- Land Tirol und Gesundheit Österreich unterstützen Gesundheitseinrichtungen mit Beratung, Tipps und Information
- Klimafreundliche Gesundheitseinrichtungen als Teil der Tiroler Nachhaltigkeits- und Klimastrategie
- Anmeldung für aktuellen Fördercall noch bis 31. Oktober möglich
- Nächster Fördercall im Frühjahr 2027 erwartet
Hitzewellen, steigende Energiekosten und knapper werdende Ressourcen stellen auch Gesundheitseinrichtungen vor immer neue Herausforderungen. Das Land Tirol unterstützt daher gemeinsam mit dem nationalen Public-Health-Institut Gesundheit Österreich Gesundheitseinrichtungen im Rahmen der Tiroler Nachhaltigkeits- und Klimastrategie dabei, konkrete Schritte in Richtung Klimafreundlichkeit, Ressourceneffizienz und Versorgungssicherheit zu setzen. Die Tirol Kliniken fördern zum Beispiel umweltfreundliche Arbeitswege: Dafür stellen sie ihren 9.000 MitarbeiterInnen das Jobticket zur Verfügung, setzen auf das Dienstrad-Leasing und den Ausbau hochwertiger Radabstellanlagen. Im Fuhrpark wird verstärkt auf E-Fahrzeuge gesetzt, welche über eine interne Carsharing-Plattform für dienstliche und auch private Nutzung gebucht werden können. Ein MitarbeiterInnen-Ladetarif rundet das Angebot im Bereich E-Mobilität ab. Insgesamt nehmen österreichweit bereits über 550 Gesundheitseinrichtungen das Angebot in Anspruch, davon 56 aus Tirol. Zudem werden 13 Tiroler Einrichtungen im aktuellen Fördercall 2026 begleitet. Damit macht der Anteil der Einrichtungen aus Tirol mehr als zehn Prozent der bisherigen Teilnehmenden aus und ist im Bundesländervergleich im Spitzenfeld mit dabei. Anmeldungen für den aktuellen Fördercall sind noch bis 31. Oktober 2026 möglich.
„Nachhaltige Gesundheitseinrichtungen leisten nicht nur einen Beitrag zum Klimaschutz, sondern schaffen auch ein gesundes Umfeld für Patientinnen und Patienten sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und können gleichzeitig Betriebskosten senken. Das große Interesse und die bisherigen Projekte in Tirol zeigen eindrücklich, auf wie vielen unterschiedlichen Ebenen an der klimafitten Ausrichtung gearbeitet werden kann“, unterstreicht Tirols Klimaschutzlandesrat René Zumtobel.
Individueller Klima-Aktionsplan für jede teilnehmende Einrichtung
Das kostenlose Angebot richtet sich unter anderem an Krankenanstalten, Rehakliniken, Senioren- und Pflegeeinrichtungen, Ambulatorien, Primärversorgungseinheiten, Arztpraxen und Apotheken. Die teilnehmenden Einrichtungen erhalten fachliche Beratung, praxiserprobte Tools und Unterstützung bei der Entwicklung eines individuellen Klima-Aktionsplans. Relevante Handlungsfelder sind etwa Gebäude und Energie, Mobilität, Ressourcen- und Abfallmanagement, nachhaltige Beschaffung, Ernährung, Grünräume sowie Kommunikation und Bewusstseinsbildung.
„Gerade im Gesundheitsbereich, wo Versorgungssicherheit und hohe Qualitätsstandards an erster Stelle stehen, müssen ökologische Verantwortung und eine verlässliche Betreuung Hand in Hand gehen. Wir wollen Tirols Gesundheitseinrichtungen dabei unterstützen, diesen Weg aktiv mitzugestalten und Nachhaltigkeit Schritt für Schritt im Versorgungsalltag zu verankern. Denn wer heute in klimafreundliche Strukturen investiert, stärkt auch nachhaltig die Gesundheit der Menschen in Tirol“, so Gesundheitslandesrätin Cornelia Hagele.
Das Projekt wird von der Gesundheit Österreich umgesetzt und unterstützt österreichweit seit 2022 stationäre und ambulante Gesundheitseinrichtungen auf ihrem Weg zu mehr Klimafreundlichkeit. „Die teilnehmenden Gesundheitseinrichtungen in Tirol leisten mit ihrem wichtigen Engagement einen wertvollen Beitrag zum Klimaschutz, zur nachhaltigen Entwicklung und zum Schutz der Gesundheit. Durch die Umsetzung klimafreundlicher Maßnahmen werden der Energie- und Ressourcenverbrauch sowie die CO₂-Emissionen reduziert und dadurch Kosten eingespart. Gleichzeitig wird ein klimafreundliches und gesundheitsförderndes Umfeld für Patientinnen, Patienten und Mitarbeitende geschaffen und die Versorgungssicherheit in den Einrichtungen gestärkt,“ betont Herwig Ostermann, Geschäftsführer der Gesundheit Österreich.
Tirol Kliniken für Klimafreundlichkeit ausgezeichnet
Dass Klimaschutz im Gesundheitsbereich bereits erfolgreich umgesetzt wird, zeigen unter anderem die Tirol Kliniken. Sie haben am Beratungsprogramm teilgenommen und wurden 2024 für das Mobilitätsmanagement und 2025 für den Zubau der Neurologie in Hochzirl gemäß klimaaktiv Gold-Standard unter dem Titel „Green & Healing Architecture“ mit dem Best Practice Award „Klimafreundliche Gesundheitseinrichtungen“ ausgezeichnet. Der vom Bundesministerium gemeinsam mit der Gesundheit Österreich GmbH vergebene Preis zeichnet beispielhafte Projekte aus und soll weitere Einrichtungen zur Nachahmung motivieren. Auch heuer wurden wieder Projekte eingereicht. Zudem wurde das Mobilitätsmanagement der Tirol Kliniken erst kürzlich mit dem VCÖ-Mobilitätspreis Tirol 2026 ausgezeichnet (mehr dazu in der Pressemitteilung vom 2. September 2026).
„Von Bauprojekten über das Mobilitätsmanagement bis hin zu Ambulanzen, Stationen, Intensivstationen und Laboren – es ist unser Ziel als Gesundheitsunternehmen, Schritt für Schritt unseren Ressourcenverbrauch zu reduzieren und Maßnahmen für eine gesunde Umwelt zu setzen. Das ist unsere unternehmerische Verantwortung, aber auch ein persönliches Anliegen, das viele engagierte Menschen in den tirol kliniken mittragen“, so der Kaufmännische Geschäftsführer der tirol kliniken, Stefan Deflorian.
Anmeldungen noch bis 31. Oktober möglich
Für den aktuellen Call 2026 sind noch einige Restplätze verfügbar. Gesundheitseinrichtungen können sich noch bis zum 31. Oktober anmelden. Mit Frühjahr 2027 soll der nächste Beratungscall starten. Besonders angesprochen sind Einrichtungen, die Klimaschutz und Nachhaltigkeit niederschwellig, praxisnah und mit fachlicher Begleitung in ihrem Betrieb verankern möchten.
Das Land Tirol treibt die Umsetzung des Projekts in Tirol aktiv voran und hat dieses Engagement auch im Maßnahmenprogramm (2025-2027) zur Umsetzung der Tiroler Nachhaltigkeits- und Klimastrategie (2021-2030) verankert.
Weitere Informationen zum Projekt und zur Anmeldung finden sich auf der Website von Gesundheit Österreich.
