- Tirol setzt auf Veränderungen: Rollenbilder aufbrechen, Frauen gezielt fördern und echte Chancengleichheit schaffen
- Initiativen wie Girls‘ Day, Tiroler Frauenpreis, Sportförderungen oder Recht auf Vermittlung eines Kinderbildungs- und Kinderbetreuungsplatzes
Frauen in Tirol arbeiten statistisch gesehen 67 Tage im Jahr unbezahlt. Anders gesagt: Im Vergleich zu Männern erhalten Frauen durchschnittlich ab 26. Oktober kein Gehalt mehr. Der Equal Pay Day macht diese Einkommenslücke zwischen Frauen und Männern sichtbar. Das Land Tirol setzt sich dafür ein, Rollenbilder aufzubrechen, Frauen gezielt zu fördern und echte Chancengleichheit zu schaffen.
„Gleiche Arbeit und Einsatz müssen gleich viel wert sein und gleich bezahlt werden. Daran gibt es für mich keinen Zweifel. Der Equal Pay Day führt uns jedes Jahr vor Augen, dass wir unser Ziel noch nicht erreicht haben. Frauen erfahren am Arbeitsmarkt nach wie vor noch Benachteiligungen. Das dürfen wir nicht hinnehmen, denn Leistungsbereitschaft, Einsatz und Erfolg gehören gleich belohnt. Wir müssen am Arbeitsmarkt bewusst Rollenbilder aufbrechen, Mädchen frühzeitig stärken und allen Menschen die gleichen Chancen eröffnen. Unser Ziel muss sein, dass es keinen Equal Pay Day mehr braucht“, betont LH Anton Mattle.
Auch Frauenlandesrätin Eva Pawlata sieht dringenden Handlungsbedarf: „Die Lohnlücke zwischen Frauen und Männern lässt sich nicht allein mit Teilzeit- oder Care-Arbeit erklären. Selbst bei Vollzeitbeschäftigten verdienen Frauen in Tirol im Schnitt rund 18 Prozent weniger als Männer. Dahinter stehen unter anderem die ungleiche Verteilung auf Berufsfelder und unterschiedliche Aufstiegschancen. Die Folgen reichen weit über das Erwerbsleben hinaus: Wer weniger verdient, bekommt später auch eine niedrigere Pension und trägt ein höheres Armutsrisiko. Wir müssen an diesen strukturellen Ungleichheiten ansetzen. Denn Chancengleichheit stärken bedeutet auch Familien, den Arbeitsmarkt, den Wirtschaftsstandort und damit die Zukunft Tirols stärken.“
Stereotype aufbrechen, Chancen eröffnen
Die Berufswahl prägt das Einkommen oft ein Leben lang. Frauen sind überdurchschnittlich häufig in dienstleistungsorientierten, sozialen, pädagogischen oder pflegerischen Berufen tätig, die im Durchschnitt niedriger entlohnt werden. Deshalb setzt das Land Tirol bereits bei der Berufsorientierung an. Der Girls’ Day eröffnet Schülerinnen seit mittlerweile 25 Jahren Einblicke in MINT-Berufe – Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik – sowie in handwerkliche Tätigkeiten. Er macht Talente sichtbar, weckt Interessen und zeigt berufliche Wege jenseits traditioneller Rollenbilder. Der seit 2018 bestehende Girls’ Day mini richtet sich zudem bereits an Schülerinnen der dritten Volksschulklasse. So lernen Mädchen früh unterschiedliche Berufsfelder kennen und entdecken ihre Möglichkeiten, bevor Klischees ihre Entscheidungen einengen. Alleine im Jahr 2026 nahmen 720 Schülerinnen aus 42 Schulen an dem Aktionstag teil.
Gleichstellung sichtbar machen und stärken
Gleichstellung braucht Aufmerksamkeit, Austausch und konkrete Vorbilder. Das Land Tirol setzt deshalb regelmäßig Initiativen und Veranstaltungen zu Frauen- und Gleichstellungsthemen. Ein wichtiger Fixpunkt ist die jährliche Enquete „Frauen und Gleichstellung“ im Innsbrucker Landhaus. Mit dem Tiroler Frauenpreis zeichnet das Land zudem Frauen aus, die Geschlechterstereotype hinterfragen und Gleichstellung aktiv vorantreiben. Der Preis wurde heuer bereits zum dritten Mal vergeben und ist mit 5.000 Euro dotiert. Er rückt jene Frauen ins Rampenlicht, die Veränderungen anstoßen und neue Wege eröffnen.
Frauen stärken – im Sport und im Berufsalltag
Chancengleichheit muss in allen Lebensbereichen ankommen. Im Sport fördert das Land Tirol gezielt die Ausbildung von Frauen zu Trainerinnen und Funktionärinnen. Auch Frauenmannschaften in der höchsten und zweithöchsten Bundesliga erhalten Unterstützung. Damit stärkt das Land Frauen in Führungs- und Entscheidungspositionen und trägt dazu bei, ihre Leistungen sichtbarer zu machen.
Ein weiterer Schlüssel zu mehr Gleichstellung ist die Schaffung von Wahlfreiheit sowie die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. „Mit dem Recht auf Kinderbildung und Kinderbetreuung hat Tirol eine Vorreiterrolle in Österreich eingenommen und den Familien ein wichtiges Angebot gemacht: Jedes Kind ab dem zweiten Geburtstag, das einen Bildungs- und Betreuungsplatz braucht, soll einen bekommen. Die digitale Anmeldeplattform FRIDA erleichtert den Zugang zu den hochwertigen Angeboten und unterstützt sie bei der Planung des Familienlebens. Damit haben wir Wahlfreiheit geschaffen und zeigen als erstes Bundesland vor, dass ein solches Recht in der Praxis umsetzbar ist“, betont LH Mattle.