die durchschnittliche Schadholzmenge wurde dadurch nach 2019 wiederum deutlich übertroffen.  Allein in Osttirol sind über 166.000 m³ Schneeschäden (70 %) zu beklagen.  

Durch Stürme wurden Bäume im Ausmaß von rd. 208.000 m³ auf 3.198 ha geworfen. Die meisten Schadholzmengen durch Wind waren in den Bezirken Reutte (32 %), Schwaz (14 %) und Landeck (12 %) und zu verzeichnen.

Lawinen führten zu geringen Schadholzmengen im Ausmaß von 4.980 m³. Das meiste Lawinenholz ist im Bezirk Imst (61%) aufgetreten.

Schäden durch Borkenkäfer

Die Schadholzmenge durch Borkenkäfer erhöhte sich im Jahr 2020 im Vergleich zum Vorjahr auf 81.000 m³ und lag somit auch wieder etwas über dem Durchschnitt der letzten zehn Jahre (72.000 m³). Der warme April begünstigte die Borkenkäferentwicklung in tiefen und mittleren Lagen. Die großteils zügige Aufarbeitung verhinderte ein stärkeres Ansteigen der Befallszahlen. Die meisten durch Borkenkäfer abgestorbene Bäume gab es im Bezirk Schwaz (27%) und Kitzbühel (12 %).

Luftschadstoffe

Luftschadstoffe bewirken in den Pflanzen Stress. In unseren Wäldern treten derzeit keine akut giftigen Schadstoffbelastungen auf, jedoch können die über viele Jahre einwirkenden Schadstoffgehalte das Waldökosystem nachhaltig beeinflussen. Dadurch können Nährstoffeverhältnisse aus dem Gleichgewicht geraten und ausgewaschen werden und können die Bodenflora und die für das Baumwachstum so wichtige Mykorrhiza nachteilig beeinflusst werden. Der regional zu hohe Eintrag von Stickstoff und die vorherrschende Ozonbelastung sind langfristig für den Wald als kritisch zu bezeichnen. Der pH-Wert des Niederschlags hat in den letzten Jahren erfreulicherweise zugenommen. Damit ist der Niederschlag weniger sauer und werden weniger Nährstoffe aus den Nadeln ausgewaschen.
Lexikon waldschädigende Luftverunreinigung und Klimawandel

Nutzungskonflikte und Verjüngung des Waldes

Intensive Weidewirtschaft und nicht an den Lebensraum angepasste Wildstände bei Rot-, Reh- oder Gamswild können zu empfindlichen Schäden an der Waldverjüngung führen. Die Tanne kann sich z.B. derzeit aufgrund des Äsungsdruckes des Schalenwildes in vielen Wäldern des Nordalpenraumes nicht ausreichend verjüngen. Liegt eine flächenhafte Gefährdung des Waldes durch Wildschäden vor, so sind diese Bereiche gutachtlich zu erfassen und der Jagdbehörde mitzuteilen.

Im Jahr 2020 waren 69 Gutachten über eine flächenhafte Gefährdung des Waldes gültig. Diese beziehen sich auf eine Waldfläche von 1.247 ha. Die Gutachten mussten wegen Schälschäden und/oder Verbiss- und Fegeschäden erstellt werden. Darüber hinaus wurden in 89 Revieren waldgefährdende Wildschäden durch die Bezirksforstinspektionen an die Jagdbehörden gemeldet; diese betrafen 1.103 ha.

Inhaltliche Rückfragen zum Thema Wald richten Sie an: waldschutz@tirol.gv.at