Im Herbst auf den Bergen: Sicher unterwegs bei Wanderungen

Kürzere Tage, Laub, Nässe und erste Vereisungen verändern die Bedingungen am Berg

  • Neue Ausgesetztheitskarte hilft, Wege und Absturzgefahren bereits bei der Tourenplanung besser einzuschätzen
  • Digitale Informationen unterstützen bei der Planung – Beschilderungen und Hinweise vor Ort haben Vorrang
  • Auch Hüttenöffnungszeiten sowie Aktivitäten in Alm-, Forst- und Jagdwirtschaft beachten

Gute Fernsicht, angenehme Temperaturen und weniger Gewitter machen den Herbst zu einer beliebten Zeit für Wanderungen in Tirol. Gleichzeitig ändern sich die Bedingungen am Berg: Die Tage werden kürzer, Nässe durch Regen, Tau oder Nebel erhöhen die Rutschgefahr. Das Land Tirol appelliert daher, bei der Planung einer Herbsttour die jahreszeitlichen Besonderheiten zu berücksichtigen und die Route an die aktuellen Bedingungen anzupassen. Unterstützung bei der Tourenplanung bieten auch digitale Anwendungen. So gibt es mittlerweile eine Ausgesetztheitskarte: Sie zeigt in vier Stufen die Absturzgefahr auf Wegen – gerade im Herbst bei potentiell erhöhter Rutschgefahr eine wichtige Information. Zudem macht ein Vergleichstool unterschiedliche Wegeklassifikationen in Tirol, Südtirol und Trentino verständlich. Entstanden ist diese Karte im Rahmen eines Euregio-Projekts – DIGIWAY (mehr dazu in der Pressemitteilung vom 25. Juni 2026). Zudem werden erstmals die amtlichen Wegedaten der drei Euregio-Landesteile gemeinsam digital nutzbar gemacht.

„Gerade im Herbst lohnt sich ein genauer Blick auf die geplante Tour und die aktuellen Bedingungen. Digitale Werkzeuge können dabei eine wichtige Unterstützung sein. Durch DIGIWAY stehen neue qualitätsgesicherte Datengrundlagen zur Verfügung, die helfen, Wege und mögliche Gefahren besser einzuschätzen“, betont Sportreferent LHStv Philip Wohlgemuth

Fünf Tipps für die Herbsttour

Bei der Planung und während der Tour gilt es insbesondere, einige herbstliche Besonderheiten im Blick zu behalten:

  • Früh starten und kürzer planen: Die Sonne geht früher unter. Touren sollten so gewählt werden, dass ausreichend Zeit für den Rückweg bei Tageslicht bleibt.
  • Höhenlage und Wetter beachten: Nach Niederschlägen kann in höheren Lagen bereits Schnee liegen. Auf schattigen Nordseiten kann dieser länger liegen bleiben.
  • Trittsicher unterwegs sein: Laub kann Wurzeln, Steine und Löcher verdecken. Nässe durch Regen, Tau oder Nebel macht den Untergrund zusätzlich rutschig.
  • Frost und Vereisung einkalkulieren: Bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt können feuchte Stellen vereisen. Besonders unter Laub können sich in steilen Waldpassagen tückische Eisflächen bilden. Spikes für Wanderschuhe können zusätzliche Trittsicherheit bieten.
  • Hüttenöffnungszeiten prüfen: Viele Alm- und Schutzhütten schließen im Herbst. Wer eine Einkehr einplant, sollte sich vorab über die aktuellen Öffnungszeiten informieren.

Tourenplanung endet nicht am Smartphone

Digitale Karten und Tourenplattformen sind wichtige Hilfsmittel bei der Tourenplanung, ihre Angaben sind jedoch nicht immer amtlich geprüft oder aktuell. Deshalb sollten möglichst qualitätsgesicherte Informationen genutzt und im Zweifelsfall mehrere Quellen abgeglichen werden. Das Euregio-Projekt DIGIWAY schaffte dafür zusätzliche Grundlagen.

Auch abseits der eigenen Sicherheit ist im Herbst Rücksicht gefragt. Wer Sperren und Hinweise beachtet, Rücksicht auf andere NutzerInnen des Naturraums nimmt und die eigene Tour an die Bedingungen anpasst, leistet einen wichtigen Beitrag für ein gutes Miteinander am Berg. „Im Herbst teilen sich viele unterschiedliche Interessen den Naturraum. Rücksicht auf Wildtiere, Wald- und Landwirtschaft sowie Jagd ist deshalb ebenso wichtig wie die eigene Sicherheit. Wer aktuelle Hinweise beachtet und seine Tour an die Bedingungen anpasst, trägt zu einem guten Miteinander am Berg bei“, erklärt LHStv Josef Geisler.