Kindergartensozialarbeit als Netzwerkarbeit
Ein großes Benefit für Kinder und Familien
Kindergärten und Schülerhorte der Stadt Innsbruck bilden die Gesellschaft mit all ihren Besonderheiten im Kleinen ab. Intersektionalität wird genauso sichtbar wie Potenzial und Vielfalt. Im Sinne der Lebensweltorientierung als Rahmenhaltung einer modernen Elementarpädagogik, gilt es die Lebenswelt der Kinder und Familien achtsam im Blick zu halten und auf die Bedürfnisse, die sich daraus ergeben, passgenau zu reagieren. Mit Stadtsenatsbeschluss von Jänner 2024 hat das Amt für Kinder, Jugend und Generationen der Stadt Innsbruck damit begonnen, ein Pilotkonzept zur Kindergartensozialarbeit zu entwerfen, das zugeschnitten auf die Situation der Kinder, Familien und Teams in den elementarpädagogischen Betrieben der Stadt Innsbruck ist.
Nach einer anonymisierten Onlinebefragung für pädagogische Fachkräfte und Leiter:innen war es möglich, ein genaues Bild der Systeme „Kindergarten“ und „Schülerhort“ zu zeichnen und dort Themenfelder sichtbar zu machen, die diese Systeme in unterschiedlicher Art und Weise auf allen Ebenen fordern und damit die elementarpädagogische Arbeit prägen und fragil erscheinen lassen.
Mit einer diversitätskompetenten Metafolie wurden die erhobenen Daten dahingehend interpretiert, die Kindergartensozialarbeit für alle elementarpädagogischen Betriebe der Stadt Innsbruck als niederschwelliges Hilfsnetzwerk aus Expert:innen eines multiprofessionellen Teams zu konzipieren, das passgenau und zeitnah auf Anforderungen aus dem System reagieren kann, um Entlastung für alle spürbar werden zu lassen.
„Team MOBIL fürs Kind“ – Kindergartensozialarbeit der Stadt Innsbruck
Unter diesem Namen, der neben einer klingenden Bezeichnung vor allem Aufschluss über das dahinterliegende Programm gibt, startete im September 2024 die erste Phase der Kindergartensozialarbeit in den Betrieben. Das „Team MOBIL fürs Kind“ ist im Amt für Kinder, Jugend und Generationen im Referat „Kindergartensozialarbeit“ mit Referent:in Ida Pfeifhofer verortet. Dabei stützt sich das grundlegende Konzept auf 3 Bereiche, die bekannte Ressourcen nutzen und neu prominent ins Spiel bringen:
Der Bereich „Entwicklung“: Hier liegt der Fokus auf der Begleitung von Kindern bei Entwicklungsfragen (motorische, sprachliche, soziale, emotionale, kognitive Entwicklung und Wahrnehmung), besonderen Bedürfnissen, beim Auftreten von Allergien und Unverträglichkeiten sowie chronischen Erkrankungen. (Thema: Inklusion)
Der Bereich „Kontakt und Beratung“: Anlaufstelle bei Fragen rund um das Thema Erziehung, Fragen zur Organisation oder den Angeboten der Kindergärten, Beschwerden und Anliegen (Thema: Beratung und Beschwerdemanagement/Ombudsstelle)
Der Bereich „Kindergartensozialarbeit“: Unterstützung bei Fragen rund um Angebote, die Familien in Anspruch nehmen können, bei der Begleitung zu Institutionen im Hinblick auf die Zusammenarbeit mit Netzwerkpartner:innen, bei familiären Fragestellungen im Bereich der Sozialarbeit. (Thema: soziale Arbeit)
Als Einrichtungen der öffentlichen Hand gilt ein besonderes Augenmerk dem Kindswohl und jenen Ressourcen, die es erlauben, dieser Verantwortung nachzukommen. So entstehen Ressourcen mittels Kindergartensozialarbeit durch eine zeitnahe Entlastung aller Ebenen im System: Kinder, Familien und Teams. In Zahlen bedeutet das für das erste Pilotjahr, dass das Team 320 Inklusionskinder intensiv begleitet, zahllose Beratungsgespräche und Beschwerdefälle geführt und 158 Elternberatungen vereinbart – damals noch ohne Sozialarbeiter:innen. Durch intensive Netzwerkarbeit mit verschiedenen Organisationen, Ärzten, Therapeut:innen, Hilfsnetzwerken und einer bewussten Öffentlichkeitsarbeit ist das einzigartige, kostenlose Angebot der Stadt Innsbruck mittlerweile gut bekannt und wird selbständig von Familien und Teams angefragt – oft auch einfach nur zu Orientierung und Beziehungsanbahnung im Rahmen der Erziehungs- und Bildungspartnerschaft.
Dieses Leuchtturmprojekt im Bereich der Kindergartensozialarbeit, das nun auch seit September 2025 zwei Kindergartensozialarbeiter:innen beschäftigt, verbindet neben der notwendigen Theorie auch eine passgenau, ressourcengenerierende, multiprofessionelle Praxis zu einem gelungenen Hilfsnetzwerk für alle Menschen in den elementarpädagogischen Betrieben der Stadt Innsbruck – ganz getreu dem Motto:
Text: Birgit Haller-Glettler, BA
