- LRin Hagele: „Wolfgang Streicher hat die Debatte über die Energiewende entpolitisiert“
- Förderpreis des Landes Tirol für Wissenschaft 2026 geht an Nachwuchswissenschaftler Simon Beck (Universität Innsbruck)
- Landespreis wird seit 1984 für herausragende wissenschaftliche Leistungen vergeben
Der Leiter des Instituts für Konstruktion und Materialwissenschaften an der Universität Innsbruck, Universitätsprofessor Wolfgang Streicher, erhielt im Landhaus den Tiroler Landespreis für Wissenschaft 2026. Ausgezeichnet wird er für seine Forschungsleistungen im Bereich des energieeffizienten Bauens, der erneuerbaren Energieversorgung und der Entwicklung fossilfreier Energieszenarien. In seinen Arbeiten verfolgt er Ansätze für energieschonende Baumaßnahmen, die zur Reduktion des Klimawandels beitragen sollen. Dafür engagiert sich Streicher auch abseits des akademischen Felds und vernetzt heimische Wohnbauträger, Behörden und Unternehmen. Der Förderpreis des Landes Tirol für Wissenschaft geht auf Vorschlag Streichers an Simon Beck, der ebenfalls an der Universität Innsbruck als wissenschaftlicher Mitarbeiter zu energieeffizientem Bauen forscht.
Wissenschaftliche Grundlage für die Energiewende
„Wolfgang Streicher zeigt, dass die Lösung gesellschaftlicher Herausforderungen mit der Wissenschaft beginnen kann. Er steht nicht nur für fundierte Forschung, sondern engagiert sich auch bei der Umsetzung nachhaltiger Bauweisen vor Ort und bringt unterschiedlichste Interessensgruppen an einen Tisch. Gerade bei der Energiewende brauchen wir diesen sachlichen, faktenbasierten Zugang – auch als wichtige Basis für politische Entscheidungen“, betont Wissenschaftslandesrätin Cornelia Hagele und spricht dem neuen Preisträger ihren Dank aus: „Mit seiner Arbeit trägt Streicher maßgeblich zur internationalen Reputation der Universität Innsbruck bei und leistet einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung unserer Gebäude. Der Landespreis für Wissenschaft würdigt diese herausragenden Leistungen – und dazu möchte ich herzlich gratulieren.“
Vorreiter im Bereich des energieeffizienten Bauens
Seit 1996 forscht der gebürtige Grazer Wolfgang Streicher zu Energieeffizienz, Heizungs-, Lüftungs- und Klimatechnik sowie zu erneuerbarer Energie für Gebäude. Nach seiner anfänglichen Tätigkeit an der Technischen Universität Graz wechselte er 2009 an die Universität Innsbruck. Dort gründete Streicher gemeinsam mit dem Passivhaus-Pionier Wolfgang Feist den Arbeitsbereich „Energieeffizientes Bauen“, den er heute leitet. Seine Forschung verbindet wissenschaftliche Grundlagen mit konkreten Anwendungsfällen: Dazu zählen Studien zur Energieautarkie Österreichs, die Entwicklung von Energieszenarien für Innsbruck und Tirol – zuletzt beim Energie-Zielszenario im Auftrag der Tiroler Landesregierung – sowie die energieeffiziente Sanierung von Wohnbauten und Schulgebäuden.
Im EU-Projekt „Sinfonia“ wurden gemeinsam mit Tiroler Wohnbauträgern rund 66.000 Quadratmeter sozialen Wohnbaus und drei Schulgebäude aus den 1950er- bis 1970er-Jahren hochwertig saniert und anschließend hinsichtlich des Energieverbrauchs untersucht. Im FFG-Projekt „Enerspired Cities“ legte Streicher unter anderem den Grundstein für eine Energieraumplanung und die Harmonisierung verschiedener Datenbanken der Stadt Innsbruck und des Landes Tirol. Derzeit arbeitet er beim Projekt „INNERGY“ gemeinsam mit Tiroler Betrieben daran, bestehende und neue Fernwärmenetze detailliert zu simulieren und effizienter zu gestalten. Neben seiner Forschungs- und Lehrtätigkeit vermittelt Streicher seine Erkenntnisse bei Vorträgen für Schulen und Unternehmen. Darüber hinaus war er von 2020 bis 2023 als Vizerektor für Infrastruktur an der Universität Innsbruck tätig.
Simon Beck erhält den Förderpreis für Wissenschaft 2026
„Dem Land Tirol ist es ein großes Anliegen, neben etablierten Forscherinnen und Forschern auch den wissenschaftlichen Nachwuchs zu unterstützen. Aus diesem Grund verleihen wir den diesjährigen Förderpreis an Simon Beck“, erklärt LRin Hagele. Als wissenschaftlicher Mitarbeiter forscht Beck im Arbeitsbereich „Energieeffizientes Bauen“ zu Raumlufttechnik und Luftqualitätsmessungen.
Der Landespreis für Wissenschaft ist mit insgesamt 14.000 Euro dotiert. Seit 1984 wird er jährlich auf Vorschlag einer Fachjury von der Tiroler Landesregierung zur Anerkennung hervorragender Leistungen auf dem Gebiet der Wissenschaft verliehen. Im Vorjahr ging der Hauptpreis an Erziehungswissenschaftlerin Michaela Ralser (Universität Innsbruck) und der mit 4.000 Euro dotierte Förderpreis an Flavia Guerrini (Universität Innsbruck, Institut für Erziehungswissenschaft).







