LH Mattle beim Abfallwirtschaftszentrum in Nußdorf-Debant

Wiederaufbau nach Brand 2025 schreitet voran: neue Sicherheitsvorkehrungen und Recycling-Technologien

  • Rund 45 Millionen Euro für moderne Recyclingtechnik, Brandschutz und Bahnlogistik 
  • Künftig bis zu 4.000 Lkw-Fahrten weniger im Bezirk Lienz
  • Land Tirol appelliert: Batterien, Akkus und Elektrogeräte richtig entsorgen, um Brände zu vermeiden

Meterhohe Flammen, dichter Rauch und hunderte Einsatzkräfte: Die Bilder des Großbrandes in der Recyclinganlage in Nußdorf-Debant (Bezirk Lienz) Ende Juni 2025 sind vielen Menschen in Tirol noch in Erinnerung. Knapp 1,5 Jahre später steht der Standort im Zeichen des Wiederaufbaus. Bei einem Lokalaugenschein informierte sich Landeshauptmann Anton Mattle gestern, Samstag, über den Stand der Arbeiten, neue Sicherheitsvorkehrungen und geplante Recyclingtechnologien. Insgesamt investiert die Betreiberfirma bis Ende 2028 rund 45 Millionen Euro in die Modernisierung. Damit sollen der Brandschutz verbessert, mehr Wertstoffe wiederverwertet und Abfalltransporte verstärkt auf die Schiene verlagert werden.

„Der Großbrand in Nußdorf-Debant hat gezeigt, wie rasch ein Brandereignis zur Herausforderung für eine ganze Region werden kann. Mein besonderer Dank gilt erneut den zahlreichen Einsatzkräften, die damals unter schwierigsten Bedingungen Großartiges geleistet haben. Umso wichtiger ist es, beim Wiederaufbau konsequent auf Sicherheit und Vorsorge zu setzen. Eine flächendeckende leistungsfähige Abfallwirtschaft ist für Tirol unverzichtbar. Dabei müssen der Schutz der Beschäftigten, der Bevölkerung und unserer Umwelt oberste Priorität haben“, betont LH Mattle beim Lokalaugenschein.

Millioneninvestitionen in Wiederaufbau und Sicherheit

Mit dem Wiederaufbau setzt die Betreiberfirma Rossbacher GmbH auf eine umfassende Modernisierung des Abfallwirtschaftszentrums. Von den geplanten 45 Millionen Euro entfallen rund vier Millionen Euro auf den Brandschutz. Die Halleninfrastruktur soll bis Ende 2026 fertiggestellt werden, die Anlagentechnik befindet sich derzeit in der Genehmigungsphase. Der Ausbau der Bahninfrastruktur ist für 2027 und 2028 vorgesehen.

„Der Brand war für unser Unternehmen und unsere MitarbeiterInnen ein einschneidendes Ereignis. Mit dem Wiederaufbau setzen wir auf moderne Sicherheitsstandards, innovative Recyclingtechnik und eine umweltfreundlichere Abfalllogistik. Unser Ziel ist es, einen sicheren und zukunftsfähigen Standort zu schaffen, der langfristig zur Entsorgungssicherheit und Ressourcenschonung in der Region beiträgt. Unser besonderer Dank gilt den Einsatzkräften, die beim Großbrand Außergewöhnliches geleistet haben, sowie den zuständigen Landes- und Bezirksbehörden für die konstruktive Zusammenarbeit“, erklärt Franz Rossbacher.

Wertvolle Rohstoffe bleiben im Kreislauf – Abfallmenge wird reduziert

Herzstück werden eine vollautomatische Kunststoffsortieranlage sowie eine sogenannte Ressourcenrückgewinnungsanlage. Erstere soll Verpackungskunststoffe für rund 500.000 EinwohnerInnen verarbeiten und die bisherige Sortierleistung verdoppeln. In der Ressourcenrückgewinnungsanlage sollen bis zu 60 Prozent der in Sperrmüll sowie Gewerbe- und Baustellenabfällen enthaltenen Wertstoffe zurückgewonnen werden. Damit bleiben wertvolle Rohstoffe im Kreislauf und Abfallmengen, die thermisch verwertet werden müssen, können reduziert werden. Ein weiterer Schwerpunkt ist der Ausbau des Bahnanschlusses. Durch die verstärkte Verlagerung von Abfalltransporten auf die Schiene könnten laut Unternehmensangaben künftig bis zu 4.000 Lkw-Fahrten im Bezirk Lienz eingespart werden. Das entlastet die Straßen und trägt zum Klima- und Umweltschutz bei.

Auch der Bürgermeister von Nußdorf-Debant Andreas Pfurner unterstreicht die Bedeutung des Wiederaufbaus für die Standortgemeinde: „Der Großbrand war eine enorme Belastung für unsere Gemeinde. Umso erfreulicher ist es, dass nun in die Zukunft des Standorts investiert wird. Besonders wichtig sind uns dabei die Sicherheit der Bevölkerung und die Entlastung durch weniger Lkw-Verkehr.“

So entsorge ich Batterien und Akkus richtig

Der Großbrand hat auch die Gefahren falsch entsorgter Batterien und Akkus deutlich gemacht. Das Land Tirol nimmt den Lokalaugenschein einmal mehr zum Anlass, an die Bevölkerung zu appellieren, Batterien, Akkus und Elektrogeräte fachgerecht zu entsorgen. Sie gehören keinesfalls in den Restmüll oder in den „Gelben Sack“ beziehungsweise die „Gelbe Tonne“. Das gilt auch für E-Zigaretten und Einweg-Vapes mit fest verbauten Akkus.

Batterien und Akkus können kostenlos bei Rücknahmestellen im Handel oder bei den Recyclinghöfen der Gemeinden abgegeben werden. Bei Lithium-Ionen-Akkus wird empfohlen, sichtbare Pole nach Möglichkeit mit Isolierklebeband abzukleben, um Kurzschlüsse zu vermeiden. Beschädigte oder aufgeblähte Akkus sollten möglichst rasch bei einer geeigneten Sammelstelle abgegeben werden.

Weitere Informationen zur richtigen Entsorgung von Batterien und Akkus gibt’s auf der Website des Landes.