- Wöchentliches Update „Vereinfachung & Entbürokratisierung“
- Tirol setzt auf einfachere und schnellere Verfahren für Unternehmen
Mehr Tempo, weniger Papier und kürzere Wege: Mit der neu geschaffenen digitalen Verfahrensplattform schafft das Land Tirol für Unternehmen einen Überblick über deren laufende Verfahren. Dadurch sollen beispielsweise Genehmigungen für Betriebsanlagen noch schneller abgeschlossen und vereinfacht werden – konkret geht es dabei um sogenannte hoheitliche Administrativverfahren. Unternehmen und ihre VertreterInnen können Anträge jederzeit online einbringen und den Stand ihrer Verfahren erstmals digital abrufen. In den Gewerbereferaten Schwaz, Innsbruck, Imst und Lienz ist die erste Ausbaustufe der Plattform bereits im Echtbetrieb – erarbeitet gemeinsam mit PraktikerInnen und getestet von konkreten Tiroler Unternehmen. Die weiteren Gewerbereferate an den Tiroler Bezirkshauptmannschaften befinden sich derzeit in der Testphase. Die Umstellung auf den Echtbetrieb in ganz Tirol soll in den nächsten Wochen erfolgen.
„Tirol will schnelle, unkomplizierte und rechtssichere Verfahren. Deshalb bieten wir den heimischen Unternehmen einen modernen und verlässlichen Zugang zur Verwaltung – mit einem Klick sollen sie jederzeit einen Überblick über ihre Verfahren erhalten. Die digitale Verfahrensplattform ist dabei ein wichtiger Schritt: Anträge können unabhängig von Öffnungszeiten eingebracht werden und der aktuelle Stand eines Verfahrens ist jederzeit nachvollziehbar. Das schafft die Grundlage, um Verfahren effizienter, schneller und besser abzuwickeln“, betont LH Anton Mattle.
Betriebsanlagengenehmigungsverfahren sind mitunter die umfangreichsten und wichtigsten Kontaktpunkte zwischen Betrieben und dem Land. Unter Betriebsanlagen fallen Gebäude und Flächen, wie Werkstätten oder Hotels, in denen eine gewerbliche Tätigkeit ausgeübt wird. Anhand des Betriebsanlagenrechtes nützt man in Tirol nun das Potential der Digitalisierung für die Verfahrensbeschleunigung. Im Jahr 2024 sind im Land Tirol in diesem Bereich 1.091 Anträge eingegangen, davon wurden 1.063 abgeschlossen. Ein Viertel davon waren Erstgenehmigungen, drei Viertel haben Änderungsverfahren, wie beispielsweise für Betriebserweiterungen oder Betriebsübergaben, betroffen. Bis ein solches Verfahren abgeschlossen wird, dauert es ab vollständigem Vorliegen der Einreichunterlagen in Tirol durchschnittlich 54 Tage. Hier liegt Tirol bereits weit unter dem Österreichschnitt: In Österreich dauern bei Betriebsanlagenverfahren zwischen 72 (Änderungsgenehmigung) und 77 Tagen (Neugenehmigung).
„Digitalisierung wird dann spürbar, wenn sie den Alltag einfacher macht. Genau hier setzt die digitale Verfahrensplattform an. Die ersten Erfahrungen und Rückmeldungen zeigen, dass die digitale Abwicklung einen klaren Mehrwert sowohl für Unternehmen als auch für die Verwaltung bringt. Ich lade die Tiroler Unternehmen ein, diese neue Möglichkeit zu nutzen und von den damit verbundenen Vorteilen zu profitieren“, erklärt Wirtschafts- und Digitalisierungslandesrat Mario Gerber.
Verfahrensplattform soll laufend weiterentwickelt werden
Die Verfahrensplattform ist als mehrjähriges Projekt vorgesehen und soll laufend ausgebaut werden. Gestartet wird nun mit der digitalen Einreichmöglichkeit, der digitalen Vollständigkeitsbestätigung der Unterlagen und dem Verfahrenstracking. Als nächster Schritt soll der Mit- bzw. Parallelvollzug verbessert werden – das heißt: Damit sollen künftig nicht nur gewerberechtliche Betriebsanlagenverfahren digital eingebracht und abgewickelt werden können, sondern beispielsweise auch damit verbundene Bauverfahren.