Der Bund soll nun prüfen, wie Frauen bei öffentlichen Veranstaltungen nach dem Vorbild der Initiative „No Women No Panel“ stärker vertreten werden können. Darüber hinaus bekräftigte Tirol seine Forderung nach einer österreichweiten Meldestelle gegen Antifeminismus und Sexismus und setzte sich gemeinsam mit weiteren Bundesländern für einen besseren Schutz von Frauen und Mädchen vor digitaler Gewalt ein.
Weibliche Expertise sichtbar machen
„Wer nicht gehört und gesehen wird, kann auch nicht mitgestalten. Deshalb reicht es nicht, Frauen nur mitzudenken. Wir müssen ihnen aktiv Raum geben – auf Podien, in Gremien und bei Konferenzen. Genau hier setzt die Initiative ‚No Women No Panel‘ an: Sie soll weibliche Expertise sichtbar machen und Frauen als Vorbilder stärken“, betont Frauenlandesrätin Eva Pawlata und verweist dabei auf die 2018 von der damaligen EU-Kommissarin Mariya Gabriel ins Leben gerufene Initiative, die auch im Euregio-Partnerland Südtirol bereits aufgegriffen wurde.
Nach diesem Vorbild soll der Bund nun die Einführung einer freiwilligen Selbstverpflichtung für VeranstalterInnen prüfen, bei der Planung von Podiumsdiskussionen und Konferenzen mindestens eine Frau einzubeziehen. Begleitende Informations- und Sensibilisierungsmaßnahmen sowie ein regelmäßiges Monitoring könnten die Umsetzung unterstützen.
Forderung nach Meldestelle gegen Antifeminismus bekräftigt
Bereits 2023 hatte sich die Landesfrauenreferentinnenkonferenz auf Antrag Tirols dafür ausgesprochen, die Einrichtung einer österreichweiten Meldestelle gegen Antifeminismus und Sexismus zu prüfen. Dieses Anliegen setzte Tirol heute erneut auf die Tagesordnung. Eine solche Meldestelle soll antifeministische und sexistische Vorfälle dokumentieren, Entwicklungen sichtbar machen und Betroffene bei Bedarf an geeignete Beratungsstellen weitervermitteln. Wie wichtig das ist, zeigt auch die Tiroler Studie „Sexismus im Alltag“ (2022): Drei Viertel der über 1.000 Befragten gaben an, Sexismus bereits erlebt oder beobachtet zu haben.
Schutz vor digitaler Gewalt stärken
Ob Cyberstalking, die unerlaubte Verbreitung intimer Aufnahmen oder mithilfe künstlicher Intelligenz erstellte sexualisierte Deepfakes: Neue Technologien eröffnen auch neue Möglichkeiten für Gewalt und Missbrauch. Gemeinsam mit Burgenland, Vorarlberg, Wien und der Steiermark brachte Tirol daher den Antrag „Konsequente Bekämpfung digitaler Gewalt gegen Frauen und Mädchen“ ein. Gefordert werden unter anderem die Schließung strafrechtlicher Schutzlücken, eine bessere Unterstützung Betroffener bei der digitalen Beweissicherung sowie ein leichterer Zugang zu Beratung und rechtlicher Unterstützung.
Euregio-Frauen treffen sich in Innsbruck
Die Sichtbarkeit und Mitgestaltung von Frauen steht auch bei der Euregio-Landesfrauenversammlung am 16. November in Innsbruck im Mittelpunkt. Unter dem Motto „Grenzen überwinden: Frauen stärken die Euregio durch Kooperation und Vielfalt“ kommen VertreterInnen aus Tirol, Südtirol und dem Trentino zusammen, um sich über gemeinsame frauenpolitische Anliegen auszutauschen und die grenzüberschreitende Zusammenarbeit zu stärken. Tirol hat derzeit den Vorsitz in der Euregio inne und ist Gastgeber der Veranstaltung.

