- Dauer der Reparaturarbeiten derzeit nicht abschätzbar
- Gemeinde stellte Ansuchen für provisorische Ableitung in Ötztaler Ache
- Nach behördlicher Prüfung erfolgt einstweilige Verfügung bis zur (teilweisen) Wiederherstellung
- Keine maßgeblichen Auswirkungen auf die Umwelt zu erwarten
- Trinkwasserversorgung nicht betroffen
- Katastrophenzug unterstützt bei Aufräum- und Reparaturarbeiten
Nach dem Unwetter Mittwochabend wurde die Kläranlage Sölden durch mehrere Muren massiv in Mitleidenschaft gezogen: Das Betriebsgelände wurde großflächig verschüttet, praktisch die gesamte Anlage wurde meterhoch von Geröll, Schlamm und Wassermassen bedeckt. Die Aufräumarbeiten wurden umgehend aufgenommen und es wird mit Hochdruck daran gearbeitet, die Kläranlage schrittweise freizulegen. Wie lange die Aufräum- und Reparaturarbeiten andauern werden, kann derzeit noch nicht abgeschätzt werden.
„Die derzeitige Situation stellt sich für uns als Ausnahmesituation dar: Aufgrund der massiven Verschüttung und Überflutung ist die Kläranlage derzeit nicht funktionsfähig und die anfallenden Abwässer können vorübergehend nicht behandelt werden. Zudem sind vermutlich auch die Kanalsysteme für den Zufluss beschädigt, sodass das Abwasser gar nicht erst in der Anlage ankommt. Um die Anlage sowie das Kanalsystem zunächst freiräumen und anschließend instand setzen zu können, ist eine vorübergehende Umleitung der Abwässer direkt in die Ötztaler Ache erforderlich. Deshalb hat die Gemeinde als Betreiberin der Kläranlage Sölden dafür bei der Behörde ein Ansuchen gestellt“, erklärt Söldens Bürgermeister Ernst Schöpf.
Vonseiten der Behörde wurde unverzüglich eine Prüfung des Ansuchens und allfälliger Alternativen unter den gegebenen besonderen Randbedingungen vorgenommen: Aufgrund der derzeitigen gesamthaften Ausnahmesituation (Naturereignis) wurde dieses Ansuchen der Gemeinde nach Begutachtung durch Amtssachverständige der Abteilung Wasserwirtschaft mit einer einstweiligen Verfügung genehmigt. Dies ist zeitlich bis zur technischen Möglichkeit, die Kläranlage – zumindest teilweise – wieder in Betrieb nehmen zu können, befristet. Begleitend sind Immissionsüberwachungen des Gewässers vorzunehmen.
Nach derzeitigem Kenntnisstand sind nach Evaluierung der ExpertInnen durch diese befristete Notmaßnahme keine umweltrelevanten oder gesundheitlichen Auswirkungen zu erwarten. Die Trinkwasserversorgung der Region ist nicht betroffen, da sie aus höher gelegenen Quellgebieten erfolgt.
Unabhängig davon führt die Ötztaler Ache infolge des Unwetters weiterhin sehr viel Wasser und Feststoffe aus den Murenabgängen. Aus Sicherheitsgründen wird dringend ersucht, die Uferbereiche bis auf Weiteres zu meiden.
Unterstützung durch KAT-Zug der Feuerwehr und Bundesheer
Seit Mittwochnacht stehen Kräfte der örtlichen Feuerwehr sowie des Baubezirksamts Imst im Einsatz, um die Kläranlage Sölden zugänglich zu machen sowie weitere Schäden durch die Unwetter aufzuräumen. Unterstützt werden sie seit heute, Freitag, durch einen zusätzlichen Katastrophenschutzzug mit Feuerwehren aus den Bezirken Imst und der Feuerwehr Landeck. Zudem wurde seitens der Gemeinde ein Assistenzeinsatz des Bundesheers angefordert. Das Bundesheer stellt seit heute, Freitagmittag, rund 25 Kräfte sowie technisches Gerät zur Verfügung.