„Home-Treatment“ wird fortgesetzt

Landes-Zielsteuerungskommission (L-ZK) beschließt Fortführung des bewährten Behandlungsmodells in der Kinder- und Jugendpsychiatrie für 2027 und 2028

  • Insgesamt rund zwei Millionen Euro für wohnortnahe Behandlung von Kindern und Jugendlichen
  • Behandlungskapazität des „Home-Treatment“ wird mit 2027 ausgeweitet
  • Zusätzlicher Förderschwerpunkt: Kostenloses Früherkennungsprogramm für Brustkrebs

Das „Home-Treatment“ ermöglicht es Kindern und Jugendlichen mit psychiatrischem Behandlungsbedarf, über mehrere Monate in ihrem vertrauten häuslichen Umfeld betreut zu werden. In ihrer jüngsten Sitzung hat die Landes-Zielsteuerungskommission (L-ZK) am Dienstag die Fortführung des etablierten „Home-Treatment“ im Bereich der Kinder- und Jugendpsychiatrie beschlossen. Damit stellen das Land Tirol und die Sozialversicherung die Weichen für die dritte Projektphase von Jänner 2027 bis Dezember 2028 und sichern die Finanzierung mit insgesamt rund zwei Millionen Euro. Zugleich wird die Behandlungskapazität innerhalb des Pilotprojekts von bisher zehn auf zwölf Plätze erhöht. Im Schnitt beträgt die Dauer pro Behandlungsplatz – und damit für einen Jugendlichen – 88 Tage bzw. rund drei Monate. Seit Initiierung des Projekts im November 2023 konnten bereits 95 Kinder und Jugendliche über das „Home-Treatment“ erfolgreich begleitet werden. 

 „Nicht für jede psychiatrische Erkrankung ist ein Aufenthalt im Krankenhaus die beste Therapie. Das Home-Treatment bringt professionelle Hilfe ins Zuhause und das familiäre Umfeld von Kindern und Jugendlichen – dort, wo sie sich gut aufgehoben fühlen. Diese Behandlungsform entlastet die Betroffenen und ihre Familien und kann stationäre Aufenthalte vermeiden oder verkürzen“, freut sich Gesundheitslandesrätin Cornelia Hagele über die Ausweitung des Pilotprojekts und ergänzt: „Dass wir dieses Angebot fortführen und ausbauen, ist ein wichtiger Schritt für eine moderne und bedarfsgerechte Kinder- und Jugendpsychiatrie in Tirol.“ 

Vorzeigemodell „Home-Treatment“: Hilfe im vertrauten Umfeld

Seit 2023 begleiten multiprofessionelle Teams Kinder und Jugendliche beim „Home-Treatment“ direkt zu Hause. FachärztInnen für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Fachkräfte aus dem Bereich der Psychotherapie, Psychologie, Ergotherapie, Sozialpädagogik und Pflege arbeiten dabei zusammen. Die Behandlung bindet auch die Familien ein und kann sich dadurch am individuellen Bedarf der jungen PatientInnen orientieren. Neben der Ausweitung auf zwölf Behandlungsplätze werden die bestehenden Personalkapazitäten gesichert und um eine Fachärztin bzw. einen Facharzt in Ausbildung ergänzt.

Land Tirol und Sozialversicherung sichern Finanzierung

Die Finanzierung für die dritte Phase des „Home-Treatment“ liegt für das nächste Jahr bei rund 965.000 Euro und für 2028 bei mehr als 970.000 Euro. „Mit dem ‚Home-Treatment‘ schaffen wir eine moderne, wohnortnahe psychiatrische Versorgung, die Kinder und Jugendliche dort erreicht, wo sie sich am sichersten fühlen – in ihrem vertrauten Umfeld. Ein multiprofessionelles Team begleitet dabei nicht nur die jungen Patientinnen und Patienten umfassend, sondern bezieht auch ihre Familien aktiv in die Behandlung ein“, erklärt Bernhard Achatz, Vorsitzender des Landesstellenausschusses der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK). Weitere gemeinsame Projekte von Land und Sozialversicherung, die ebenfalls im Zuge der L-ZK ins Leben gerufen wurden, sind „HerzMobil Tirol“ oder das neue Diabetes-Pilotprojekt im Bezirk Kufstein. 

Brustkrebs-Früherkennung: Appell an Frauen, das Angebot zu nutzen

Ein weiterer Fokus der Sitzung der Landes-Zielsteuerungskommission lag zudem darauf, mehr Bewusstsein für umfassende Gesundheitsvorsorge zu schaffen – speziell bei Frauen. So bietet das österreichische Vorsorgeprogramm „früh erkennen“ die Möglichkeit, Brustkrebs durch regelmäßige Mammografien möglichst frühzeitig zu entdecken. Jährlich erhalten rund 590 Tirolerinnen die Diagnose Mammakarzinom (Brustkrebs), etwa 110 Frauen sterben an den Folgen der Erkrankung. Dennoch nutzt nur etwas mehr als die Hälfte der anspruchsberechtigten Frauen das Untersuchungsangebot.

„Auch wenn sich keine Beschwerden zeigen: Brustkrebs kann alle Frauen betreffen. Deshalb ist es mir ein großes Anliegen, dass möglichst viele Frauen das kostenlose Früherkennungsprogramm nutzen. Die Mammografie ist eine wichtige Möglichkeit, Auffälligkeiten im Gewebe früh zu erkennen und rechtzeitig zu handeln. Ich ermutige daher alle Frauen ab 40 Jahren, das Angebot in Anspruch zu nehmen – denn Vorsorge kann Leben retten“, informiert LRin Hagele. Das Früherkennungsprogramm ist für sozialversicherte Frauen kostenlos. Frauen zwischen 45 und 74 Jahren erhalten alle zwei Jahre eine Einladung beziehungsweise Erinnerung. Untersuchungen sind an 21 Standorten in Tirol möglich. 

LSA-Vorsitzender Achatz betont ebenfalls: „Früherkennung kann Leben retten – und genau deshalb ist das österreichische Brustkrebsfrüherkennungsprogramm ein so wertvoller Bestandteil unserer Gesundheitsversorgung. Mein Appell an alle Frauen lautet daher: Nutzen Sie dieses kostenlose Angebot – denn je früher Brustkrebs erkannt wird, desto besser sind die Heilungschancen.“ 

Weitere Informationen zum Früherkennungsprogramm, zu den Teilnahmevoraussetzungen und zu den Untersuchungsstandorten stehen unter www.frueh-erkennen.at sowie über die kostenlose Serviceline 0800 500 181 zur Verfügung.

Frauengesundheitsstraße: nächste Termine in Telfs und St. Johann

Mehr zu Brustkrebs und weiteren Vorsorgethemen gibt es auch bei den Frauengesundheitsstraßen des Landes Tirol. Diese bieten in allen Bezirken kostenlose Gesundheitschecks, Beratungsmöglichkeiten und Wissenswertes rund um Frauengesundheit. Das nächste Mal finden die Frauengesundheitsstraßen am 16. Oktober im Inntalcenter in Telfs und am 22. Oktober im Kaisersaal in St. Johann in Tirol statt. Auch Männer sind dazu herzlich eingeladen. Alle Termine und Informationen finden sich unter www.tirol.gv.at/frauengesundheit.