Euregio-Vorstand gibt grünes Licht für mehr Lawinenschutz

Vorstand und Versammlung der Euregio Tirol-Südtirol-Trentino tagten in Innsbruck

  • Neue Software für Lawinenschutzkommissionen ab dieser Wintersaison im Einsatz
  • Euregio bringt erstes Wimmelbuch für Kinder heraus – ab 16. Oktober im Handel
  • Heute Nachmittag: Landeshauptleute beim EuregioSprintChampion im Stadtzentrum

Mehr Sicherheit am Berg: Die neue Informations-, Dokumentations- und Kommunikationsplattform Pro.Lawinen.Report soll künftig die Bewertung von Lawinengefahren erleichtern. Im Winter 2026/27 steht die Software erstmals allen 346 Lawinenkommissionen der Euregio Tirol-Südtirol-Trentino zur Verfügung. Die Finanzierung für die ersten fünf Jahre wurde heute, Samstag, im Rahmen der Sitzungen von Euregio-Vorstand und Euregio-Versammlung in Innsbruck gesichert. Neben politischen Gesprächen zwischen Tirol, Südtirol und dem Trentino zählten die Vorstellung des ersten Euregio-Wimmelbuchs für Kinder und der Besuch beim EuregioSprintChampion in der Maria-Theresien-Straße zu den weiteren Höhepunkten des Tages.

Pro.Lawinen.Report: Wahrnehmen, Beurteilen, Handeln

Das neue System wurde im Rahmen des Euregio-Projekts Cairos von den für die Lawinenkommissionen zuständigen Institutionen in Tirol, Südtirol und dem Trentino gemeinsam entwickelt und mit Pilotkommissionen erprobt. Nach zweijähriger Laufzeit wurde das EU-geförderte Interreg-Projekt heuer abgeschlossen und von den drei Ländern in den Regelbetrieb übernommen. Eckpfeiler von Cairos sind eine gemeinsame Ausbildung, neu entwickelte Lawinenszenariokarten sowie die neue Softwareplattform, die sich am Grundsatz „Wahrnehmen, Beurteilen, Handeln“ orientiert. Damit können die Kommissionsmitglieder in Tirol, Südtirol und dem Trentino direkt vor Ort Beobachtungen erfassen, Beurteilungen erstellen und den EntscheidungsträgerInnen empfohlene Maßnahmen – etwa Sperrungen von Straßen oder Skipisten – mitteilen. Einen praktischen Einblick in das Projekt Cairos gibt es auf dem YouTube-Kanal des Landes Tirol.

Euregio-Präsident LH Anton Mattle betont: „Die Euregio ist einen Schritt voraus und bereitet sich schon auf die Herausforderungen im Winter vor. Mit der Zusammenarbeit in Sachen Lawinenkommissionen schützen wir Menschen und Infrastrukturen in den Bergen: Mit dem Multifunktionstool können die Kommissionsmitglieder Lawinenrisiken noch effizienter einschätzen und ihrer hohen Verantwortung gerecht werden.“

Start mit Winter 2026/27 – Schulungen auch österreichweit

Das System wird in der kommenden Wintersaison erstmals eingesetzt. Es ist für die Nutzung auf Mobilgeräten optimiert und funktioniert auch offline – in Gebieten ohne Netzempfang. Ab 20. Oktober wird es im Rahmen von Schulungen nicht nur den Lawinenkommissionen der Euregio Tirol-Südtirol-Trentino zur Verfügung gestellt, sondern auch Lawinenkommissionen in weiteren österreichischen Bundesländern.

Über Grenzen hinweg entwickelt sich die Euregio zu einem „echten Kompetenzzentrum für Sicherheit am Berg“. Davon sind auch die Landeshauptleute von Südtirol und dem Trentino, Arno Kompatscher und Maurizio Fugatti, überzeugt. LH Kompatscher führt aus: „Lawinen unterliegen überall den gleichen Gesetzen der Physik. Es schien uns konsequent, ihre Risiken einheitlich zu bewerten.“

LH Fugatti erklärt: „Immer mehr Menschen arbeiten und erholen sich in den Bergen und nutzen dabei digitale Hilfsmittel. Darauf wollen wir praktische Antworten geben.“ Weitere Beispiele für die Bevölkerung und BergsportlerInnen sind der Euregio-Lawinenreport www.lawinen.report, der Euregio-Wetterbericht www.meteo.report und Euregio-Wandertools, wie die Ausgesetztheitskarte und das Vergleichstool für Wegeklassifikationen.

120 Nachwuchs-Sprinttalente beim EuregioSprintChampion 

Von der Euregio-Sitzung zum EuregioSprintChampion: Am Nachmittag ziehen die Landeshauptleute und weitere Mitglieder der Euregio-Versammlung gemeinsam mit den Jugendlichen vom Landhausplatz zur Startlinie in der Maria-Theresien-Straße. Das Event findet jährlich abwechselnd in Tirol, Südtirol und dem Trentino statt und wird vom Allgemeinen Sportverband Österreich (ASVÖ Tirol), dem Verband der Sportvereine Südtirols (VSS) und dem Centro Sportivo Italiano (CSI) des Trentino organisiert.

Rund 13.000 Kinder und Jugendliche nahmen an den Vorausscheidungen in zahlreichen Ortschaften und Schulen in Tirol, Südtirol und im Trentino teil. Die 120 besten Nachwuchstalente der drei Länder treten heute im Finale in den Alterskategorien U8 bis U14 gegeneinander an und kämpfen um den begehrten Euregio-Titel. 

Ziel des Projekts ist es, Kinder und Jugendliche früh für die Leichtathletik zu begeistern: Dank einer mobilen Sprintbahn kommt der Sport direkt in den öffentlichen Raum, wird für ein breites Publikum erlebbar und weckt die Freude an Bewegung.

Erstes Euregio-Wimmelbuch lädt zum spielerischen Entdecken ein

Bei der Sitzung wurde auch erstmals das neue Euregio-Wimmelbuch präsentiert. Es richtet sich an Kinder ab vier Jahren, dürfte aber der ganzen Familie Freude bereiten. Autorin Kathrin Gschleier und Illustratorin Chiara Rovescala haben sieben Alltagssituationen geschaffen, in denen Anna und Adler Tiri spielerisch die Vielfalt, Gemeinsamkeiten und Besonderheiten von Tirol, Südtirol und dem Trentino entdecken – von Bergen und Wandern über Brauchtum und Landwirtschaft bis hin zu traditionellen Gerichten und Produkten. Eingestreute Wörter auf Deutsch, Italienisch und Ladinisch sorgen für einen zusätzlichen Lerneffekt und spiegeln die sprachliche Vielfalt der Euregio wider.

Das Euregio-Wimmelbuch ist ab 16. Oktober zum Preis von 19,50 Euro im Buchhandel erhältlich und wird zudem an alle öffentlichen Kindergärten in der Euregio verteilt. Im November können die Autorin und Illustratorin auch zu Buchvorstellungen eingeladen werden. Mehr Informationen dazu finden sich auf der Website der Euregio. Beim Tag der offenen Tür am 26. Oktober in Innsbruck können BesucherInnen – an einem Stand vor dem Euregio-Infopoint in der Wilhelm-Greil-Straße – das Wimmelbuch kennenlernen und bei Gewinnspielen Exemplare ergattern.