Energie vom Dach: Sonnenstrom für den Maschinenhof Agrar Lienz

Neue Photovoltaikanlage mit Überschusseinspeisung am Maschinenhof Agrar Lienz

  • Land baut Photovoltaik auf eigenen Gebäuden weiter aus
  • Tirol im europäischen Spitzenfeld: Anteil erneuerbarer Energie 60 Prozent

Der Maschinenhof Agrar Lienz des Landes Tirol produziert seinen Strom künftig zur Gänze direkt am eigenen Dach: Im Zuge der notwendigen Dachsanierung wurde heuer eine 30-Kilowatt-Peak-Photovoltaikanlage (kWp) errichtet. 69 Module auf einer Fläche von 135 Quadratmetern erzeugen Sonnenstrom für den landeseigenen Betrieb. Nicht benötigte Energie wird in das öffentliche Netz eingespeist. Das Land Tirol investiert dafür rund 95.000 Euro in die Photovoltaikanlage inklusive der erforderlichen Sicherheitseinrichtungen. Die Anlage ist technisch fertiggestellt und geht demnächst in Betrieb. Der Maschinenhof Agrar Lienz ist eine wichtige Versorgungseinrichtung für die ländliche Verkehrsinfrastruktur, insbesondere für ländliche Straßen und landwirtschaftliche Seilwege. 

„Jede notwendige Sanierung ist auch eine Chance, unsere Landesgebäude fit für die Zukunft zu machen. Beim Maschinenhof Agrar Lienz verbinden wir die Dachsanierung deshalb direkt mit der Erzeugung von Sonnenstrom. Diesen Ansatz verfolgen wir Schritt für Schritt bei unseren Gebäuden im ganzen Land. Wo es technisch und wirtschaftlich sinnvoll ist, verbinden wir notwendige Sanierungen mit mehr Energieeffizienz und erneuerbarer Energie. So senken wir langfristig den Energieverbrauch und die laufenden Kosten und werden als Land unabhängiger“, betont Hochbaureferent LHStv Philip Wohlgemuth

„Wenn auf dem Dach eines Landesbetriebs Sonnenstrom erzeugt wird und dieser direkt vor Ort genutzt werden kann, ist das Energiewende in der Praxis. Der Maschinenhof Agrar Lienz wird künftig seinen gesamten Strombedarf mit der eigenen Photovoltaikanlage decken und darüber hinaus Sonnenstrom ins Netz einspeisen. Wir wollen die geeigneten Flächen auf unseren eigenen Gebäuden nutzen und damit unsere Energieversorgung unabhängiger machen. Tirol liegt beim Anteil erneuerbarer Energie bereits im europäischen Spitzenfeld – diesen Weg setzen wir konsequent fort“, sagt Energiereferent LHStv Josef Geisler.

Vom Dach direkt in den Betrieb

Der Maschinenhof ist damit ein weiteres Beispiel dafür, wie das Land Tirol seine eigenen Gebäude für die Energiegewinnung nutzt. Im ersten Halbjahr 2026 kamen insgesamt 288 kWp an neuer Photovoltaikleistung hinzu. Derzeit sind rund 60 PV-Anlagen mit einer Gesamtleistung von rund 4.400 kWp auf Landesgebäuden installiert. Dafür werden rund 24.800 Quadratmeter Dachfläche genutzt – etwas mehr als 3,4 Fußballfelder.

Auch bei der Wärmeversorgung setzt der Maschinenhof bereits auf erneuerbare Energie. Die Wärme wird seit geraumer Zeit über die REO – Regionalenergie Osttirol bereitgestellt. Mit der neuen Photovoltaikanlage wird nun auch die Stromversorgung auf die Nutzung heimischer Sonnenenergie ausgerichtet.

Sonnenenergie als Teil der Energiewende – weitere Anlagen bis 2027

Der Ausbau der Photovoltaik auf Landesgebäuden ist Teil des Tiroler Weges zur Energieautonomie. Weitere Anlagen mit einer Gesamtleistung von rund 800 kWp wurden im Vertrag mit der TINEXT bereits abgerufen und sollen bis 2027 errichtet werden.

Tirol kann sich rechnerisch bereits an 220 von 365 Tagen vollständig mit heimischer erneuerbarer Energie versorgen (mehr dazu hier). Damit liegt das Land deutlich über dem österreichischen Durchschnitt von 157 Tagen und dem EU-Durchschnitt von 92 Tagen. Mehr als 60 Prozent des Tiroler Endenergieverbrauchs stammen bereits aus erneuerbaren Energiequellen. Damit zählt Tirol im europäischen Vergleich zu den Regionen mit einem besonders hohen Anteil erneuerbarer Energie.

Bis 2050 soll Tirol an allen 365 Tagen des Jahres rechnerisch energieautonom sein und seinen Energiebedarf bilanziell vollständig aus heimischen erneuerbaren Energiequellen decken.