Haslachgalerie in Kals offiziell eröffnet

Mehr Sicherheit für Kalsertal und neue Radwegverbindung

  • Neue Infrastruktur stärkt Verkehrs- und Versorgungssicherheit für Bevölkerung, Gäste und Einsatzkräfte
  • 200 Meter lange Galerie schützt die L 26 Kalser Straße im Bereich des Blasiskagrabens vor Lawinen
  • Nach Verkehrsfreigabe Ende 2025 wurden im Frühjahr und Sommer 2026 Radweg, Deckasphalt und abschließende Rekultivierungsarbeiten umgesetzt

Mit der offiziellen Eröffnung der Haslachgalerie in Kals am Großglockner findet ein bedeutendes Infrastrukturprojekt für das Kalsertal seinen Abschluss. Die rund 200 Meter lange Schutzgalerie auf der L 26 Kalser Straße sichert den besonders lawinengefährdeten Straßenabschnitt im Bereich des Blasiskagrabens zwischen Oberpeischlach und Lesach. Bereits vor Beginn der Wintersaison 2025/26 konnte die Galerie für den Verkehr freigegeben werden. In den vergangenen Monaten wurden nun auch die abschließenden Arbeiten im gesamten Baulos – vom Radweg bis zur abschließenden Asphaltierung – fertiggestellt. Finanziert wurde das Projekt vom Land Tirol – die Baukosten beliefen sich auf rund 9,8 Millionen Euro. 

„Mit der Haslachgalerie haben wir eine dauerhafte Lösung für einen Straßenabschnitt geschaffen, der nach den schweren Unwettern und schneereichen Wintern der vergangenen Jahre zunehmend Naturgefahren ausgesetzt war. Eine sichere Erreichbarkeit ist für die Menschen im Kalsertal ebenso entscheidend wie für den Tourismus, die Wirtschaft und die Einsatzorganisationen. Mit dem Abschluss dieses Projekts setzen wir einen wichtigen Schritt für eine verlässliche Verkehrsinfrastruktur in Osttirol“, so LHStv Josef Geisler anlässlich der Eröffnung.

„Die Haslachgalerie gibt uns ein wesentliches Stück zusätzliche Sicherheit“

Auslöser für das Projekt waren insbesondere die Folgen des Sturmtiefs Vaia im Jahr 2018 und die darauffolgenden schneereichen Winter. Durch den Verlust der Schutzwirkung des Waldes hatte sich die Lawinengefährdung im Bereich des Blasiskagrabens deutlich erhöht. Die neue Galerie schützt die Landesstraße nun unmittelbar vor Lawineneinwirkungen. Ergänzt wird das Schutzbauwerk durch Lawinenleitdämme nördlich und südlich der Galerie.

Für die Gemeinde Kals am Großglockner bedeutet der Abschluss des Projekts vor allem mehr Verlässlichkeit im Alltag. „Eine sichere Straßenverbindung ist für unsere Gemeinde von zentraler Bedeutung. Sie betrifft den täglichen Weg zur Arbeit und zur Schule genauso wie die Erreichbarkeit für unsere Gäste oder die Zufahrt im medizinischen Notfall. Die Haslachgalerie gibt uns hier ein wesentliches Stück zusätzliche Sicherheit. Umso erfreulicher ist es, dass nun auch die abschließenden Arbeiten rund um das Bauwerk abgeschlossen sind“, hebt die Kalser Bürgermeisterin Erika Rogl die Bedeutung der Haslachgalerie für die Gemeinde Kals am Großglockner hervor.

Radweg und abschließende Straßenbauarbeiten im Frühjahr und Sommer 2026

Nachdem die wesentlichen Arbeiten an der Galerie bereits innerhalb einer Bausaison abgeschlossen und die Straße noch 2025 für den Verkehr freigegeben werden konnte, konzentrierten sich die Arbeiten im Frühjahr und Sommer 2026 vor allem auf die Bereiche außerhalb des Schutzbauwerks. Ein Schwerpunkt lag auf der Herstellung des neuen Radwegs im Bereich der bisherigen Straßentrasse. Darüber hinaus wurde im gesamten Baulos die abschließende Asphaltschicht aufgebracht. Ebenso erfolgten die Rekultivierung der beanspruchten Flächen sowie die landschaftliche Einbindung des Bauwerks.

Im Bereich des Blasiskagrabenbachs wurde zudem das Gerinne neu hergestellt. Im Kreuzungsbereich mit dem Radweg wurde eine Furt ausgeführt, die sowohl den wasserbaulichen Anforderungen als auch der neuen Radwegführung Rechnung trägt.

Landesbaudirektor Christian Molzer erläutert: „Bei einem Projekt dieser Größenordnung endet die Arbeit nicht mit der Verkehrsfreigabe der Galerie. Im Frühjahr und Sommer ging es darum, sämtliche Außenbereiche fertigzustellen, die endgültige Fahrbahnoberfläche herzustellen und das gesamte Baulos sauber in den Bestand und in die Umgebung einzubinden. Mit dem Radweg und den abschließenden Rekultivierungsmaßnahmen ist das Projekt nun gesamthaft abgeschlossen.“

Bauablauf ermöglichte frühzeitige Verkehrsfreigabe

Bereits die Hauptbauphase war schneller als ursprünglich vorgesehen verlaufen. Ein niederschlagsarmer Winter hatte einen frühen Baustart ermöglicht. Gleichzeitig konnten Erdarbeiten, Spezialtiefbau und Betonbau eng aufeinander abgestimmt werden. Dadurch war es möglich, die wesentlichen Arbeiten an der 200 Meter langen Galerie innerhalb einer einzigen Bausaison umzusetzen und das Bauwerk bereits vor dem Winter 2025/2026 für den Verkehr zu öffnen. Auch während der Bauphase blieb die L 26 Kalser Straße weitgehend befahrbar. Verkehrsbehinderungen konnten auf einzelne Bauabschnitte und zeitlich begrenzte einspurige Führungen reduziert werden.

Johannes Nemmert, Leiter des Baubezirksamts Lienz, betont: „Die Herausforderung bestand darin, ein technisch anspruchsvolles Schutzbauwerk zu errichten und gleichzeitig die Verkehrsverbindung nach Kals möglichst durchgehend aufrechtzuerhalten. Das ist dank einer sehr guten Abstimmung aller Beteiligten gelungen. Mit der Fertigstellung des Radwegs, der Deckschicht und der Arbeiten am Blasiskagrabenbach können wir heute ein vollständig abgeschlossenes und funktionierendes Gesamtprojekt übergeben.“