- So funktioniert’s in der Praxis – von Freiflächen-Photovoltaik über Repair Cafés bis zum Bergwaldprojekt
- Keynote von Robert Seeger jun.: „Begeistert für morgen: Aufbruch in eine Zukunft, die wir lieben werden“
- Austausch und Vernetzung als Basis für neue Ideen und gemeinsame Projekte
Was kann entstehen, wenn Menschen ihre Zeit, ihr Wissen und ihre Ideen für Klimaschutz einsetzen und damit andere begeistern und motivieren? Das zeigte das 20. Klima-Netzwerktreffen gestern, Montag, im Innsbrucker Landhaus. Unter dem Motto „Gemeinsam fürs Klima: Engagement stärken und Wandel gestalten“ standen heuer jene im Mittelpunkt, die Klimaschutz vor Ort mit konkreten Projekten und freiwilligem Engagement voranbringen. Rund 200 Interessierten gab die Jubiläumsausgabe erneut Raum für Austausch, neue Impulse und Vernetzung mit unterschiedlichen AkteurInnen.
„Beim Klimaschutz fehlt es uns selten an Wissen, sondern oft am Gefühl, selbst etwas bewirken zu können und das hindert uns Verantwortung zu übernehmen. Wer mitentscheiden darf, fühlt sich auch in der Pflicht – und aus dieser Pflicht wächst Engagement. Die Beispiele beim diesjährigen Klima-Netzwerktreffen zeigen eindrucksvoll, wie unterschiedlich dieses Engagement und Klimaschutzprojekte aussehen können – von gemeinschaftlich errichteten Freiflächen-Photovoltaikanlagen über Reparaturinitiativen bis zur ehrenamtlichen Pflege unserer Bergwälder. Das Jahr des Ehrenamts zeigt deshalb auch dass man Klimaschutz nicht delegieren kann, aber als Aufgabe teilen kann“, betont Klimaschutzlandesrat René Zumtobel.
Viele Wege, gemeinsam etwas zu bewegen
Wie vielfältig diese geteilte Aufgabe sein kann, zeigten die vier beim Netzwerktreffen vorgestellten Projekte. Beim Projekt „Gemeinsam zur Freiflächen-Photovoltaik-Anlage“ aus dem Bezirk Landeck verbinden sich erneuerbare Energie, Naturschutz, Landwirtschaft und regionale Beteiligung. Getragen wird das Vorhaben gemeinsam mit den Gemeinden Pians und Grins sowie dem Pflegeverband Soziale Dienste Grins. Der erzeugte Strom wird zu langfristig planbaren Preisen in der Region genutzt, unter anderem vom Wohn- und Pflegeheim St. Josef in Grins. Das Team Karwendel (Bezirk Innsbruck-Land) wiederum bringt Freiwillige für die Pflege des Natur- und Kulturraums im größten Naturpark Österreichs zusammen – von der Almpflege bis zur Biotoppflege. In den Tiroler Repair Cafés wird Reparieren zum gemeinsamen Lernen: Ehrenamtliche helfen dabei, Alltagsgegenstände instand zu setzen und damit Ressourcen zu schonen. Und beim seit 35 Jahren bestehenden Bergwaldprojekt arbeiten tausende Freiwillige gemeinsam mit Fachleuten an konkreten Maßnahmen für stabile und widerstandsfähige Berg- und Schutzwälder. Begleitende waldpädagogische Einheiten vermitteln die vielfältigen Funktionen des Schutzwaldes, sodass die Teilnehmenden ihr Wissen auch nach der Projektwoche weitergeben können.
„So unterschiedlich die Projekte sind, eines verbindet sie: Klimaschutz findet nicht nur auf strategischer oder politischer Ebene statt, sondern auch direkt vor Ort – in Gemeinden, Vereinen, Betrieben und durch Menschen, die selbst aktiv werden“, betont LR Zumtobel. „Gerade diese Verbindung aus fachlichem Wissen, praktischer Erfahrung und freiwilligem Engagement macht unser Netzwerk so wertvoll und erzeugt Begeisterung. Wir brauchen Menschen, die neue Wege ausprobieren, Erfahrungen weitergeben und andere mitnehmen.“
Impuls für neue Ideen und Kooperationen
Den Auftakt zum Austausch bildete der humorvolle Vortrag von Keynotespeaker und Kommunikationsexperte Robert Seeger jun. unter dem Titel „Begeistert für morgen: Aufbruch in eine Zukunft, die wir lieben werden“. Er setzte Impulse dafür, Veränderungen nicht nur als Herausforderung zu sehen, sondern selbst ins Handeln zu kommen. Im Anschluss nutzten die TeilnehmerInnen die Gelegenheit, Erfahrungen aus ihren eigenen Projekten zu teilen sowie neue Kontakte und Anknüpfungspunkte für gemeinsame Vorhaben zu finden.
Seit 20 Jahren bringt das Klima-Netzwerktreffen des Landes Tirol Menschen und Organisationen zusammen, die sich mit Klimaschutz und Klimawandelanpassung beschäftigen. Die regelmäßige Vernetzung schafft Raum für Wissenstransfer, neue Perspektiven und Kooperationen – und beantwortet die Frage „Was kann ich allein schon ausrichten?“.





