Tiroler Jugendlandtag 2026 startet

Jugendlandtag findet im November 2026 statt

  • Mehr als 800 Jugendliche wurden per Zufallsprinzip ausgewählt – rund 30 nehmen am Jugendlandtag teil
  • Jugendliche bestimmen über Themen und halten Sitzung ab
  • Anträge der Jugendlichen werden im Tiroler Landtag behandelt

Politik verstehen, eigene Ideen einbringen, diskutieren und gemeinsam Lösungen finden: All das gibt es beim Jugendlandtag Tirol. Im November 2026 erhalten Jugendliche die Chance, ihren eigenen Landtag zu gestalten. Dabei lernen sie nicht nur, wie politische Prozesse funktionieren, sondern können sie aktiv mitgestalten, eigene Anliegen einbringen und konkrete Beschlüsse fassen. Eine repräsentative Anzahl an zufällig ausgewählten Tiroler Jugendlichen wird in den nächsten Tagen angeschrieben und zum Jugendlandtag eingeladen – 30 von ihnen können teilnehmen. Der Jugendlandtag findet am 11. November 2026 statt, zuvor treffen sich die Teilnehmenden zu einem Vorbereitungswochenende in Innsbruck. 

Der Jugendlandtag ist eine gemeinsame Initiative des Landes Tirol und des Tiroler Landtags. Alle Informationen zum Jugendlandtag finden sich unter www.tirol.gv.at/jugendlandtag.

Ein Sprachrohr der Tiroler Jugend

„Der Jugendlandtag ist ein Sprachrohr für die Tiroler Jugend. Sie bestimmen, welche Themen diskutiert und welche Entscheidungen getroffen werden. Besonders wichtig ist uns Vielfalt – wir möchten Jugendliche aus allen Bezirken und den verschiedensten Lebenssituationen ansprechen. Deshalb haben wir uns für ein Zufallsprinzip bei der Zusammenstellung entschieden“, erklärt Jugendlandesrätin Astrid Mair und ergänzt: „Die Arbeit der Jugendlichen im Jugendlandtag soll auch zu konkreten Ergebnissen führen. Die von den Jugendlichen ausgearbeiteten Anträge werden in einem Ausschuss des Tiroler Landtags weiterbehandelt – und können so direkt in die realpolitische Arbeit einfließen. Kurz gesagt: Die Jugend kann mit dem Jugendlandtag die Zukunft Tirols mitbestimmen.“

Auch Landtagspräsident Jakob Wolf sieht einen großen Mehrwert für die Jugendlichen: „Mit dem Jugendlandtag geben wir Tirols Jugend eine Stimme. Gleichzeitig können die Jugendlichen durch den Jugendlandtag Politik unmittelbar erfahren und praktisch lernen, wie Demokratie funktioniert. Der Jugendlandtag macht Parlamentarismus erlebbar. Zudem zeigt der Jugendlandtag: Politik ist nichts Abstraktes. Politik umfasst all die Themen, die uns tagtäglich beschäftigen und betreffen. Der Jugendlandtag wird uns einmal mehr zeigen, welche Themen für die Jugendlichen in Tirol besonders relevant sind.“ Die Einführung des Jugendlandtags zur Förderung des Demokratieverständnisses wurde seitens des Tiroler Landtags 2025 einstimmig beschlossen. 

Zufällige Zusammensetzung des Jugendlandtags

Für die Einladung zum Jugendlandtag wurden Jugendliche zwischen 16 und 20 Jahren mit Hauptwohnsitz in Tirol per Zufallsprinzip ausgewählt. Die Teilnahme ist freiwillig. Zusätzlich haben alle Eingeladenen die Möglichkeit, einen Buddy – also eine/einen FreundIn – zu nominieren. Gibt es am Schluss mehr als 30 Anmeldungen, entscheidet erneut das Los, wer zu den TeilnehmerInnen des Jugendlandtags 2026 gehört. Bei diesen Losverfahren wird auf eine ausgeglichene Zusammensetzung des Jugendlandtags geachtet (Berücksichtigung von gleichmäßiger Verteilung von Region, Geschlecht, Alter und Bildungshintergrund). 

Anmeldungen sind bis 30. September 2026 möglich. Die Teilnahme am Jugendlandtag ist inklusive Übernachtung, Verpflegung und Fahrtkosten kostenlos.

Eigene Themen einbringen und gemeinsam vorbereiten

Der Jugendlandtag startet mit einem besonderen Einblick in die politische Praxis: Am 5. November besuchen die Teilnehmenden eine Sitzung des Tiroler Landtags und erleben aus erster Hand, wie in Tirol politische Entscheidungen getroffen werden.

Anschließend beginnt eine intensive Vorbereitungsphase: Am gemeinsamen Wochenende werden Ausschüsse gebildet, Themen diskutiert und konkrete Anträge ausgearbeitet. Unterstützt werden die Jugendlichen dabei von Expertinnen und Experten „Wir begleiten und unterstützen die Jugendlichen – welche Themen behandelt und welche Entscheidungen getroffen werden, das entscheiden die Jugendlichen selbst“, erklärt Joanna Egger, Politikwissenschafterin und unabhängige Bildungsexpertin, die als Prozessbegleiterin mit den Jugendlichen zusammenarbeiten wird und die Jugendlichen von Anfang bis Ende begleitet. 

Ob Umwelt, Mobilität, Jugendschutz oder andere gesellschaftliche Fragen – die Bandbreite der Themen im Jugendlandtag ist offen. Dabei können nicht nur die 30 Teilnehmenden, sondern alle eingeladenen Jugendlichen im Vorfeld bei der Themenfindung mitmachen. „Aus diesen Ideen entstehen in einem interaktiven, jugendgerechten Vorbereitungswochenende konkrete Anträge. Unterstützend stehen Fachexpertinnen und -experten zur Seite. Als Moderatorin unterstütze ich die Jugendlichen darin, gut zusammenzuarbeiten, die eigene Selbstwirksamkeit zu spüren und zu erleben, dass Politik und Mitbestimmung Spaß machen können“, so Egger. 

Der große Sitzungstag

Am 11. November ist es dann so weit: Im historischen Landtagssitzungssaal im Landhaus findet die Sitzung des Jugendlandtags statt. Und auch dort gilt: Die Jugendlichen übernehmen das Kommando. Sie leiten die Sitzung, diskutieren ihre Anträge, bringen Änderungen ein und fassen Beschlüsse. Die gefassten Beschlüsse werden anschließend an den Ausschuss für Sicherheit, Gesellschaft, Generationen, Freizeit und Sport des Tiroler Landtags übergeben.

„Jugend im Fokus“

Der Jugendlandtag ist Teil der Jugendstrategie Tirol 2030, die auf Initiative von Jugendlandesrätin Mair im Jahr 2025 beschlossen wurde. Unter dem Motto „Jugend im Fokus“ zielt die Strategie unter anderem auf mehr Mitsprachemöglichkeiten für Jugendliche oder auch günstige Freizeitaktivitäten ab. So wurde etwa die Tiroler Jugendkarte umgesetzt und bereits zweimal ein Jugendforum zum Thema „Fake News“ abgehalten.