Anhaltend hohe Waldbrandgefahr in Tirol

Vorsicht und umsichtiges Verhalten bleiben entscheidend

  • Lokale Gewitterniederschläge bringen keine nachhaltige Entspannung – trockene Böden und Unterholz erhöhen weiterhin die Brandgefahr
  • Feuerentzünden im Wald und in Waldnähe streng geregelt: Forstgesetz sieht klare Verbote, Voraussetzungen und Meldepflichten vor
  • Acht von zehn Waldbränden von Menschen verursacht
  • Tirols Feuerwehren bei Vegetationsbrandbekämpfung hervorragend aufgestellt
  • Jede/r kann zur Prävention beitragen

Die anhaltende Sommertrockenheit sorgt weiterhin für eine hohe Waldbrandgefahr in Tirol. Zwar bringen lokale Gewitter derzeit punktuell Niederschläge, eine nachhaltige Entspannung der Situation ist damit jedoch nicht verbunden. Wie trocken Wälder und Böden derzeit sind, zeigen auch mehrere Waldbrände der vergangenen Wochen, die nach Blitzschlägen entstanden sind. Gleichzeitig stellt die Bekämpfung von Wald- und Bodenbränden die Einsatzkräfte insbesondere aufgrund der alpinen Topografie in Tirol vor besondere Herausforderungen – wenn auch gilt: Tirols Feuerwehren sind bei der Vegetationsbrandbekämpfung hervorragend aufgestellt. Das Land Tirol und die Feuerwehren nehmen die anhaltende Trockenheit einmal mehr zum Anlass, um zu sensibilisieren.

„Ein kurzer Regenschauer darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass unsere Wälder vielerorts nach wie vor sehr trocken sind. Gerade die jüngsten Brände nach Gewittern zeigen, wie rasch derzeit ein Brand entstehen und sich entwickeln kann. Umso wichtiger ist, dass wir alle besonders aufmerksam und verantwortungsvoll handeln. Mein großer Dank gilt den Feuerwehren und allen weiteren Einsatzorganisationen, die bei den herausfordernden Einsätzen mit enormem Fachwissen und großem persönlichen Einsatz arbeiten“, betont LHStv Josef Geisler.

Waldbrände: In allen Bezirken speziell ausgebildete Kräfte und Geräte

Besonders problematisch sind im Wald allen voran auch Boden- und Erdbrände: Das trockene Unterholz kann bis weit in den Boden hinein betroffen sein, Glutnester können sich über längere Zeit halten und auch noch Tage später zu einem erneuten Aufflammen führen. Tirol hat seine Kompetenzen in der Vegetationsbrandbekämpfung deshalb über viele Jahre gezielt ausgebaut. In allen Bezirken stehen speziell ausgebildete Kräfte sowie entsprechendes Spezialgerät zur Verfügung. An der Landesfeuerwehrschule in Telfs (Bezirk Innsbruck-Land) werden eigene Ausbildungen im Bereich Vegetationsbrandbekämpfung und Flugdienst angeboten. Tiroler Know-how ist dabei auch über die Landes- und Staatsgrenzen hinaus gefragt.

„Die vergangenen Einsätze untermauern, wie professionell unsere Einsatzorganisationen aufgestellt sind. Diese Schlagkraft ist das Ergebnis intensiver Ausbildungen, laufender Übungen und einer hervorragenden Zusammenarbeit aller Beteiligten. Es braucht aber das Mitwirken aller: Wir appellieren an alle Menschen in Tirol, die geltenden Verbote ernst zu nehmen und im Wald besondere Vorsicht walten zu lassen“, sagt LRin Astrid Mair.

Landesfeuerwehrkommandant Jakob Unterladstätter hebt insbesondere die spezialisierte Ausbildung hervor: „Vegetationsbrände sind äußerst anspruchsvolle Einsätze. Steiles Gelände, tief liegende Glutnester und der körperlich anstrengende Einsatz bei der Bodenbrandbekämpfung erfordern viel Personal, spezielles Gerät und eine präzise Einsatzführung. Tirol verfügt hier über bestens ausgebildete Feuerwehrkräfte und ein flächendeckendes System an Stützpunkten. Entscheidend bleibt aber die Prävention: Offenes Feuer und jede mögliche Zündquelle haben bei der derzeitigen Trockenheit im Wald nichts verloren. Wer Rauch oder einen Brand bemerkt, soll unverzüglich die Feuerwehr über 122 alarmieren.“

Strenge Regeln für Feuerentzünden im Wald – das ist zu beachten

Auch wenn heuer zahlreiche Waldbrände infolge von Blitzeinschlag entstanden sind: Statistisch werden bundesweit acht von zehn Waldbränden von Menschen verursacht. Deswegen gilt folgendes:

  • Das Feuerentzünden im Wald ist im Forstgesetz streng geregelt. 
  • In Wäldern, in der Kampfzone des Waldes – jener Bereich in alpinen Lagen, wo der Wald aufgrund klimatischer Bedingungen schon sehr stark aufgelockert ist und Bäume nur noch vereinzelt und spärlich wachsen können – sowie in Waldnähe ist das Entzünden oder Unterhalten von Feuer durch unbefugte Personen verboten, wenn dadurch die Ausbreitung eines Waldbrandes begünstigt werden kann. 
  • Verboten ist ebenso der unvorsichtige Umgang mit feuergefährlichen Gegenständen. Darunter fällt insbesondere auch das Wegwerfen von brennenden oder glimmenden Gegenständen wie Zündhölzern oder Zigaretten.
  • Zum Entzünden von Feuer ist ohnehin nur ein sehr eingeschränkter Personenkreis berechtigt, insbesondere WaldeigentümerInnen sowie bestimmte von ihnen befugte oder beauftragte Personen. Andere Personen benötigen grundsätzlich eine schriftliche Erlaubnis der WaldeigentümerInnen. 
  • In Zeiten besonderer Brandgefahr sollte jegliches Feuerentzünden sowie Rauchen im Wald gänzlich unterbleiben. 
  • Jedenfalls gelten jeweils entsprechende Meldepflichten – derartige Feuer sind unter Angabe von Ort und Zeitpunkt vor Beginn bei der Gemeinde zu melden. Berechtigte Personen müssen Feuer ständig beaufsichtigen und vor dem Verlassen sorgfältig löschen. 
  • Das richtige Verhalten ist besonders entscheidend, wenn es um die Vermeidung von Waldbränden geht.

Richtiges Verhalten schützt Wald und Einsatzkräfte

Das Land Tirol und die Feuerwehr appellieren an die Bevölkerung und an Gäste, derzeit besonders vorsichtig zu sein. Im Wald soll nicht geraucht und kein Feuer entzündet werden. Auch bei Feuerwerken, Brauchtumsfeuern und anderen möglichen Zündquellen ist größte Vorsicht geboten. Behördliche Verbote aufgrund erhöhter Waldbrandgefahr sind unbedingt einzuhalten. Kommt es dennoch zu einem Waldbrand oder wird Rauchentwicklung wahrgenommen, gilt: sofort Feuerwehrnotruf 122 wählen, den Brandort möglichst genau beschreiben und sich selbst nicht in Gefahr bringen.