- Kontrollen seitens der Polizei und Straßenaufsichtsorgane konsequent umgesetzt
- (Versorgungs-)Sicherheit gemeinsam mit Einsatzorganisationen stets gewährleistet
- Kommunikationskampagne des Landes hat Menschen im Vorfeld erreicht
Heute, Samstag, kam es aufgrund einer von einer Privatperson angemeldeten Versammlung auf Basis einer Rechtsprechung des Landesverwaltungsgerichtes zu einer umfangreichen Sperre des Brennerkorridors im Wipptal. Bereits im Vorfeld wurden umfassende Verkehrs-, Sicherheits- und Versorgungskonzepte vorbereitet. Dazu zählten unter anderem die Sperre der A13 Brenner Autobahn, das Fahrverbot für Transit-Lkw, die Beschränkung des niederrangigen Straßennetzes auf Ziel- und Quellverkehr, verstärkte Kontrollen an Landesgrenzen und neuralgischen Punkten sowie zusätzliche Maßnahmen zur Absicherung der medizinischen Versorgung und der Einsatzwege. Die Sperre wurde zudem umfangreich international kommuniziert.
Land Tirol, ASFiNAG, Polizei und weitere Einsatzorganisationen ziehen heute, Samstagabend, eine erste Bilanz: Ein Verkehrschaos und kilometerlange Staus in Tirol sind ausgeblieben. Die umfangreich vorbereiteten Maßnahmen haben gegriffen, die Sperren und Fahrverbote konnten umgesetzt werden, die Verkehrs- und Versorgungssicherheit in der Region blieb immer gewährleistet. Weiterhin zu beachten gilt: Aufgrund möglicher Verkehrsverlagerungseffekte kann es in den kommenden Tagen zu einem erhöhten Verkehrsaufkommen in Tirol kommen.
„Es war ein außergewöhnlicher Tag für Tirol. Mein Dank gilt allen Einsatzkräften und den Behörden für die Unterstützung. Es wurde von allen ein sehr guter Job geleistet. Mein Dank gilt zudem den Tirolerinnen und Tirolern und den Autofahrerinnen und Autofahrern aus anderen Ländern, die heute auf unnotwendige Fahrt in oder durch Tirol verzichtet haben“, ist LH Anton Mattle überzeugt und geht auf den politischen Aspekt der Versammlung ein: „Als Landeshauptmann hat die heutige Demonstration auf der Brenner Autobahn für mich zwei Seiten: Ich habe allergrößtes Verständnis für die Bevölkerung entlang des Brennerkorridors, die unter der großen Transit-Belastung leidet. Die Demonstration war ein Ausdruck des großen Unmuts gegenüber der europäischen Verkehrspolitik und dieser wurde die italienische Transit-Klage weiter verstärkt. Andererseits ist es die Aufgabe des Landes, die öffentliche Sicherheit und Ordnung zu gewährleisten. Eine Blockade einer solch wichtigen Verkehrsachse stellt die Anrainer, Behörden und Exekutive, aber auch unsere Nachbarn und Partner vor große Herausforderungen. Beidem ist Tirol heute gerecht geworden: Klare Haltung beim Transit und Sicherheit und Ordnung im eigenen Land“, betont der Landeshauptmann. „Nur wenn sich die Tiroler Bevölkerung von den europäischen Partnern gehört und ernst genommen fühlt, wird sich die Lage verbessern. Der Europäische Gerichtshof muss endgültig feststellen, dass der Schutz von Mensch, Natur und Infrastruktur schwerer wiegt, als die Interessen der Frächter-Lobby. Berlin, Rom und Brüssel müssen einsehen, dass der Brennerkorridor nicht einfach nur ein Verkehrsweg, sondern ein wichtiger Lebensraum ist. Wir brauchen deshalb eine Korridormaut, ein intelligentes Verkehrsmanagementsystem und die Verlagerung auf die Schiene. Und die Bundesregierung in Österreich sollte sich hüten, den Bau der österreichischen Zulaufstrecken zum Brenner Basistunnel auf den Sankt Nimmerleinstag zu verschieben“, so LH Mattle.
Weitreichende Verkehrsmaßnahmen
Die Sperre der A13 Brenner Autobahn, das Fahrverbot für Transit-Lkw, die Beschränkung der B 182 Brennerstraße, der L 38 Ellbögener Straße und der B 183 Stubaitalstraße auf Ziel- und Quellverkehr sowie die verstärkten Kontrollen waren zentrale Bausteine des Verkehrs- und Sicherheitskonzeptes. „Die heute gesetzten Verkehrsmaßnahmen waren weitreichend, aber notwendig, um lokale Ausweichmöglichkeiten über das niederrangige Straßennetz zu verhindern, die notwendigen Verkehrswege der regionalen Bevölkerung sicherzustellen und Korridore für Einsatzkräfte freizuhalten“, erklärt Verkehrslandesrat René Zumtobel und betont: „Eine intensive Vorbereitung und eine sehr gute Zusammenarbeit aller beteiligten Stellen waren ausschlaggebend dafür, dass dieser Tag für Tirol ohne gröbere Komplikationen abgewickelt werden konnte. Mein besonderer Dank gilt der Bevölkerung vor Ort ebenso wie allen Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmern, die sich heute auf Einschränkungen einstellen mussten – für ihre Geduld, ihr Verständnis und ihre Bereitschaft, die notwendigen Vorkehrungen mitzutragen. Wir brauchen am gesamten Brennerkorridor wirksame, rechtlich abgesicherte und europäisch abgestimmte Antworten – mit Kostenfairness zwischen Schiene und Straße, mehr Schienengüterverkehr und ein geordnetes Verkehrsmanagement. Dafür werden wir uns weiter auf allen politischen Ebenen einsetzen.“
Polizei: Kontrollen konsequent umgesetzt
Zur Umsetzung der Sperren und Fahrverbote war die Polizei in ganz Tirol verstärkt im Einsatz. Kontrolliert wurde unter anderem an den Grenzen, entlang der Landesstraßen im Wipptal und Stubaital sowie an weiteren neuralgischen Punkten. Insgesamt 260 Einsatzkräfte der Polizei waren aufgrund der Brennersperre in Tirol im Einsatz. Sie kontrollierten die Einhaltung der Fahrverbote, unterstützten die Verkehrslenkung und sorgten gemeinsam mit den weiteren Einsatzkräften für eine geordnete Abwicklung der Maßnahmen.
Versorgungssicherheit in der Region gewährleistet
Das ausgearbeitete Verkehrs- und Sicherheitskonzept zielte allen voran darauf ab, die Sicherheit der Bevölkerung und die Versorgung in der Region jederzeit zu gewährleisten. Mit Erfolg: Die medizinische Versorgung und die Einsatzfähigkeit der Blaulichtorganisationen blieben während der Sperre gesichert. Dafür wurden unter anderem zusätzliche Rettungskräfte und Rettungsfahrzeuge in der Region stationiert. Konkret waren 24 Rettungskräfte mit sechs Rettungsfahrzeugen in den Tälern im Einsatz. Zudem konnten Einsatzfahrzeuge die gesperrte A13 nutzen, im Veranstaltungsbereich wurde ein eigener Korridor für Einsatzfahrzeuge freigehalten und Behörden und Einsatzorganisationen haben die Situation durchgehend beobachtet, um im Bedarfsfall rasch reagieren zu können.
Umfassende Kommunikation als Schlüsselfaktor
Besonders verweist LH Mattle auf die umfassenden Kommunikationsmaßnahmen des Landes im Vorfeld der Sperre: „Unser Ziel war es, die Menschen rechtzeitig, transparent und möglichst breit zu informieren – in Tirol, in Österreich und darüber hinaus. Denn zentral war, dass sich Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer auf die Sperre einstellen und den Brennerkorridor am 30. Mai großräumig meiden. Insgesamt wurden allein über die Kommunikationskanäle des Landes mehr als sechs Millionen Menschen erreicht. Zudem wurde in zahlreichen nationalen und internationalen Medien laufend über die Brennersperre und mögliche Auswirkungen berichtet. Die Kommunikation des Landes hat die Menschen im Vorfeld erreicht und unsere Botschaften sind durchwegs angekommen.“
Die Informationen wurden mehrsprachig über die Website www.tirol.gv.at/brennersperre bereitgestellt und über zahlreiche Kanäle verbreitet. Darüber hinaus wurden unter anderem auch Automobilclubs, Verkehrsservice-Stellen, Tourismusverbände, Transport-, Logistik- und Reiseunternehmen, Interessensvertretungen sowie Medien im In- und Ausland informiert. Auch über Social Media und Online-Kommunikation wurde laufend auf die Sperre und die empfohlenen großräumigen Ausweichrouten hingewiesen.



