- Stärkung der Zusammenarbeit im Alpenraum und Jugendbeteiligung als Schwerpunkte
- Fokus Mobilität: Tirol drängt auf Fortschritte beim Brenner-Nordzulauf
Die Alpen verbinden – konkret sieben Staaten, 48 Regionen und mehr als 80 Millionen Menschen. Sie stehen vor ähnlichen Herausforderungen und können gemeinsame Chancen nutzen. Die EU-Alpenraumstrategie (EUSALP) bietet dafür einen wichtigen Rahmen. Im vergangenen Jahr wurde in Innsbruck das zehnjährige Bestehen der EUSALP gefeiert. Heute, Donnerstag, nahm Tirols Landeshauptmann Anton Mattle am Jahresforum im bayerischem Lindau teil. Dabei traf er auf Vertreterinnen und Vertreter anderer Alpenländer wie dem bayrischen Staatsminister Florian Herrmann, dem deutschen Staatsminister im Auswärtigen Amt, Florian Hahn, die Landeshauptleute aus Vorarlberg, Markus Wallner, und Südtirol, Arno Kompatscher sowie Regionalräte, Regionalminister, Staatssekretäre und Delegationen aus Frankreich, Italien, Liechtenstein und Slowenien. „Die Regionen sind das Herzstück unseres Europas. Die alpinen Regionen organisieren sich innerhalb der EUALP, um Sprachrohr für 80 Millionen Menschen zu sein. Gerade die Regionen kennen die Herausforderungen vor Ort und wissen, was die Menschen brauchen. Gerade der Alpenraum hat besondere Voraussetzungen und steht vor Herausforderungen, die nicht an Staatsgrenzen haltmachen. Umso wichtiger ist die grenzüberschreitende Zusammenarbeit und dass Tirol in diesen Runden die Stimme erhebt“, betont LH Anton Mattle.
Tirol lässt bei Verkehrsverlagerung nicht locker
Ein zentrales Zukunftsthema der Alpenländer ist die nachhaltige Gestaltung von Verkehr und Mobilität, dazu bekennt sich die EUSALP regelmäßig. LH Mattle drängt im Rahmen der EUSALP darauf, dass aus den Lippenbekenntnisse auch konkrete Schritte werden. Auch nach der Ankündigung der österreichisch-italienischen Projektgesellschaft BBT SE, dass es beim Bau des Brenner Basistunnel zu Verzögerungen aufgrund der Umsetzung des neuesten Stand der Technik kommt, pocht Tirol auf eine effektive Verlagerung auf die Schiene. „Jede Verzögerung beim Brenner Basistunnel ist ein Rückschlag, das braucht man gar nicht schönreden. Wir haben jetzt die lange eingeforderte Klarheit, wie es weitergeht. Als Landeshauptmann fordere ich von den Verantwortlichen ein Ende der Geheimhalterei und eine rasche Fertigstellung des BBT. Im Rahmen der EUSALP mache ich auch deutlich, dass die Umsetzung der notwendigen Zulaufinfrastruktur und der Terminalinfrastruktur ebenfalls keinen Aufschub mehr duldet. Wer den europäischen Transitverkehr auf die Schiene verlagern will, muss die gesamte Strecke funktions- und leistungsfähig machen. Dafür braucht es gemeinsame Lösungen entlang des gesamten Brennerkorridors. Ohne den Ausbau des Brenner-Nordzulaufs wird die Verkehrsverlagerung nicht gelingen“, mahnt LH Mattle. Bei der vorausgegangenen EUSALP-Mobilitätskonferenz, die in München stattfand, bekannte sich Bayern jedenfalls zum Ausbau des Brenner-Nordzulaufs, notwendig seien nun aber Beschlüsse und die Finanzierung auf deutscher Seite, damit die Planungen vorankommen.
Junge Menschen aktiv einbinden
Bereits während der Tiroler EUSALP-Präsidentschaft 2018 wurde ein Schwerpunkt auf die Jugend und deren Beteiligung gelegt, der sowohl im vergangenen Jahr durch die österreichisch-liechtensteinische Co-Präsidentschaft gestärkt und nun auch unter bayerischem Vorsitz 2026 weitergeführt wurde. Der Jugendrat mit 28 jungen Menschen aus den Alpenländern ist mittlerweile fester Bestandteil der EUSALP-Strukturen. Im Rahmen der heutigen Generalversammlung wurden die neuen Mitglieder des Jugendrats für die Amtsperiode 2026/2027 bestätigt. Ein weiteres Format ist die Initiative „Pitch Your Project“, bei der junge Menschen innovative Ideen für den Alpenraum präsentieren. Das Finale mit fünf ausgewählten Projekten fand heuer beim EUSALP-Jahresforum in Lindau statt. Unter den fünf Finalprojekten ist auch „TouMove“, eine Initiative zur nachhaltigen Tourismusmobilität, für die ein erstes Pilotprojekt im Pillerseetal (Bezirk Kitzbühel) geplant ist. [DM1] Hinzu kommt das nachhaltige Mobilitätsprogramm YOALIN der CIPRA, das Interrail-Tickets für Reisen im Alpenraum vergibt.
Deklaration von Lindau stärkt Zusammenarbeit
Mit der „Deklaration von Lindau“ bekräftigte die EUSALP-Generalversammlung ihr Bekenntnis zur Weiterentwicklung der EU-Alpenraumstrategie. Im Mittelpunkt stehen die Stärkung ihrer politischen Wirkung, der operativen Umsetzung und der Finanzierung. Ergänzt wird die Deklaration durch drei sogenannte „EUSALP Missions“, die als neue Instrumente konkrete Initiativen in ausgewählten Zukunftsbereichen des Alpenraums vorantreiben sollen. Während der österreichisch-liechtensteinischen Co-Präsidentschaft 2025 hatte Tirol die Federführung für die österreichischen Bundesländer inne. Bereits bei der Entstehung der EUSALP spielten Tirol und Bayern eine federführende Rolle. Nach dem Start der Strategie 2016 übernahm Bayern 2017 als erste Region den EUSALP-Vorsitz, 2018 folgte Tirol. Im kommenden Jahr übernimmt Frankreich die Präsidentschaft.



