Klimafitte Landwirtschaft
Kaum ein Bereich spürt die Folgen des Klimawandels so unmittelbar wie die Landwirtschaft. Auch in Tirol verändern steigende Temperaturen, Extremwetter und Trockenperioden die gewohnten Bedingungen. Doch in jeder Herausforderung liegt auch eine Chance: Durch neue Anbauformen, technische Innovationen und nachhaltige Strategien kann die Tiroler Landwirtschaft ihren Weg in eine klimaresiliente Zukunft gestalten.
In Zusammenarbeit mit „Fridays For Future“ sowie den Tiroler VertreterInnen des österreichischen Klimarats wurde im Herbst 2023 eine Förderausschreibung „Klima-Landwirtschafts-Modellregionen“ durchgeführt. Diese Maßnahme wurde auch im 2. Maßnahmenprogramm zur Umsetzung der Tiroler Nachhaltigkeits- und Klimastrategie verankert. Ziel der Klima-Landwirtschafts-Modellregion ist es, innovative, praxistaugliche und übertragbare Lösungen für klimaresiliente Landwirtschaft zu entwickeln. Zur Auswahl der geeigneten Projekte wurde ein Wettbewerb mit einem Preisgeld durchgeführt. Nach der Bewertung durch eine Jury wurden folgende Projekte ausgewählt:
„Zukunft säen – Zukunft sehen“ - Region Kufstein und Umgebung, Untere Schranne, Kaiserwinkl (KUUSK)
Als Siegerprojekt wurde „Zukunft säen – Zukunft sehen“ vom Regionalmanagement Kufstein und Umgebung, Untere Schranne, Kaiserwinkl (KUUSK) ausgewählt. Auf Versuchsflächen werden klimaresiliente Sorten und innovative Systeme wie Linsen-Hirse-Symbiosen und Aquaponik (Kombination aus Fischzucht und Pflanzenanbau) getestet. Begleitet von Fachvorträgen und Öffentlichkeitsarbeit entsteht so ein regionaler Innovationshub für nachhaltige Landwirtschaft, der Biodiversität stärkt und Wissen praxisnah vermittelt.
Zusätzlich erhielt das Projekt den ERDREICH-Preis 2026 zum Thema “Partizipation & Bewusstseinsbildung - Einbindung von Bürger:innen zum vorbildlichen Bodenschutz”, welcher durch das Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft vergeben wird.
Weitere Informationen zum Projekt siehe Klima-Landwirtschaft-Modellregion – KUUSK
Almwirtschaft - Region Pillerseetal-Leukental-Leogang (Regio3)
Beim Projekt des Regionalmanagement Regio3 steht die Entwicklung eines positiven Zukunftsbildes der Almwirtschaft im Vordergrund. An drei Standorten werden Projekte umgesetzt, darunter klimaangepasste Aussaaten, Bodenanalysen, Workshop und Exkursion innerhalb der Region. Ziel ist es praxisnahe Lösungen für Bodengesundheit, Biodiversität und klimafitte Bewirtschaftung zu entwickeln.
Hier finden Sie weitere Informationen zum Projekt “Klima-Landwirtschafts-Modellregion”.
Klimafreundliche Bewirtschaftung landwirtschaftlicher Flächen - Region Landeck
Dieses Projekt zeigt den ökologischen Kreislauf zwischen Boden, Pflanzen, Tier und Menschen als Einheit auf. Durch Feldbegehungen, Grundfutteranalysen und praxisorientierte Fachveranstaltungen werden landwirtschaftlichen Betriebe unterstützt, ihre Flächen klimafreundlich zu bewirtschaften. Die Maßnahmen fördern Artenvielfalt, CO2-Bindung im Boden und tragen zu langfristigen Sicherung der Futterqualität bei.
TV-Beitrag: Praxisforum Klima-Landwirtschafts-Modellregion
Am 30. Juni 2026 fand das Praxisforum der Klima-Landwirtschafts-Modellregion im Kaunertal statt und brachte regionale Vertreter:innen, Landwirt:innen sowie die Politik zusammen. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie man die Landwirtschaft klimafit und nachhaltig gestalten kann. In der Veranstaltung wurden vielfältige Strategien und innovative Ansätze präsentiert, um den Herausforderungen des Klimawandels nachhaltig zu begegnen. Die enge Kooperation aller Beteiligten unterstützt die Entwicklung zukunftsorientierter Praktiken und stärkt den Austausch von Wissen und Erfahrungen. Einen anschaulichen Einblick in das Forum bietet der TV-Beitrag von Landeck TV, der die wichtigsten Themen und Perspektiven der Veranstaltung zusammenfasst: Praxisforum Klima und Landwirtschaft Modellregion 32/2026.
Ausblick
Die drei Klima-Landwirtschafts-Modellregionen bilden die Basis für eine klimaresiliente und -freundliche Landwirtschaft in Tirol. Die Ergebnisse werden laufend dokumentiert und dienen als Leitfaden für andere Regionen, um Wissen zu teilen und das Bewusstsein für nachhaltige Landwirtschaft weiter zu stärken.


