- Einblicke in eines der größten Archive Österreichs und seine über 1.000-jährige Geschichte
- Reiche Historie mit wechselvoller Geschichte: Älteste Urkunde stammt aus dem Jahr 1004
- Digitalisierungsprojekt Kirchenbücher: Jedes Jahr am 1. Jänner kommen neue Akten ans Licht
Ob Ahnenforschung, alte Kirchenbücher oder eine historische Urkunde: Das Tiroler Landesarchiv ist das Gedächtnis des Landes, in dem rund 30 Laufkilometer an Akten, Urkunden und Dokumenten liegen, die bis ins 11. Jahrhundert zurückreichen. Wie das Archiv arbeitet, was seine ältesten Schätze erzählen und warum der 1. Jänner für viele geschichtsinteressierte TirolerInnen ein besonderer Tag ist, erzählt Gertraud Zeindl in der neuen Folge des Podcast „ins Land einihören". Seit 1. Juli 2026 steht sie als erste Frau an der Spitze des Tiroler Landesarchivs. Zu hören und auf YouTube zu sehen ist die Folge ab sofort auf www.tirol.gv.at/podcast, auf allen gängigen Podcast-Plattformen sowie auf dem YouTube-Kanal des Landes.
„Für mich ist es immer wieder spannend, ein richtig unleserliches Dokument vor sich zu haben und es dann schlussendlich lesen zu können“, berichtet Gertraud Zeindl aus ihrer täglichen Arbeit im Archiv. Die gebürtige Telferin hat an der Universität Innsbruck Geschichte und Kunstgeschichte studiert und begeistert sich besonders für das Mittelalter. Seinen Ursprung hat das Landesarchiv unter Kaiser Maximilian I., der begann, seine Dokumente systematisch zu ordnen – ein Prinzip, das bis heute gilt: „Wir bewahren nicht nur, wir müssen die Bestände auch wieder auffindbar machen“, so Zeindl. Das Tiroler Landesarchiv weist somit eine 1.000-jährige Geschichte auf.
Streit um eine Urkunde aus dem Jahr 1004
Eines der wertvollsten Archivalien im Bestand des Landesarchivs ist eine Kaiserurkunde aus dem Jahr 1004. Gertraud Zeindl spricht im Podcast über den Inhalt dieses besonderen Objekts, welche Reise es über die Jahrhunderte erleben durfte und warum es nach dem Ersten Weltkrieg sogar Gegenstand eines Streits mit dem damaligen Jugoslawien wurde.
Neun Millionen jährliche Zugriffe auf Kirchenbücher
Seit 2015 sind zudem Tiroler Kirchenbücher – also Personenverzeichnisse über Taufen, Trauungen und Todesfälle – online abrufbar, mit jährlich rund neun Millionen Zugriffen. Weil das Personenstandsgesetz vorschreibt, dass Taufbücher erst 100 Jahre nach ihrer Entstehung veröffentlicht werden dürfen, gibt das Tiroler Landesarchiv jedes Jahr am 1. Jänner einen neuen Jahrgang frei. Heuer sind es die Taufbücher aus dem Jahr 1926. „Fortschreitende Digitalisierung bedeutet für die Archivarinnen und Archivaren aber keineswegs weniger Arbeit“, stellt Gertraud Zeindl klar: „Es ist nicht so, dass mit der Digitalisierung unsere Arbeit weniger wird. Die Werkzeuge sind anders, die Arbeit an sich bleibt eigentlich die gleiche.“
Über den Podcast „ins Land einihören“
Der Podcast „ins Land einihören“ ist im Audio-Format auf allen gängigen Podcast-Plattformen abrufbar und als Video auf der Website des Landes Tirol unter www.tirol.gv.at/podcast oder auf dem YouTube-Kanal des Landes zu sehen.
Die nächste Folge von „ins Land einihören“ erscheint am 30. Oktober 2026. Im Gespräch mit Diana Ortner, Vorständin der Abteilung Bodenordnung, geht es unter anderem darum, wie die Dorferneuerung Tirols Gemeinden lebenswerter macht.


