Tirol und Steiermark vertiefen Zusammenarbeit

Steirischer Gesundheitslandesrat Karlheinz Kornhäusl zu Gast bei LRin Cornelia Hagele im Landesinstitut für Integrierte Versorgung (LIV) Tirol

  • CareManagement, HerzMobil, Diabetes-Pilotprojekt: LIV Tirol als Vorzeigemodell für sektorenübergreifende und patientenorientierte Gesundheitsversorgung
  • Bisherige Zusammenarbeit zwischen Tirol und Steiermark bei HerzMobil und Teledermatologie

Wie können die Länder ihre Gesundheitsversorgung stärker an den Bedürfnissen der PatientInnen ausrichten? Welche Versorgungsbereiche lassen sich kombinieren, ergänzen und in neuartigen Gesundheitsprojekten zusammenfassen? Diese Fragen standen im Mittelpunkt eines gemeinsamen Besuchs von Gesundheitslandesrätin Cornelia Hagele und ihrem steirischen Amtskollegen Karlheinz Kornhäusl im Landesinstitut für Integrierte Versorgung (LIV) Tirol. Das Treffen drehte sich um erfolgreiche Modelle der sogenannten integrierten, sektorenübergreifenden Versorgung im Gesundheitsbereich und Möglichkeiten einer noch engeren Zusammenarbeit zwischen den Bundesländern Tirol und Steiermark. Auch Thomas Klestil, medizinischer Geschäftsführer der tirol kliniken, nahm am gemeinsamen Austausch in den LIV-Räumlichkeiten in Innsbruck teil. 

Über Landesgrenzen hinweg: Gesundheit neu denken

„Unsere modernen Versorgungsprogramme beweisen, dass wir verschiedene Fachbereiche nicht getrennt, sondern in einem ganzheitlichen Ansatz denken müssen. Dasselbe gilt für die Gesundheitsversorgung insgesamt, die nicht an den Grenzen einzelner Einrichtungen – und schon gar nicht an Bundesländergrenzen – enden darf. Tirol und die Steiermark haben das erkannt und arbeiten gemeinsam an Lösungen, von denen die Patientinnen und Patienten direkt profitieren. Wenn wir voneinander lernen und uns zu bewährten Modellen wie dem LIV Tirol austauschen, bringen wir die Gesundheitsversorgung in ganz Österreich voran“, betont Gesundheitslandesrätin Hagele.

Auch für den steirischen Landesrat Kornhäusl steht der Austausch über Ländergrenzen hinweg im Mittelpunkt: „Gesundheitsversorgung kennt keine Bundesländergrenzen, daher ist die steirisch-tirolerische Kooperation in der Telemedizin neben unseren Spitalskooperationen mit Salzburg und Oberösterreich ein Eckpfeiler der bundesländerübergreifenden Zusammenarbeit. Wir wollen, dass die Leute rascher zum Termin und schneller zur Behandlung kommen, deshalb ist es unser Ziel, voneinander zu lernen und erfolgreiche Ansätze gemeinsam weiterzuentwickeln. Mit dem Landesinstitut hat Tirol eine wichtige Drehscheibe für integrierte Versorgung aufgebaut und ich bin dankbar, dass sie ihre wertwollen Erfahrungen mit uns teilen, damit wir voneinander lernen können.“

Vielfältig vernetzt – patientenorientierte Versorgung am LIV Tirol

Während ihres Besuchs erhielten die beiden Gesundheitsreferenten Einblick in die Aufgaben des LIV Tirol. Seit rund zehn Jahren entwickelt und koordiniert das Landesinstitut innovative Versorgungsmodelle, die PatientInnen über die Grenzen einzelner Fachbereiche hinweg begleiten. Das LIV Tirol fungiert hier unter anderem als Vernetzungsstelle zwischen Betroffenen und AkteurInnen aus Krankenhäusern, dem niedergelassenen Bereich, der Pflege und Rehabilitation. Zu den PartnerInnen zählen neben ÄrztInnen, Pflegekräften und TherapeutInnen auch Professionen aus dem Sozialbereich, etwa SozialarbeiterInnen, aus allen Tiroler Regionen.

Zukunftsweisende Programme, die beim LIV Tirol angesiedelt sind, sind unter anderem HerzMobil Tirol, das CareManagement Tirol, der Schlaganfallpfad Tirol und ein neues Diabetes-Pilotprojekt. Ergänzt wird das Angebot des LIV Tirol durch eigene Koordinationsstellen, etwa für Hospiz- und Palliativversorgung, Demenz und Peripartale Psychische Gesundheit. „Unsere Patientinnen und Patienten müssen nicht eigenständig die Schnittstellen zwischen einzelnen Gesundheitsangeboten überwinden. Wir wollen die Versorgung um die Menschen und ihren Lebensalltag herum organisieren“, erklärt LIV-Vorständin Renate Reingruber. „Dafür braucht es ein engmaschiges Netzwerk aus Gesundheitsdienstleistern, das sich über alle Tiroler Bezirke erstreckt. Darüber hinaus unterstützt uns die Digitalisierung dabei, die Versorgung zu den Menschen zu bringen.“ 

Erfolgreiche Modelle gemeinsam weiterentwickeln

Dass Tirol mit diesem Ansatz österreichweit Maßstäbe setzt, wurde zuletzt auch durch mehrere Auszeichnungen bestätigt. Das LIV Tirol erhielt dieses Jahr den INTEGRI-Preis – eine österreichweite Auszeichnung für Modelle der integrierten Gesundheitsversorgung – in der Kategorie „Erprobte Initiative“. Zusätzlich wurde der Schlaganfallpfad Tirol erstmals mit dem „INTEGRI Evolution“-Preis ausgezeichnet (s. dazu die Pressemeldung vom 16. Mai 2026). 

Bereits heute arbeiten Tirol und die Steiermark bei verschiedenen telemedizinischen Angeboten eng zusammen, darunter bei HerzMobil und der Teledermatologie. Kooperationen wie diese sollen künftig weiter vertieft werden. „Die Herausforderungen im Gesundheitswesen sind in Tirol und der Steiermark ähnlich. Aus diesem Grund ist es sinnvoll, das Rad nicht neu zu erfinden, sondern innovative Lösungen gemeinsam voranzubringen“, sind sich LRin Hagele und LR Kornhäusl einig. Der länderübergreifende Austausch soll damit auch künftig dazu beitragen, erfolgreiche Versorgungsmodelle schneller in die Praxis zu bringen und möglichst vielen PatientInnen zugänglich zu machen.