- Weitere Aufgaben: Auslösung AT-Alert, Koordination Landeshubschrauber und Drohnen-Einsatzgruppe
Am Zivilschutztag kommenden Samstag, den 3. Oktober werden österreichweit wieder alle Sirenen auf ihre Funktionsfähigkeit getestet. Ausgelöst werden Zivilschutzalarm und auch AT-Alert vom Landes-Warn- und Lagenzentrum (LWLZ) des Landes Tirol. Dieses steht als zentrale Schaltzentrale für Krisen- und Katastrophenereignisse 365 Tage im Jahr zur Verfügung. Ob Hochwasser, Waldbrand oder Murenabgang: Kommt es in Tirol zu einem größeren Ereignis, laufen alle Informationen beim Land Tirol im LWLZ zusammen. Rund um die Uhr besetzt, wird hier eine strukturierte Gesamtsicht auf kritische Situationen, ein sogenanntes Lagebild über Tirol erstellt und laufend überwacht. Das tägliche Lagebild für Tirol umfasst unter anderem das aktuelle Wettergeschehen samt Warnhinweisen des Wetterdienstes sowie Informationen zur Verkehrs-, Energie- und Krankenhausinfrastruktur. Bei besonderen Ereignissen werden zusätzlich einsatzspezifische Lagebilder erstellt – etwa unter anderem bei besonderen Unwettersituationen oder Waldbrandereignissen.
Anlässlich der heurigen Zivilschutzwoche besuchte Sicherheitsreferent LHStv Josef Geisler das LWLZ. Dabei betonte er die Wichtigkeit, sich auf mögliche Krisen vorzubereiten: „Als ‚Land im Gebirge‘ sind wir in Tirol seit jeher mit Naturereignissen konfrontiert. Wir müssen damit rechnen, dass diese infolge der Klimaveränderung häufiger werden. Deshalb investieren wir nicht nur konsequent in Schutzbauten und Prävention, sondern auch in ein leistungsfähiges Krisen- und Katastrophenmanagement.“
Lagebild als Grundlage für Entscheidungen
In Krisen und bei Katastrophen zählen gesicherte Informationen. Es sind jedoch gerade die ersten Meldungen, die oft noch unvollständig oder widersprüchlich sein können. Aufgabe des LWLZ ist es deshalb, alle verfügbaren Informationen zu bündeln, zu bewerten und daraus ein verlässliches Lagebild zu erstellen. „Ein gutes Lagebild schafft Orientierung. Je klarer wir die Situation erfassen, desto schneller und treffsicherer können Behörden und Einsatzorganisationen entscheiden und handeln“, erklärt Elmar Rizzoli, Leiter des Tiroler Zentrums für Krisen- und Katastrophenmanagement.
„Wir beobachten die Lage rund um die Uhr. Im Ereignisfall verdichten wir alle relevanten Informationen zu einem aktuellen Gesamtbild und stellen dieses den Einsatzleitungen und Behörden zur Unterstützung bei der Entscheidungsfindung zur Verfügung. Wir unterstützen den operativen, behördlichen Einsatz, koordinieren Hubschrauber zur Einsatzunterstützung, entsenden Fachexperten zur Beurteilung und erstellen eine umfassende Ereignisdokumentation“, erklärt Thomas Geiler, Leiter des Landes-Warn- und Lagezentrums.
Warnungen erreichen die Bevölkerung in Sekunden
Im Ernstfall löst das LWLZ im Auftrag der zuständigen Behörde sowohl Zivilschutzwarnung- oder -alarm als auch AT-Alert aus. Dafür werden Warntexte und Handlungsempfehlungen in enger Abstimmung mit der anfordernden Stelle vorbereitet und zielgerichtet an die betroffene Bevölkerung übermittelt.
„Seit 2024 ergänzt der AT-Alert unsere bestehenden Warnsysteme ideal. Der große Vorteil liegt darin, dass wir Menschen unmittelbar im betroffenen Gebiet erreichen und ihnen gleichzeitig konkrete Verhaltensempfehlungen geben können. Das ermöglicht eine schnellere Reaktion und erhöht die Sicherheit“, sagt Rizzoli. Seit der Einführung im Jahr 2024 wurde AT-Alert in Tirol bisher bei neun Ereignissen eingesetzt. Alle Informationen zum Bevölkerungswarnsystem finden sich unter www.tirol.gv.at/atalert.
Drohnen liefern den Blick von oben
Im LWLZ erfolgt auch die Koordination der landeseigenen Drohnen-Einsatz-Gruppe. „Unsere Drohnen verschaffen uns dort einen Überblick, wo der Zugang schwierig oder gefährlich ist. Die Aufnahmen helfen, Schäden rasch zu dokumentieren und die nächsten Maßnahmen gezielt zu planen“, erklärt Geiler. Einige Weiterentwicklungen vom Lastentransport bis hin zur automatisierten Drohnenlösung mit schneller Einsatzbereitschaft werden geprüft.
Die Drohnentechnologie unterstützt auch die ExpertInnen der Landesgeologie. „Unsere Aufgabe besteht unter anderem darin, Hänge und Felswände zu beurteilen, die eine potentielle Gefahr für Infrastruktur oder Dauersiedlungsräume mit sich bringen. Oft sind diese Geländeabschnitte aber kaum erreichbar. Dank Hubschrauber und nun auch Drohnen können wir uns aus der Luft ein genaues Bild der Lage machen. Auf Basis dessen können wir Entscheidungsträger – beispielsweise Bürgermeisterinnen und Bürgermeister – beraten und unsere Einschätzung über mögliche Gefahren geben“, erklärt Landesgeologe Thomas Figl.


