Brandschutz beginnt bei der Vorsorge

Brandschutztag am 9. Oktober rückt vorbeugenden Brandschutz in den Fokus

  • Rauchwarnmelder und umsichtiges Verhalten können im Ernstfall entscheidend sein
  • Zertifikatslehrgang am Grillhof stärkt Brandschutzkompetenz und beschleunigt Bauverfahren
  • Feuerlöscher-Überprüfung alle zwei Jahre gesetzlich vorgeschrieben

Ob in den eigenen vier Wänden oder bereits bei der Planung eines Gebäudes: Wirksamer Brandschutz beginnt mit Vorsorge. Anlässlich des Brandschutztages morgen, Freitag, 9. Oktober, erinnert das Land Tirol an einfache Maßnahmen zur Brandvermeidung und an die Bedeutung des vorbeugenden baulichen Brandschutzes. Gleichzeitig setzt das Land auf gezielte Aus- und Weiterbildung: Am Tiroler Bildungsinstitut Grillhof werden hochbautechnische Sachverständige unter anderem im Bereich Brandschutz geschult.

„Brandschutz geht uns alle an. Schon mit einfachen Maßnahmen und einem bewussten Umgang mit möglichen Gefahrenquellen lässt sich das Risiko eines Brandes deutlich reduzieren. Gleichzeitig braucht es bei Bauvorhaben gut ausgebildete Fachleute, die Sicherheitsanforderungen frühzeitig mitdenken und kompetent beurteilen. Vorbeugender Brandschutz schützt allen voran Menschenleben und schlussendlich auch Sachwerte bis hin zu Existenzen“, betont LHStv Josef Geisler.

Rauchwarnmelder schaffen wertvollen Zeitvorsprung – regelmäßig testen!

Bei einem Brand kann eine möglichst frühe Warnung entscheidend sein. Das Land Tirol empfiehlt deshalb, in allen Wohn- und Aufenthaltsräumen sowie in Gängen, die als Fluchtwege dienen, zumindest einen Rauchwarnmelder am höchsten Punkt des Raumes anzubringen. Rauchwarnmelder sollten regelmäßig über die vorgesehene Testtaste auf ihre Funktion überprüft werden. 

Auch im Alltag lässt sich mit einfachen Maßnahmen vorbeugen: Brennende Kerzen und offenes Kaminfeuer sollten niemals unbeaufsichtigt bleiben. Elektrogeräte sollten bei Nichtgebrauch nach Möglichkeit stromlos geschaltet und Asche erst vollständig ausgekühlt entsorgt werden. Zudem müssen Feuerlöscher in Österreich nach gesetzlichen Vorgaben sowohl in Betrieben als auch Privathaushalten alle zwei Jahre von einem zertifizierten Sachkundigen überprüft werden.

„Oft sind es kleine Handgriffe, die einen großen Beitrag zur Sicherheit leisten. Ein funktionierender Rauchwarnmelder kann frühzeitig auf einen Brand aufmerksam machen und damit wertvolle Zeit schaffen, um sich und andere in Sicherheit zu bringen. Der Brandschutztag ist eine gute Gelegenheit, die eigenen Rauchwarnmelder und mögliche Gefahrenquellen zuhause wieder einmal bewusst zu überprüfen“, erklärt Landesfeuerwehrinspektor René Staudacher.

Brandschutz beginnt bereits beim Bauen

Vorbeugender Brandschutz beginnt bereits bei der Planung und Genehmigung eines Bauvorhabens. Damit brandschutztechnische Anforderungen frühzeitig und fachgerecht beurteilt werden können, bietet das Tiroler Bildungsinstitut Grillhof gemeinsam mit der Tiroler Landesstelle für Brandverhütung und dem Tiroler Gemeindeverband einen Zertifikatslehrgang für hochbautechnische Sachverständige an. Seit dem Start des Lehrgangs Ende 2024 wurden bereits rund 120 amtliche und nichtamtliche Sachverständige entsprechend qualifiziert. Der sechste Zertifikatslehrgang beginnt im Jänner 2027. Zu den Ausbildungsinhalten zählen unter anderem Bau- und Raumordnungsrecht, technische Bauvorschriften, die OIB-Richtlinien sowie Feuerpolizei und Veranstaltungsrecht. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf dem vorbeugenden Brandschutz und dessen praktischer Beurteilung. Das Lehrgangskonzept ist so aufgebaut, dass es eine direkte Verknüpfung von Theorie und Praxis gibt. Daher gibt es über den Lehrgang hinaus immer wieder Vertiefungsseminare für die LehrgangsabsolventInnen.

Die zusätzliche Qualifikation stärkt die Fachkompetenz direkt vor Ort und kann zugleich dazu beitragen, Bauverfahren effizienter abzuwickeln. Entsprechend geschulte hochbautechnische Sachverständige können bei bestimmten Bauvorhaben auch brandschutztechnische Aspekte selbst mitbeurteilen.

„Vorbeugender Brandschutz setzt möglichst früh an. Entscheidend ist, mögliche Risiken bereits in der Planung zu erkennen und fachlich fundiert zu beurteilen. Mit gezielter Aus- und Weiterbildung stärken wir das entsprechende Know-how vor Ort und schaffen damit die Grundlage für hohe Sicherheitsstandards und zugleich praktikable, effiziente Verfahren“, betont Johannes Pleifer, Geschäftsführer der Tiroler Landesstelle für Brandverhütung.


Factbox: Brandschutz-Check für zuhause

  • Rauchwarnmelder kontrollieren: Funktion regelmäßig mit der Testtaste überprüfen.
  • Richtig positionieren: Zumindest einen Rauchwarnmelder in Wohnräumen und Gängen, die als Fluchtwege dienen, am höchsten Punkt des Raumes montieren.
  • Kerzen im Blick behalten: Brennende Kerzen und offenes Feuer niemals unbeaufsichtigt lassen.
  • Elektrogeräte prüfen: Geräte bei Nichtgebrauch nach Möglichkeit stromlos schalten und defekte Geräte nicht weiterverwenden.
  • Asche sicher entsorgen: Nur vollständig ausgekühlte Asche in den Abfall geben.

Im Ernstfall: Gebäude verlassen, andere Personen warnen und die Feuerwehr über den Notruf 122 verständigen.