Regionale Klimaanalyse Tirol
Die Zahl der Hitzetage hat in Tirol in den vergangenen Jahrzehnten deutlich zugenommen – und dieser Trend wird sich weiter verstärken. Besonders in den Talräumen sind immer mehr Menschen von Hitzebelastung betroffen, mit spürbaren Auswirkungen auf Gesundheit, Lebensqualität und Infrastruktur. Um wirksame Anpassungsmaßnahmen an den Klimawandel zu entwickeln, braucht es eine fundierte Datengrundlage. Die Regionalklimaanalyse Tirol zeigt auf, welche Gebiete besonders von Hitze betroffen sind und welche Bereiche für ein kühleres Siedlungsklima von zentraler Bedeutung sind. Sie schafft damit die Grundlage für gezielte Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung vor Hitze, für eine vorausschauende Raumplanung und für lebenswerte, klimaangepasste Siedlungsräume.
Untersuchtes Gebiet:
Im Herbst 2025 wurde die Regionalklimaanalyse für das Inntal zwischen Landeck und Erl erstellt. Im Sommer 2026 wurde sie auf die Gebiete Lienzer Talboden, Reuttener Becken sowie die Region St. Johann–Kitzbühel ausgeweitet. Das Untersuchungsgebiet erstreckt sich damit über einen Großteil der Tiroler Talböden und umfasst mehr als 150 Gemeinden mit über 600.000 EinwohnerInnen. Zusätzlich befinden sich in diesem Raum rund 350.000 Arbeitsplätze. Dadurch hält sich tagsüber ein großer Teil der Tiroler Bevölkerung in den untersuchten Regionen auf.
Klimaanalyse:
Die Regionalklimaanalyse zeigt, wo die Hitzebelastung am Tag besonders hoch ist und wo sich in der Nacht Wärmeinseln bilden. Gleichzeitig untersucht sie die Entstehung und Ausbreitung von Kaltluft. Dabei wird analysiert, wo und in welchen Mengen Kaltluft entsteht, über welche Leitbahnen sie abfließt und wie gut Siedlungsgebiete mit kühlender Luft versorgt werden.
Planhinweise:
Ergänzend wurden Planhinweise erstellt, die eine fachliche Orientierung für die räumliche Planung bieten. Sie weisen jene Bereiche aus, die im gesamten Untersuchungsgebiet die höchste Wärmebelastung aufweisen. Insbesondere Flächen mit einer hohen Belastung sowohl am Tag als auch in der Nacht stellen prioritäre Handlungsbereiche dar. Darüber hinaus werden bedeutende Kaltluftentstehungsgebiete und Kaltluftleitbahnen ausgewiesen, die Kaltluftversorgung der Siedlungsgebiete bewertet sowie besonders sensible Siedlungsränder identifiziert. Damit stehen den Gemeinden konkrete Grundlagen zur Verfügung, um hitzeangepasste Siedlungsentwicklung und den Erhalt wichtiger Kaltluftstrukturen frühzeitig in Planungsprozessen zu berücksichtigen.
Alle Berichte zur Regionalklimaanalyse sowie Informationen zu den verfügbaren Geodaten finden Sie auf der Unterseite „Berichte und Geodaten“. Antworten auf Fragen, die bereits in Gesprächen aufgekommen sind, haben wir auf der Seite „Häufig gestellte Fragen“ gesammelt. Bei weiteren Fragen zur Regionalklimaanalyse, können Sie sich gerne an uns wenden.
