Japankäfer
Popillia japonica

Der Japankäfer (Popillia japonica) ist ein gebietsfremder und in der Europäischen Union als Quarantäneschädling eingestufter Käfer. Er kann eine große Zahl unterschiedlicher Pflanzen befallen und erhebliche Schäden an landwirtschaftlichen Kulturen, Grünflächen und Zierpflanzen verursachen. Eine frühzeitige Erkennung einzelner Käfer ist besonders wichtig, um eine Ansiedlung und weitere Ausbreitung möglichst zu verhindern.
Wie erkenne ich einen Japankäfer?
Der ausgewachsene Japankäfer ist etwa 8–12 mm groß. Kopf und Brust sind metallisch grün, die Flügeldecken kupfer- bis bronzefarben. Für eine sichere Bestimmung sind insbesondere die weißen Haarbüschel am Hinterleib entscheidend.
Gibt es Verwechslungsmöglichkeiten mit heimischen Käfern?
Der Japankäfer kann mit verschiedenen heimischen Käferarten verwechselt werden. Wichtig ist, dass nicht jeder Käfer mit metallischem Glanz ist ein Japankäfer. Im Zweifelsfall bitte ein Foto aufnehmen und den Fund melden.

Wo kommt der Japankäfer vor und wie verbreitet er sich?
Der Japankäfer stammt ursprünglich aus Ostasien. In Europa wurde er erstmals 2014 in Norditalien festgestellt. Seitdem hat er sich insbesondere in Teilen Italiens und der Schweiz ausgebreitet. Auch in Deutschland und Österreich wurden inzwischen Nachweise festgestellt. In Österreich wurde der Japankäfer erstmals 2025 in Vorarlberg nachgewiesen. Auch in Tirol wurden bereits einzelne Exemplare gefunden. Der Japankäfer kann sich selbstständig durch seinen Flug ausbreiten. Einzelne Käfer können über größere Entfernungen mit Fahrzeugen, Bahn, Güterverkehr oder anderen Transportmitteln durch die Mitnahme von Pflanzen, Pflanzenteilen und Erde aber auch Gepäck oder Campingausrüstung verschleppt werden. Eine besondere Bedeutung haben dabei Reisen und Transporte aus Gebieten, in denen der Japankäfer bereits vorkommt.
Welche Pflanzen befällt der Japankäfer?
Der Japankäfer ist nicht auf eine einzelne Pflanzenart spezialisiert. Er kann mehr als 400 Pflanzenarten befallen. Die erwachsenen Käfer fressen vor allem Blätter, Blüten und teilweise Früchte. Typisch ist der sogenannte Skelettierfraß: Die Käfer fressen das Blattgewebe zwischen den Blattadern, sodass ein netzartiges Gerippe zurückbleibt.

Warum sind auch die Larven problematisch?
Die Larven des Japankäfers leben im Boden und ernähren sich von Pflanzenwurzeln, insbesondere von Gräsern. Die Weibchen legen ihre Eier bevorzugt in feuchten Böden von Rasen- und Wiesenflächen ab. Nach dem Schlupf entwickeln sich die Larven im Boden und können dort erhebliche Wurzelschäden verursachen. Befallene Rasen- und Wiesenflächen können dadurch gelblich-braun werden und absterben. Der Entwicklungszyklus dauert in der Regel ein Jahr. In kühleren Regionen kann sich die Entwicklung auch über zwei Jahre erstrecken.
Wann ist der Japankäfer aktiv?
Die erwachsenen Käfer treten vor allem während der Sommermonate auf. Die Hauptflugzeit liegt etwa zwischen Juni und August. Bei warmem Wetter sind die Käfer besonders aktiv. Häufig sitzen mehrere Tiere gemeinsam auf einer Pflanze und fressen an Blättern oder Blüten.
Was tun bei einem Verdacht?
Sie haben einen Käfer gefunden, bei dem es sich um einen Japankäfer handeln könnte?
Käfer möglichst sichern und nicht wieder freilassen.
Fotos aufnehmen, möglichst von oben und von der Seite.
Fundort und Funddatum notieren.
Fund unverzüglich der zuständigen Pflanzenschutzbehörde melden.
Den Käfer nicht selbst bekämpfen oder mit Pflanzenschutzmitteln behandeln.
Verdächtige Funde in Tirol melden:
Amt der Tiroler Landesregierung
Abteilung Landwirtschaftliches Schulwesen und Landwirtschaftsrecht
Heiliggeiststraße 7, 6020 Innsbruck
Tel: +43 512 508 2542
landw.schulwesen@tirol.gv.at
ODER
Was kann jede und jeder tun?
Wer aus einem Gebiet mit bekanntem Japankäfervorkommen nach Tirol reist oder Waren von dort transportiert, sollte vor der Weiterfahrt insbesondere Fahrzeug, Gepäck, Campingausrüstung und andere Gegenstände auf Käfer kontrollieren. Pflanzen, Pflanzenteile und Erde sollten nicht aus Befallsgebieten in andere Regionen verbracht werden. Bitte keine eigenen Pheromonfallen aufstellen. Fallen können Käfer gezielt anlocken und dadurch die Verbreitung unter Umständen begünstigen. Die Überwachung mit Fallen erfolgt durch die zuständigen Behörden im Rahmen eines abgestimmten Monitorings.

