- Über Koordinationsstelle am Landesinstitut für Integrierte Versorgung: Seit 2019 flächendeckende Hospiz- und Palliativversorgung in Tirol
- Landesweit im Einsatz: Sieben mobile Palliativteams und ein mobiles Kinderpalliativteam
Was braucht es, um schwer kranke Menschen und ihre Angehörigen würdevoll zu begleiten – zuhause, in Pflegeheimen, in Einrichtungen der Behindertenhilfe und auch in besonders schwierigen Lebensumständen? Dieser Frage gingen gestern, Donnerstag, Fachkräfte aus Mobilen Palliativteams aus ganz Österreich bei einem bundesweiten Vernetzungstreffen in Schwaz nach. Im Mittelpunkt standen der länderübergreifende Erfahrungsaustausch, bewährte Versorgungsmodelle und neue Ansätze für die Betreuung verschiedener PatientInnengruppen. Für Gesundheitslandesrätin Cornelia Hagele ist diese Zusammenarbeit ein wichtiges Zeichen: „Bei der Palliativversorgung geht es nicht nur darum, Beschwerden zu lindern. Unsere Palliativteams geben Menschen in einer besonders verletzlichen Lebensphase Sicherheit, Orientierung und Nähe. Jeder Mensch hat das Recht auf eine würdevolle Begleitung – unabhängig davon, wo er lebt und in welcher Situation er sich befindet. Darum ist der österreichweite Austausch wichtig, um voneinander zu lernen und Impulse für die regionale Versorgung zu bekommen.“ Die Organisation des Aktionstags lag beim Landesinstitut für Integrierte Versorgung (LIV) Tirol mit der Koordinationsstelle Hospiz- und Palliativversorgung in Zusammenarbeit mit der Tiroler Hospizgemeinschaft und dem Mobilen Palliativteam des Bezirkskrankenhauses Schwaz.
LRin Hagele: „Dürfen hier niemanden allein lassen“
Die Workshops griffen Herausforderungen aus der Praxis auf: von der Begleitung junger Erwachsener beim Übergang in die Erwachsenenversorgung (Transition) über die Betreuung von Menschen mit Amyotropher Lateralsklerose (ALS) bis hin zu Kommunikationsstrategien in palliativen Situationen. Auch die Versorgung von Menschen mit Behinderungen und Menschen ohne festen Wohnsitz wurde thematisiert. „Die Bedürfnisse schwer kranker Menschen sind verschieden. Damit Palliativversorgung funktioniert, müssen Fachkräfte aus verschiedenen Gesundheitsberufen, soziale Einrichtungen und ehrenamtliche Hospizdienste eng zusammenarbeiten. Wir dürfen hier niemanden alleine lassen“, erklärt Gesundheitslandesrätin Hagele.
Tirol verfügt über flächendeckendes Versorgungsnetz
Seit 2019 ist die Hospiz- und Palliativversorgung in Tirol flächendeckend ausgebaut. Sie umfasst sieben Mobile Palliativteams und ein Mobiles Kinderpalliativteam. Diese Teams beraten und begleiten schwer kranke und sterbende Menschen sowie ihre Angehörigen in medizinischer, pflegerischer, sozialrechtlicher und psychologischer Hinsicht entweder zu Hause, in Pflegeheimen oder Behinderteneinrichtungen. Das mobile Team arbeitet dabei intensiv mit HausärztInnen, den Sozial- und Gesundheitssprengeln, den Altenwohn- und Pflegeheimen, den Behinderteneinrichtungen und ehrenamtlichen HospizmitarbeiterInnen zusammen. Zudem sind in allen Tiroler Fondskrankenanstalten insgesamt acht Palliativkonsiliardienste im Einsatz. Sie unterstützen bei palliativen Fragestellungen das Behandlungsteam im Krankenhaus. In fünf Krankenhäusern gibt es zudem spezialisierte Palliativbetten. Diese sorgen in besonders komplexen Akutsituationen für Entlastung und Stabilisierung durch eine stationäre Aufnahme.
Die Versorgung in Tirol wird ergänzt durch die Angebote im Hospizhaus in Hall in Tirol – dort sind 15 stationäre Hospizbetten vorhanden, zusätzlich befindet sich dort das Tageshospiz mit sechs teilstationären Plätzen. Im Hospizhaus Tirol erfolgt zudem die Koordination von mehr als 430 ehrenamtlichen HospizbegleiterInnen. Neben dem Ausbau der bisherigen Strukturen sollen zudem teilstationäre Angebote in weiteren Regionen Tirols etabliert werden. Die Koordinationsstelle Hospiz- und Palliativversorgung Tirol am LIV Tirol koordiniert und vernetzt sämtliche spezialisierten Strukturen in Tirol. Das Vernetzungstreffen in Schwaz erfolgte in Kooperation mit OPG – Österreichische Palliativgesellschaft und dem Dachverband Hospiz Österreich. Der nächste bundesländerübergreifende Austausch wird in dieser Form 2028 in Graz stattfinden.



