„Es herbstelt“ – auch auf den Straßen: Sichtbarkeit bringt Sicherheit

Zahlreiche geförderte Projekte des Tiroler Verkehrssicherheitsfonds widmen sich der Sichtbarkeit

  • Sichtbarkeit kann Verkehrsunfälle verhindern – LR Zumtobel appelliert an Eigenverantwortung
  • Situative Winterreifenpflicht startet ab 1. November 

Die Tage werden wieder kürzer. Für viele Menschen beginnt der Weg in die Arbeit oder zur Schule nun bereits, wenn es noch dunkel ist. „Das Thema Sichtbarkeit betrifft längst nicht nur jene, die zu Fuß unterwegs sind. Auch auf dem Fahrrad und bei einem Kfz ist es wichtig, auf die richtige Beleuchtung zu achten und sich den geänderten Straßenverhältnissen anzupassen. Wenn jeder und jede sich mit dem Thema auseinandersetzt, können Unfälle vermieden werden“, ruft Verkehrslandesrat René Zumtobel zur Eigenverantwortung auf. Die aktuelle Verkehrssicherheitskampagne des Landes Tirol „Gemeinsam & fair im Straßenverkehr“ fokussiert sich im Herbst und Winter auf die Themen Sichtbarkeit und gegenseitigen Respekt. Mehr Informationen dazu finden sich unter www.tirol.gv.at/obacht. 

Dunkel gekleidete FußgängerInnen nur 25 Meter weit sichtbar

„Die eigene Sichtbarkeit wird erfahrungsgemäß oft überschätzt. Das gilt nicht nur für Fußgängerinnen und Fußgänger, sondern auch, wenn man mit dem Rad oder Auto unterwegs ist“, so LR Zumtobel. Im Herbst empfiehlt sich jedenfalls ein Check, ob die notwendige Beleuchtung und ausreichend Reflektoren am Fahrrad angebracht sind und ob die Scheinwerfer des Pkw ordnungsgemäß funktionieren. Zudem ist manchen AutofahrerInnen nicht bewusst, dass die Rückleuchten im Modus „Tagfahrlicht“ nicht eingeschaltet sind. Gerade in der Dämmerung oder bei Nebel sollte man daran denken. 

Eine Erhebung des Kuratoriums für Verkehrssicherheit im Jahr 2023 ergab, dass dunkel gekleidete Personen bei Nacht bzw. bei schlechter Sicht erst aus einer Entfernung von rund 25 Metern sichtbar sind – selbst bei einer Gefahrenbremsung beträgt der Anhalteweg bei 80 km/h jedoch mindestens 56 Meter. Personen mit Reflektoren an der Kleidung sind bereits aus 140 Metern Entfernung gut zu erkennen. In Tirol wurden 2025 83 Personen auf einem Schutzweg verletzt, eine Person ist gestorben. Österreichweit passieren 27 Prozent der Fußgängerunfälle bei Dämmerung oder Dunkelheit. 

Vom Reflektor bis zur Schutzwegbeleuchtung: Tiroler Verkehrssicherheitsfonds unterstützt Projekte 

Von Reflektoren bis zur Beleuchtung eines Schutzwegs – der Tiroler Verkehrssicherheitsfonds unterstützt seit vielen Jahren Projekte zahlreicher Organisationen, um das Bewusstsein für Sichtbarkeit zu fördern und konkrete Verbesserungen zu erzielen. So wird der Verein Sicheres Tirol beim Ankauf von reflektierenden Anhängern für Taschen und Kleidung unterstützt. Außerdem wird das Kuratorium für Verkehrssicherheit beim Projekt „Fußgängerausweis für Kindergartenkinder“ finanziell unterstützt: Hier lernen die Kleinsten bereits die wichtigsten Verhaltensregeln im Straßenverkehr. Für dieselbe Altersgruppe bietet der ÖAMTC Tirol die Verkehrserziehungsaktion „Kleines Straßen 1x1“ an. Die Sicherheit von FußgängerInnen steht auch bei der langjährigen „Schutzwegaktion in Tiroler Gemeinden“ im Fokus: Seit 19 Jahren erhalten Gemeinden 50 Prozent der Kosten für die bauliche Verbesserung von Schutzwegen und die normgerechte Beleuchtung. Bisher konnten 514 Schutzwege in 120 Gemeinden durch dieses Projekt verbessert werden. 

Erhöhte Aufmerksamkeit im Herbst notwendig

„Es ist Herbst. Es regnet öfter, teilweise ist es neblig, die Tage werden kürzer und durch Nässe und herabfallendes Laub kann die Fahrbahn rutschig sein. Achten wir alle darauf, dass wir bestmöglich ausgerüstet und aufmerksam im Straßenverkehr sind, um Unfälle zu vermeiden“, appelliert LR Zumtobel, der auch an die situative Winterreifenpflicht erinnert, die in Österreich von 1. November bis 15. April gilt. 


Wunschkennzeichen für die Sicherheit: Der Tiroler Verkehrssicherheitsfonds

Wer sein Fahrzeug in Tirol mit einem individuellen Wunschkennzeichen ausstattet, beteiligt sich auch an der Verkehrssicherheit in Tirol: Die Kosten von 200 Euro pro Wunschkennzeichen fließen nämlich zu 60 Prozent in den Tiroler Verkehrssicherheitsfonds, der vom Land Tirol verwaltet wird. 40 Prozent der Einnahmen gehen an den Verkehrssicherheitsfonds des Bundes. Entscheidungen über Förderanträge werden in Tirol vom zuständigen Verkehrslandesrat getroffen, der von einem Beirat unterstützt wird. Vertreten sind unter anderem die Verkehrsabteilungen des Landes, VertreterInnen der Exekutive, des Kuratoriums für Verkehrssicherheit sowie ÖAMTC und ARBÖ.