Abschluss von tirolweiter E-Scooter-Tour in Schwaz

„Übung macht den Meister“: Polizei und KSÖ Tirol vermittelten E-Scooter-Wissen und Fahrpraxis im Rahmen der Verkehrssicherheitskampagne des Landes Tirol

  • Polizei und KSÖ Tirol schulten bereits über 2.000 Kinder im sicheren Umgang mit E-Scootern
  • Nach Schwerpunktaktionen in den Bezirken liegt Fokus der schulischen Verkehrserziehung weiterhin auf E-Scootern

Wie lenkt und bremst man sicher mit einem E-Scooter? Wo darf man damit fahren und wo nicht? Darf ich ohne Begleitung eines Erwachsenen am Straßenverkehr teilnehmen und brauche ich einen Helm? Von Frühling bis Herbst führte die Tiroler Polizei über Initiative des Kompetenzzentrums Sicheres Österreich, Landesklub Tirol, eine Tour durch Tirol durch, an der insgesamt mehr als 100 Schulklassen mit über 2.100 Kindern teilnahmen. Ob in Innsbruck, Imst, Prutz, Kematen oder beim Abschluss beim SZentrum in Schwaz: SchülerInnen der 3. und 4. Klasse lernten die wichtigsten Regeln für E-Scooter und konnten in einem Parcours Brems- und Lenkverhalten üben. Verkehrslandesrat René Zumtobel sowie Landespolizeidirektor und KSÖ Tirol-Präsident Helmut Tomac machten sich vergangene Woche gemeinsam mit Bezirkshauptmann Michael Brandl, Bürgermeisterin Victoria Weber und VertreterInnen des Bezirkspolizeikommandos Schwaz ein Bild von den Schulungen. Der Fokus der aktuellen Verkehrssicherheitskampagne des Landes Tirol liegt auf E-Scootern und E-Bikes. „Ein wesentlicher Faktor ist dabei, die Zielgruppen direkt zu erreichen und insbesondere jungen Menschen den richtigen Umgang mit E-Mobilität zu vermitteln. Die Polizei Tirol ist wichtiger Partner der Verkehrssicherheitskampagne des Landes und legt neben Verkehrskontrollen insbesondere bei der Verkehrserziehung einen Schwerpunkt auf das Thema, was mich sehr freut. Für Kinder und Jugendliche ist der E-Scooter inzwischen oft genauso wichtig, wie es früher das Fahrrad war. Durch die Verkehrserziehungseinheiten der Polizei und die Aufnahme des E-Scooters in die Vorbereitung auf den Radführerschein erreichen wir mittelfristig alle Kinder in ganz Tirol“, freut sich LR Zumtobel. 

Landespolizeidirektor und KSÖ Tirol-Präsident Tomac betont: „Das Kompetenzzentrum Sicheres Österreich dient als Plattform für Vernetzung und gemeinsame Projekte im Sinne der Sicherheit. Der Landesklub Tirol hat 2026 zahlreiche solcher Projekte für unterschiedliche Zielgruppen initiiert und bring diese mit seinen Kooperationspartnern in Umsetzung. E-Scooter prägen immer mehr das Straßenbild. Mit neuen Fahrzeugen gehen auch neue Herausforderungen einher – das spiegelt sich aktuell in den Unfallzahlen wider. Hier sehen wir einen Anstieg bei Unfällen mit E-Scootern und E-Bikes. Daher wurde Sicherheit für Kinder und Jugendliche im Straßenverkehr 2026 als ein Schwerpunkt definiert. Durch Prävention und Schulung auf der einen Seite und Schwerpunktkontrollen auf der anderen Seite möchten wir als KSÖ, Land Tirol und Polizei dazu beitragen, das Unfallrisiko zu senken und die Sicherheit im Straßenverkehr zu erhöhen.“ 

Bereits mehr als 2.000 SchülerInnen geschult – laufende Einbindung in Verkehrserziehung

Im Frühling startete über Initiative des KSÖ Tirol die tirolweite Tour der Tiroler Polizei auf der Frühjahrsmesse in Innsbruck. Anschließend ging es weiter nach Imst, Prutz, Pfunds und Kematen. Vergangene Woche endete die Tour in Schwaz. An den Terminen nahmen angemeldete SchülerInnen der 3. und 4. Klasse Volksschule teil. „Neben praktischen Fahrübungen mit E-Scootern wurden auch geltende Regeln vermittelt und für den toten Winkel sensibilisiert. Am Stundenplan aller Volksschulkinder in Tirol steht jedes Jahr Verkehrserziehung mit unterschiedlichen, altersgerechten Schwerpunkten. Im heurigen Schuljahr liegt der Fokus in den 3. und 4. Klassen ebenfalls auf dem Thema E-Scooter, sodass bis zum Sommer zahlreiche weitere Kinder mit dem Thema vertraut gemacht werden können“, erläutert Projektleiter Erwin Vögele von der Landespolizeidirektion Tirol. Für die Übungen finanzierte der Verkehrssicherheitsfonds Tirol zehn E-Scooter, die auch bei der praktischen Übung für den Radführerschein zum Einsatz kommen.


Factbox E-Scooter

Unfallstatistik 2025:

2025 wurden in Tirol 51 E-Scooter-Fahrende schwer verletzt und 180 E-Scooter-Fahrende leicht verletzt. Im Vergleich: Beim muskelbetriebenen Scooter waren es fünf Schwerverletzte und neun Leichtverletzte. 

Österreichweit stieg die Zahl der verletzten E-Scooter-FahrerInnen um 24 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, womit bereits jede 18. verletzte Person im Straßenverkehr auf einem E-Scooter unterwegs war. 25 Prozent davon waren Kinder (0−14 Jahre), wobei besonders der Anstieg an Verletzten in der Altersgruppe der 10−14-Jährigen von 328 Verletzten im Jahr 2024 auf 606 (plus 85  Prozent) im Jahr 2025 groß war. 

Wer darf mit einem E-Scooter am Straßenverkehr teilnehmen?

Kinder unter 12 bzw. ohne Fahrradausweis (Radführerschein) dürfen grundsätzlich nur unter Aufsicht einer mindestens 16-jährigen Person mit einem E-Scooter am Straßenverkehr teilnehmen. 

Welche technischen Vorgaben gelten?

  • bauartbedingte Höchstgeschwindigkeit von 25 km/h bzw. max. 600 Watt Leistung
  • wirksame Bremseinrichtung
  • Blinker am Lenker, von vorne und hinten sichtbar
  • Klingel
  • Scheinwerfer und Rückstrahler sowie Reflektoren

Was ist weiters zu beachten?

  • Promillegrenze: 0,5
  • Helmpflicht bis 16 Jahre
  • Die Mitnahme von Personen ist nicht gestattet.
  • Mit einem E-Scooter darf man auf denselben Wegen fahren, wie mit einem Fahrrad: Straße und Radfahranlagen (wie Radwege, Radfahrstreifen, Mehrzweckstreifen, …). Das Befahren von Gehwegen, Gehsteigen und Schutzwegen (Zebrastreifen) ist nicht erlaubt